Archiv für die Kategorie 'Tod'

Phantomschmerz.

Vor einer Weile habe ich mich aus dem Internet operativ entfernt. Weil es nötig war, weil ich Schmerzen litt, weil es mich ausgelaugt hat, weil ich Ruhe brauchte. Es war so schlimm, dass ich nicht einmal senden wollte. Leute mit meinem Ego wollen eigentlich immer senden, ein bisschen Aufmerksamkeit macht alles besser, normalerweise. Diesmal nicht. Diesmal will ich Ruhe. Ich will nicht da sein, wo die Menschen sind, ich will [...]

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Lieber Vater: Noch zwei Tage.

22. November 2009. Sonntag. Vati ist noch da. Er lebt. Mutti und ich sind fast ein wenig ungläubig darüber. Wir sagen, wir dachten, dass B.s Geburtstag die letzte Etappe sein würde. Das Letzte, was er noch erleben und erledigen will. Dass er danach in Frieden einschlafen wird. Unter uns sprechen wir offen; das, was gerade passiert, ist für uns alle entsetzlich. Mutti schläft keine Sekunde, bei jeder Atemunregel-mäßigkeit von Vati [...]

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Drei Jahre

Drei Jahre ist es her, seit Du weg bist. Drei Jahre. Deine letzten Worte höre ich so deutlich in meinem Kopf als hättest Du sie gestern erst gesagt. Ich höre das Rasseln Deines Atems, dieses unerträgliche Rasseln, das so klingt als ob Du ertrinkst. Ich sehe die Geste, mit der Du Dir immer über den Kopf gestrichen hast beim Nachdenken. Am Ende konntest Du die Bewegung nicht mehr beenden, aber [...]

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Lieber Vater: Noch drei Tage.

21. November 2009. Samstag. Der Geburtstag meines Bruders. Heute wollen nochmal alle kommen. Mein Bruder, meine Oma (Vatis Mutter), Muttis Schwester. Torte essen, B. gratulieren, zusammen sein, ein letzter Augenblick Normalität, bevor die Hölle losbricht. Mutti und ich wachen wie jeden Tag sehr früh auf, wir tun so als ob wir frühstücken, Vati isst nichts, er trinkt nur einen hochkalorischen Scheißdreck, den uns der Arzt empfohlen hat. Schokoladengeschmack. Das einzige, [...]

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