Das passive Mädchen oder #flirtennachBravo

Das passive Mädchen oder #flirtennachBravo

Ich rege mich für gewöhnlich nicht schnell auf, wenn es um die vermeintliche Verschwörung gegen die Frau geht, mir geht dieses ganze Getue, das erwachsene Frauen der Mündigkeit und Verantwortung für ihr eigenes Leben enthebt, ziemlich auf die Nerven und deshalb überhöre ich das meiste Geschrei um den bösen, bösen Druck, den die ungerechte Gesellschaft natürlich nur und ausschließlich auf die arme, kleine, wehrlose Frau ausübt. Dieses Mal geht das nicht, dieses Mal kann ich das nicht, dieses Mal bin ich unfassbar wütend. So wütend, dass mir zunächst die Worte fehlten und ich nur zu einem unzusammenhängenden Tweet-Stakkato in der Lage war.

Die Jugendzeitschrift BRAVO hat bereits am 06. Juli einen Artikel unter dem Titel „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!“ (BRAVO hat den Text mittlerweile vom Netz genommen) veröffentlicht. Aus irgendeinem Grund wird er erst jetzt in den sozialen Medien herumgereicht und bekommt die Aufmerksamkeit, die er meines Erachtens verdient. Die Tipps, die das Magazin jungen Mädchen gibt, suggerieren überwiegend, dass der richtige Weg im Umgang mit Jungen der ist, sich schwächer, verletzlicher, „weniger“ zu machen als man tatsächlich ist und insgesamt so süß zu werden, dass Jungen die Mädchen gar nicht mehr ernstnehmen können.

Liebes Bravo-Team,

was habt Ihr Euch dabei gedacht?
Eure Zeitung wird von jungen Mädchen gelesen, die fast noch Kinder sind.
Welches Wertesystem vermittelt Ihr diesen Mädchen, wenn Ihr ihnen durch die Bank empfehlt, passiv und angepasst zu sein? Leiser als der Junge, kleiner als er, tollpatschig und immer wieder „süß“?

Sie soll in erster Linie schön sein und gut riechen. Mit Fragen der Kleidung, der Gangart, des Makeups und der Frisur beschäftigt sich fast die Hälfte Eurer Ratschläge. (Ein paar Folgen „Germany’s Next Topmodel“ helfen ihr dabei sicher auch weiter.)

Des Weiteren soll sie:
… zu ihm aufblicken und sich extra tollpatschig geben (Tipps Nr. 20 + 38). Sie soll also so tun, als sei sie kleiner und hilfloser als er.
… passiv und/oder einladend sein (15, 17, 21, 24, 25, 26, 40). Und die Hemmschwelle für den männlichen Zugriff dadurch herabsetzen?
… ihn in Gestik, Kleidung und Musikgeschmack nachahmen (18, 57, 65). Sie soll ihre eigenen Interessen also zurückstellen und sich seinen anpassen.
… möglichst oft alleine stehen (27, 28, 36). Separierung von der Herde, oder was ist das?
… sich nicht zu sexy kleiden, weil Jungs sie sonst schlampenhaft finden könnten (56).

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Die restliche Zeit soll sie irgendein geziertes Theater aufführen, sie soll anders sprechen, gehen, stehen und lachen. Sie soll – ich kürze das mal etwas ab, ja? – die ganze Zeit anders sein, als sie ist. Damit der süße Boy sie bemerkt. Es mutet wie blanker Hohn an, ans Ende der Liste ein „Sei Du selbst“ zu schreiben. Ganz im Ernst: alles in mir tut weh, wenn ich das lese. Ihr erzeugt damit eine Gesellschaft, in der Kinder lernen, dass sie sich von Anfang an verstellen müssen, um gemocht zu werden. Und in der Mädchen glauben, dass sie sich weniger machen müssen als sie sind – leiser, passiver, keuscher. Eure „Tipps“ beschränken die Sexualität der Mädchen auf ein Locken und Abwarten. Anstatt sie zu ermutigen, den eigenen Körper mit seinen Launen, Bedürfnissen, seinen kleinen und großen Wundern kennenzulernen, allein oder zu zweit und unabhängig davon, was jemand über sie denken könnte, wird die weibliche Körperlichkeit in eine auf die männliche Sicht zugeschnittene Schablone gepresst, kaum dass die Mädchen ihre erste Periode haben. Das Mädchen hat mit seiner Sexualität zu warten, bis der Junge diese zum Leben erweckt. Das ist zum Kotzen.

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„Rede nicht laut, kleide Dich nicht schlampig, lerne aber bitte bereits mit 12, mit nackten Schultern, vorgestreckten Minibrüsten und wenigstens halbhohen Absätzen möglichst verführerisch zu wirken, sei die ganze Zeit pflegeleicht und einladend. Und möglichst viel allein.“

Das ist die Quintessenz Eurer Liste und das ist keine Lappalie. Ihr wendet Euch an junge Menschen und damit an die künftige Generation. Die darüber entscheidet, wie menschliches Miteinander in der Zukunft aussieht. Die heutige Welt ist normativer als noch vor 40 Jahren, damals machten Mädchen mit blauen Latzhosen Werbung für selbstgebaute Legohäuser aus grauen Steinen. Es ist bedauerlich, dass 40 Jahre Frauenbewegung nicht weniger Druck zwischen den Geschlechtern, sondern mehr erzeugt haben, dass die Fronten so verhärtet sind wie nie zuvor, und wir müssen diese Zwischenbilanz akzeptieren, so bitter sie auch schmeckt. Dass Ihr aber aktiv mithelft, Veränderung und Umdenken zu verhindern, indem Ihr Euren Beitrag dazu leistet, Mädchen gefällig und unterwürfig zu halten, das macht mich wütend. Richtig wütend. Von einer 30-Jährigen kann man genug Reife erwarten, sich nicht jeden normativen Schuh anzuziehen. Von einer Elfjährigen oder einer 14-Jährigen dagegen nicht. Die ist Euren infamen Einflüsterungen über das, was „Jungs so gefällt“ ausgesetzt, ohne die Erfahrung zu haben, zu erkennen, dass das vollkommener Blödsinn ist.

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Als Jugendmagazin solltet Ihr die Belange und Probleme der Jugendlichen nicht nur verstehen, sondern auch dabei helfen, sie zu lösen. Mit so kleingeistigen, engstirnigen und normativen Beiträgen löst Ihr keine Probleme, sondern macht Kinder und Jugendliche unfrei, weil Ihr sie unter einen Druck setzt, der nicht bestehen muss. Die Passivität, zu der ihr ratet, ist das Gift unserer Gesellschaft, denn sie ist der Grund, weshalb Frauen und Mädchen zu Opfer werden. Jemand, der von Kindesbeinen an lernt, dass er in erster Linie nicht anstrengend, nicht laut und nicht offensiv sein darf, der lässt im Leben viel mit sich anstellen. Zu viel. Und das ist der Grund, weshalb mich Euer Beitrag so ankotzt: Ihr gebt den Mädchen dieses Gift zu trinken, das weit über den Moment hinauswirkt. Denn diese Mädchen, die mit Eurer tatkräftigen Hilfe lernen, dass Optik fast alles und passive Koketterie der Rest ist, leben das auch als Erwachsene und geben es irgendwann an ihre Kinder weiter.

Dass der Artikel ekelerregend war, wisst Ihr selbst, sonst hättet Ihr ihn nicht mittlerweile sang- und klanglos vom Netz genommen. Dass Ihr keine Stellungnahme dazu abgebt, ist natürlich enttäuschend, aber vielleicht kommt das noch. Ich bitte euch nur um eines: keine Floskeln. Bitte begreift, was ein solcher Artikel auslöst. Erwachsene lachen über ihn, sie verstehen ihn, sie stehen darüber, aber Erwachsene sind nicht Eure Zielgruppe. Das sind 10- bis 17-jährige. Was geht in ihnen vor, wenn sie die Liste lesen? Lachen sie auch? Oder schauen sie vielleicht in den Spiegel und sehen dabei ein abstoßendes Monster? Trauen sie sich nicht, ihren eigenen Körper und ihre eigene Lust zu entdecken, weil das „schlampenhaft“ rüberkommen könnte? Üben sie das Stehen mit überkreuzten Beinen, um schlanker zu wirken?

Wir wissen es nicht. Und das allein sollte Euch Grund genug sein, nie wieder so eine junge Menschen unerbittlich in eine Ecke drängende Scheiße zu schreiben. Nicht nur die Jugendlichen werden dadurch freier, die Gesellschaft wird es auch. Danke.

Eure
Meike

92 Kommentare

  1. danke.

    und irgendwie habe ich das gefühl, dass die bravo vor 25 jahren da schon mal weiter war als jetzt. solche listen kenne ich aber auch noch aus der bravo girl und der mädchen. und die ratschläge aus meiner kindheit und jugend von zuhause.

    • Ja, absolut. Ich bin ein Teenager der 80er und 90er Jahre und ich fühlte mich nicht so gegängelt und unter Druck gesetzt. Bei uns ging es damals noch um Musik und vielleicht darum, wie der erste Zungenkuss funktioniert, aber so umfassende „Wie Du zu sein hast“-Listen gab es einfach nicht. Mir scheint diese erbitterte Normativität ein modernes Phänomen zu sein.

    • Ja, die ganzen Fettungen, sich wiederholenden Formulierungen und Zwischenüberschriften sehen ein isschen nach SEO aus, stimmt. Danke für den Link.

  2. Hallo, Meike. Bin durch Twitter hierher gekommen. Sehr richtigerText mit deutlichen Ansagen. Danke dafür.
    Ohne den Bravo-Artikel direkt zu kennen, stufe ich ihn hiernach als „stark jugendgefährdend“ ein.

  3. Von all dem abgesehen, was dz geschrieben hast (meine vollste Zustimmung dafür): Nur wenige Jungs suchen kleine, angepasste Mädels ohne eigene Meinung und Ausdruck. Gerade die Unterschiede machen das Miteinander doch erst interessant.

    • So leid es mir tut, Patrick, aber da habe ich in meiner Generation (ich bin 27 (und männlich, falls der Vorname verwirrt)) ganz andere Erfahrungen gemacht. Die meisten Jungs/Männer in meinem Alter, die ich kenne, kommen noch immer nicht darauf klar, dass eine Frau sehr stark und sich ihrer Vorzüge klar bewusst sein kann.

      Wenn ich dann meinen weiblichen Freundeskreis betrachte fällt auf, dass genau die Frauen, bei denen ich es am selbstverständlichsten fände, dass sie in einer stabilen Beziehung sind (natürlich nur die, die sich das auch wünschen), sehr damit kämpfen einen Partner zu finden, der sich von ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Ehrgeiz nicht schon nach kurzer Zeit abschrecken lässt.

      Daraus schliesse ich: Die meisten Männer zwischen 25 und 30 sind entweder selbst noch nicht sicher genug, was sie wollen und welche Kompromisse sie dafür bereit sind einzugehen – oder aber eine selbstbewusste, intelligente Frau ist ihnen schlichtweg zu „anstrengend“. Ich selbst bin auch der Meinung, dass eine Beziehung mit einer starken, selbstbewussten Frau anspruchsvoller ist – nur macht es das für mich überhaupt erst interessant. Und genau diese Faszination darin zu sehen, sich daran zu erfreuen, dass Frau eben nicht mehr einfach passiv ihren „Prinzen“ anhimmelt sondern ihm auch mal den Spiegel vorhält oder ihm zeigt wie es ihrer Meinung nach zu laufen hätte, ist was vielen Männern (wie gesagt, meiner Meinung nach) immer noch sehr schwer fällt.

      • Da muss ich Fabien leider recht geben und es noch auf die Alterstufe 30-50 erweitern! Ich (39) mache diese Erfahrung leider auch mit vielen Männern. Auch, wenn meine starke und selbstbestimmte Art anfänglich für großes Interesse sorgt, führt diese dann aber oft schnell ins Aus.
        Große „Begeisterung“ löst bei mir ja dann immer wieder der Satz: „Zeig doch mal mehr von deiner weiblichen Seite!“ aus! Auf die Frage wie die sein müsste, bekomme ich genau dieses passive Duckmäuschengehabe vorgeschlagen!!!
        Nein! Das ist nicht meins und das war nie meins! Dann bleibe ich eben allein bzw. sehe den angeblichen „Männern“ beim Davonziehen zu!
        Ich stimme Meike in einem Punkt nicht zu! Auch viele 30-, 40-jährige sind nicht so reflektiert die „Kleinhaltemethode“ zu erkennen die an Frauen gern angewandt und auch in Frauenzeitschriften propagiert wird. Zu viele Frauen ordnen sich diesen Erwartungen unter um nur nicht allein durchs Leben gehe zu müssen! Warum fruchtet denn solch ein Artikel bei jungen Mädchen? Weil sie es von ihren Müttern und Tanten und anderen vorgelebt bekommen!
        Ausmeiner Sicht ist ein Mann der eine „hilflose“ Frau bevorzugt ein schwacher Mann! Ich brauche keinen schwachen sondern einen starken Partner, denn nur darin sehe ich genug Potential für eine langfristig interessante Beziehung!

        • Lustig diese Kommentare. Ich bin erst 24 und auch in meiner Generation gibt es haufenweise so Leute die sich ihrer mysogynistischen Haltung gar nicht bewusst sind. Mir wurde schon gesagt ich stehe ja eher auf „männlichere“ Frauen weil meine Freundin was in der Birne hat :D Und natürlich wurde mir das von einem Freund gesagt der in seiner Auswahl von Partnern sich Mädchen aussucht die ihm nicht widersprechen, oder es nicht können. Mich hat es schon immer angekotzt wie manche Männer so mit ihren Freundinnen umspringen dass es eher erscheint als würden sie sie hassen. Und die Frauen die genau solchen Männern hinterher rennen, und all das nur weil is in der Gesellschaft oder Familie irgendwie so vermittelt wird.

  4. Hey, ich hab den Text mal direkt meiner Tochter geschickt, die diesen Mist ab und an liest. Mal kucken, vielleicht kann ich sie zu einem Gespräch überreden.

    Danke für deine Worte

  5. Sehr klare und richtige Worte zu einer solch schlimmen „So -muss- ich – sein Liste“.
    Unfassbar … auch mit dem Blick darauf, welches „Jungenbild“ Bravo hier indirekt verbreitet. Blöde sabbernde Boys, die „frau“ super über die „Sexschiene“ manipulieren kann. Du meine Güte. Ich hoffe doch, dass sich die junge Generation gegen diesen Scheiß wehrt und zeigt, dass es so nicht sein muss!

  6. Genau der gleiche Schmu stand früher in der Girl/ Mädchen, die ich mit 13 Jahren sehr gerne gelesen habe. Das war so ca. Anfang 2000. (Bravo war damals noch eher Dr. Sommer, Stars und Fotolovestory).
    Erst als erwachsene Frau habe ich mit Schrecken kapiert, welchen Mist ich damals als hilfreiche Tipps angesehen habe.

  7. Wer sich ein bisschen mit den „Tipps“ und Hinweisen der (männlichen) pickup Szene (genau, diese frauenfeindlichen Fast-Vergewaltiger) auskennt, findet viel mehr Parallelen als man denken mag.
    Da wird Vorgeschlagen, den Jungen zu berühren, Selbstbewusstsein auszustrahlen, gepflegt aufzutreten, die Bewegungen nachzuahmen, Desinteresse zeigen zum interessant machen usw.

    Die EXAKT gleichen Methoden werden auch bei den Pickup „Helden“ empfohlen, nur eben vice-versa. Heißen dann halt „mirroring, push-pull,…“

    Der Twist an der ganzen Sache :
    Beides wird als frauenfeindlichen hingestellt. Hä?
    klärt mich auf, ich finde beide Ansätze menschenverachtend, da die Würde des anderen nicht achtend. Und zwar den Damen wie auch den Herren gegenüber.

    • Ich stimme Dir zu: beide Ansätze sind menschenverachtend.
      Dieses Theater mit Locken und Abweisen, um danach Körpergrenzen zu überschreiten, finde ich in der Liste für Mädchen genauso manipulativ wie bei so genannten Pickup artists.

  8. Ich glaube ich habe noch nie so oft mit den Augen gerollt wie bei dem Lesen dieses Artikels… Egal ob vor zwei Jahren oder jetzt, diese „Tipps“ sind sowas von unangebracht und *ugh* ich kann nicht mal richtig artikulieren wie absolut daneben der Artikel ist.

    52 Du hast einen großen Bruder? Super. Schnapp dir seinen Hoodie und zieh ihn in die Schule an. Die Jungs werden denken, er ist von Deinem Freund. Und das macht dich total begehrenswert für sie!

    … weil man eine Trophäe ist die von einem zum nächsten Jugen/Mann geht wenn er dich „gewonnen“ hat? …

  9. schön, einen wütenden und nicht einen traurigen text von dir zu lesen.

    lesen junge mädchen den heute noch die bravo? ich dachte, es gäbe da heute eine menge konkurrenz nicht zuletzt das netz selbst. der text selbst ist natürlich ein bizarres echo aus einer zeit, in der ich noch eine kurze lederhose anhatte. als mann kichere ich eher über die offensichtliche dummheit und denke, meine erwachsenen töchter würden wohl lauthals lachen, wenn sie so was zu lesen bekommen.

    das ist ja das einzige, was wir tun können, wenigstens die eigenen töchter gegen so was imun zu machen.

    liebe grüße aus der garage

    • Ich habe keine Zahlen, aber Auflagenzahlen sind doch in Zeiten, in denen fast jeder Text auch online erscheint, völlig irrelevant. Das Problem ist genau dieses „Da lache ich doch drüber und meine erwachsenen Töchter gleich mit“. Natürlich lacht Ihr, bei einer Publikation für Erwachsene würde ich auch lachen. Aber lies die Liste doch mal mit den Augen einer Zwölfjährigen, die, verunsichert durch die ganzen körperlichen und emotionalen Veränderungen, auf der Suche nach Lebensanleitung ist. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele Weichen in dem Alter gestellt werden. Natürlich tragen andere Zeitschriften oder die erwähnte Modelshow genauso dazu bei, aber BRAVO hat mit dieser Liste einen Riesenschritt in die falsche Richtung gemacht.

      • meike,

        bei allem verständnis für deinen berechtigten ärger: ich befürchte, du überschätzt den einfluss, den so etwas wie die „bravo“ noch hat, den hatte sie, als ich jung war, weil sie alleine da stand, aber wenn ich ehrlich bin, hatte sie auf mich ausser in sachen starschnitt keinen bleibenden. als du jung warst (sorry, so „richtig“ jung …), da hatte sie den so wahrscheinlich schon nicht mehr.

        heute haben junge mädchen in der regel andere quellen, eben das internet … und wie zu „unserer“ jeweiligen zeit die „peergroup“. und die ist, wenn ich das recht sehe, im moment eher „feministisch“ gepolt, junge mädchen sind beileibe keine dummchen mehr und eigentlich erwarte ich von ihren müttern, daß sie sich ihnen beim verstehenlernen der welt als hilfreich erweisen.

        man könnte den text auch so lesen: tu das, was frauen schon immer getan haben, sei klug aber zeig es nicht, gib diesen kleinen hündchen, die sich an deinem bein schubbern wollen, dieses gefühl, daß sie es sind, die die hosen anhaben.

        so hat mir das jedenfalls meine zweite frau erklärt …

        • hardy,

          gesetzt dem Fall, die BRAVO wäre nicht mehr gefragt, warum gibt es sie dann nach so vielen Jahren und den Veränderungen in der medialen Landschaft überhaupt noch? Ja, ich schätze, weil sie immer noch von einer Zielgruppe zumindest in dem Umfang gelesen wird, dass sich die Herausgabe lohnt.

          Unsere Große (11) liest sie jede Woche, gekauft vom eigenen Taschengeld. Ja, auch sie greift auf Medien wie Internet und Fernsehen zurück, aber die BRAVO stellt für sie dennoch eine ihrer Lieblingszeitschriften dar, die sie geradezu verschlingt. Natürlich hoffe ich, dass wir ihr eine andere Haltung und Einstellung vermitteln können, jedoch würde ich meine Hand dafür nicht ins Feuer legen wollen, dass von dem Schund speziell in diesem Artikel nicht potenziell doch was haften bleiben könnte.

          Gerade in ihrem Alter, wenn die Mädchen beginnen sich auch gerne mal abschotten von den Eltern, nicht mehr über alles reden wollen und es hin und wieder schwerer wird, an sie ranzukommen, sich ihre die Prioritäten verschieben und die Eltern auf dem langen Weg zur Unabhängigkeit in den Hintergrund treten… nun ja, kann man da wirklich ausschließen, dass ein solcher Artikel nicht doch einen schädlichen Einfluss nehmen kann?

          Natürlich könnte man den Text auch verstehen, wie oben von Ihnen beschrieben… kann man aber von einem Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren schon erwarten, den Text in dem Sinne so zu analysieren?

          Meike,

          danke für den Artikel. Hab heute zum ersten mal von dem Artikel Notiz genommen… ich schaue zwischendurch auch schon mal in die Zeitschrift unserer Großen, jedoch anscheinend nicht in diese. Bisher habe ich mir da auch weniger Sorgen gemacht, immer hin war es mir lieber, als das sie eine Zeitschrift liest, die definitiv noch nicht ihres Alters entsprechend ist… im nachhinein betrachtet eine wohl eher naive Haltung.

          • Ich glaube, das, was jetzt viele so entsetzt, ist, dass kaum jemand die BRAVO als kritisches Medium eingeschätzt hätte. Fast jede und jeder von uns hat sie in seiner Pubertät selbst gelesen und vermutlich sind die meisten einfach davon ausgegangen, dass da im großen Ganzen noch die gleichen Dinge drin stehen wie vor zehn oder zwanzig Jahren. Tun sie aber nicht und die ekelhafte Liste, die den Shitstorm jetzt entfacht hat, ist nur ein kleiner Ausschnitt.
            Auf der Website gibt es Bildergalerien, die Brüste, Pos, Vulvas und Penisse zeigen (Edit: Link eingefügt). Es ist natürlich nichts daran auszusetzen, dass die Kinder und Jugendlichen mal schauen können, wie andere so oben- und untenrum aussehen. Allerdings waren die Brüste bis gestern noch bewertbar und zwar mit so wertvollen Prädikaten wie „Fail“, „WTF?!“ oder „Bitch!“ Die Penisse dagegen waren nicht bewertbar (Heute ist keine der Galerien mehr bewertbar). Dass man den Jungs das vernichtende Urteil über ihr Genital erspart, Mädchen aber nicht, ist unfassbar, absolut unfassbar. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was für einen irreparablen Schaden es an der frühpubertären Sexualität der Mädchen anrichtet, einen Busen mit „Fail“ bewertet zu sehen, der ihrem eigenen ähnlich ist. Von der hässlichen „WTF“-Vulva ganz zu schweigen.

            Und diese gnadenlose Beurteilung der Jugendlichen, vor allem der Mädchen ist neu, definitiv. Das gab es vor 27 Jahren, als ich die BRAVO las, nicht. Damals ging es natürlich auch um Flirttipps und Körpervergleiche, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass da gewertet wurde. Immer hieß es, jeder Körper ist auf seine Weise schön, die Abweichung ist kein Grund zur Sorge. Ich bin überrascht und entsetzt, dass die BRAVO sich so weit entfernt hat von dem harmlosen Teenieblättchen meiner Jugend und zu einer Art Topmodel-Jury in Medienform geworden ist. Und da wundert sich noch irgend jemand darüber, dass 80% der essgestörten Kinder und Jugendlichen Mädchen sind.

            Die überaus dünne Stellungnahme, die man dort gestern veröffentlicht hat, zeigt, dass die das Problem gar nicht sehen. Einige der Punkte auf der Liste seien „absolut unglücklich“ und das war’s. Die checken einfach nicht, dass der grundlegende Kurs falsch ist und mindestens fahrlässig mit den Jugendlichen, ihrem gerade erst sich entwickelnden Körper- und Selbstverständnis und ihrer Sexualität umgeht.
            Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.

          • @änni

            du (sorry, aber ich empfinde seit 20 jahren das duzen im internet als eines seiner angenehmsten eigenschaften) verstehst mein „problem“?

            ich bin ein mann. ziemlich old school, kurz vor dem 60. aber ich bin halt auch papa von dreien, die ich, was die geschlechterrollen angeht, lieber mal „buffy the vampyre slayer“ anvertraut habe, dort sind die mädels tough und die jungs – wenn nicht supercool wie angel oder spike – eher kleine verunsicherte würstchen.

            ich glaube, meine älteste hat bravo gelesen (backstreet boys fan in jenen tagen) studiert heute kunstgeschichte und ist aktiv bei der giordano bruno gesellschaft

            https://www.youtube.com/watch?v=2W60mvdb218

            es besteht also hoffnung ;-)

            ansonsten dachte ich immer, kinder lernen von uns, wir sind sozusagen ihre ersten rolemodels, von uns lernen sie die welt durch anschauung und eigentlich sollten sie danach halbwegs geerdet sein und in der lage, die dinge, mit denen sie konfrontiert werden, zu „erden“.

            [..] wenn die Mädchen beginnen sich auch
            [..] gerne mal abschotten von den Eltern

            das stimmt natürlich, aber das ist ja nur „temporär“. am ende liegt es dann doch an uns, ob wir halbwegs brauchbare vorbilder abgeben, oder?

  10. Ich stimme dir in deinem Text zu einem Großteil zu. Aber irgendwie lässt mich ein doofes Gefühl nicht los. Ich befürchte, dass die Bravo mit so einem Artikel wirklich den Mädchen (jedoch nicht der Gesellschaft) hilft.

    Entschuldigt wenn ich das alles nicht verstehe, aber ich bin nur ein 22 jähriger Junge. Es gab Zeiten, in denen ich so verknallt in ein Mädchen war, dass es mir egal war was ich an mir ändern muss, damit sie mich mag. Ich habe zwar nie die Bravo oder solche Magazine gelesen, aber ich glaube mich hätte so ein Artikel aufgefangen und mir weitergeholfen.

    Bei mir hat es auch einige Zeit gedauert, bis ich gelernt habe, dass es sinnlos ist sich zu verstellen. Nur wenn zwei Leute, die sich anziehen finden, treffen und sich so mögen wie sie sind und sich dabei frei entfalten können, kann eine gute Beziehung entstehen. (mag romantisch verklärt sein)

    Wieso ist es also so schlimm, den Mädchen bei ihren Problemen zur Seite zu stehen? Oder machst du dir Sorgen, dass nicht jedes Mädchen, die diesen Tipps folgt, irgendwann einsieht, dass man so auf Dauer nicht glücklich wird?

    • Natürlich ist es gut und richtig, jungen Menschen, Jungen wie Mädchen, durch diese ganzen Verwirrungen der Pubertät zu helfen und sich ihrer Probleme anzunehmen. Gegen eine Liste mit Tipps habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Aber eine solche Liste kann doch auch (stark vereinfacht) lauten
      1.) Verbiege Dich nicht
      2.) Sprich mit Deinem Schwarm über gemeinsame Interessen
      3.) Zeig ihm/ihr ehrlich, wenn Du traurig bist – jemand, der Dich in diesem Moment fallen lässt, tut Dir eh nicht gut
      usw.

      Statt aus den Mädchen reine Modepüppchen zu machen, die sich den ganzen Tag verstellen sollen, könnten Ratschläge doch auch helfen, den Kindern wichtigere Werte zu vermitteln. Mut, Rückgrat, Ehrlichkeit, Offenheit, eigene Grenzen erkennen und abstecken. Wie soll ein Mädchen, dem allen Ernstes geraten wird, sich ganz den Interessen des Jungen anzupassen, eigene Grenzen behaupten?

      Ich schrieb es weiter oben schon: eine BRAVO-Liste macht noch keine verhunzte Pubertät, aber eine BRAVO-Liste, 73 Staffeln Germany’s Next Topmodel, Popsternchen, die selbst noch fast Kinder sind, suggerieren alle eins: sei hübsch und gib keine Widerworte, dann wirst Du gemocht/hast Erfolg. Wenn man sich den Diätwahn und die Shoppinglust junger Frauen anschaut, habe ich große Zweifel, ob viele den emanzipatorischen Schritt schaffen, sich von dem Druck, zuallererst hübsch zu sein, zu lösen, der Dir gelungen ist.

  11. Bin (wie bestimmt noch viele) über den Bildblog auf dich gestoßen und fühlte mich an die Zeitschriften erinnert, die ich mit 12-14 so gelesen habe.
    Habe mir den Artikel dann auch nochmal im Google-Cache angesehen und es ist einerseits wirklich erschreckend, weil ich weiß, wie kleine Mädchen beim Lesen denken, dass sie einfach nur so sein müssten, um beliebt und anerkannt zu werden (zumindest war es bei mir damals so), aber zwischendurch merkt man einfach die ganze Zeit, wie absurd es eigentlich ist, wenn so Sätze wie „Je entspannter Du Deinem Aussehen gegenüber bist, umso schöner wirkst Du!“ vorkommen und man sich fragt, warum vorher detailliert erklärt wurde, wie man aussehen soll.
    In dem Alter, in dem man die Bravo liest, denkt man noch nicht differenziert über die Aussagen solcher Artikel nach, sondern nimmt es einfach an. Und selbst, wenn man sie nicht versuchen, es umzusetzen, haben vor allem die eh schon schüchternen Mädchen oft noch lange im Kopf, dass sie ja eigentlich so sein müssten.

    Eine sehr gelungene Analyse. Ich hoffe ja, dass die Bravo-Redaktion sich nach dem Protest, der auf den Artikel folgte, vielleicht doch mal Gedanken darüber macht, wie sowas auf ihre Zielgruppe wirkt.

  12. Sehr guter Text und endlich weiß ich auch, wieso Frauen manchmal mit gekreuzten Beinen in der Gegend rumstehen.

    • Ja. Außerdem scheint der Zusammenhang „übertriebene Keuschheitserwartung an Mädchen –> kein Sex für Jungen“ den meisten noch nicht klar zu sein. Wenn wir Mädchen von klein auf beibringen, die Schenkel zusammenzukneifen, dann gibt es niemanden, mit dem die Jungs schlafen können.

  13. Es ist so frustrierend. Seit ich vor 30 Jahren die Bravo gelesen habe, ist es nicht besser, sondern schlimmer geworden – in meiner Erinnerung waren die Tipps damals nicht ganz so krass. Für Mütter von Töchtern ist es wirklich schwierig, bei dieser Dauerberieselung mit gegendertem Schrott (Topmodel, Lego Friends), den Kindern beizubringen, dass sie keine Püppchen sind, sondern Personen.

  14. Ich fand die Auflistung auch ziemlich hart, allerdings war ich am Ende auch etwas erlustigt. Da wird in 99 Tipps Mädchen erzählt wie sie sein sollen, um dann als 100. Tipp zu schreiben „Sei du selbst“. Das sorgte dann schon für einen Lacher.
    Aber wenn wir mal ehrlich sind, die Liste ist nur deswegen so krass weil sie für Teenies geschrieben ist, andererseits stehen solche Dinge andauernd in Frauenmagazinen. Geschrieben von Frauen. Wen wundert es da, dass sowas auch in der Bravo steht.

    • Der Mist, den Frauenzeitschriften (ich bevorzuge die Bezeichnung „antifeministische Drecksblätter“) Frauen raten, ist natürlich genauso scheiße. Aber es macht in meinen Augen eben einen Unterschied, ob der Rezipient erwachsen, mündig und grundsätzlich dazu in der Lage ist, Inhalte einzuordnen, oder ob er das nicht ist. Und 13-jährige Mädchen sind das nicht. Ebensowenig wie 13-jährige Jungs.

  15. Guter Artikel. Das einzige was ich zu bemengeln habe ist ein etwas romantisierter Blick auf die Vergangenheit. Leider hat die Bravo schon immer diese Art von Propaganda gefahren. Der Unterschied heute ist nur ein sensibilisierterer Blick, und der auch nur von Leuten die nicht zur Zielgruppe gehören. Es ging nie um Musik. Es ging immer nur darum Konsumenten heranzuzüchten und um Ideale gegossen aus Plastik und Weichmachern. Die Zielgruppe ist eine Gruppe pubertierender Kinder. Einer Phase des Mensch seins die jede Grausamkeit begeht um so konformistisch wie möglich zu sein. Egal ob wir von selbstvertsümmelung oder verstümmelung von anderen Reden. Und dazu gehört dann auch das Slutshaming and gay bashing in Jungen und Mädels Cliquen. Ich begrüsse jeden der schon im zarten alter diesen Schwachsinn durchschaut und solche Medien boykotiert doch warne auch dass der daraus folgende Ausschluss aus der Gesellschaft die optionen für dein späteres Leben sehr einschränken wird.

    • Auch schön, dass man die Stellungnahme mit „Bitch“ bewerten kann. Das hilft bestimmt ein weniger feindliches Frauenbild auf zu bauen.

  16. Ob es da eine Chance auf Veränderung gibt, auf verantwortungsvollen Umgang mit den jungen Leserinnen? Verunsicherte Wesen, die sich modifizieren zu müssen glauben, sind gute Konsumenten; keine Jugendzeitschrift wird es sich mit Werbekunden verderben wollen.

  17. Die ganze Debatte ist doch lächerlich. Das ist der gleiche Schmu, den Frauenzeitschriften und natürlich die Bravo schon seit Jahrzehnten verbreiten. Wenn Frauen das wären, was sie von sich behaupten, nämlich mündig, selbstbestimmt und gleichberechtigt, dann könnte ihnen solche Artikel doch völlig egal sein. Guckt mal 20 Minuten DMAX oder lest Men’s Health – das da servierte Männerbild ist auch finsterstes 20. Jahrhundert, aber darüber regt sich seltsamerweise niemand auf.

    • Entschuldigung, aber dass sich Männer kaum über ein veraltetes Männerbild beklagen, könnte auch daran liegen, dass dieses Bild überwiegend positive belegte Eigenschaften transportiert. Der starke, strahlende Held, der abwechselnd die Welt und seine Liebste rettet, so möchten einfach viele Männer gerne sein. Das Bild ist genauso antiquierter Käse wie ein überkommenes Frauenbild, aber der Unterschied ist der: das männliche Ideal ist ein leistungsorientiertes, das man bewundern kann, und das deshalb dazu ansport, ihm zu entsprechen. Das weibliche Frauenbild propagiert Schwäche, Passivität, Naivität und Ängstlichkeit. Niemand, den ich kenne, will so sein und deshalb schreien viele von denen, die ich kenne, bei diesem Bild eben lauter auf. Blöd finde ich beide, weil sie genau eine Sache tun: Menschen – Männer und Frauen – unfrei machen.

      Nebenbei, und ich betone das gerne noch einmal: der Artikel der BRAVO richtete sich nicht an Frauen, sondern an Kinder und sehr junge Mädchen. Wenn ich mich hier aufrege, dann tue ich das nicht, weil ich selbst dadurch in eine Rolle gedrängt werde, sondern Menschen, die eben noch nicht mündig und selbstbestimmt sind.

      • Ist das so? Sind die Ludolfs oder diese schnauzbärtigen Choppertypen ein positives Männerbild? Der sixpackgestählte Manager, der scheinbar nur im Unterhosen rumrennt, wenn er nicht gerade Boss-Anzüge trägt? Der untersetzte Grillprofi? Ist es nicht viel eher das Äquivalent zu dem, über das sich Frauen hier im Internet ständig beklagen? Was das Weibchenbild angeht: Ja, es ist überholt. Und trotzdem scheint es bei einer Reihe Frauen gut anzukommen, sonst würden Zeitschriften, Filme und so weiter nicht genau dieses Bild bei ihrer Zielgruppe propagieren. Oder um es wirtschaftlich zu sagen: Ohne Nachfrage kein Angebot. Gilt natürlich auch für Männermedien.

        • So gesehen wirkt es natürlich nicht erstrebenswert. ;) Ich meinte eher Sachen wie die Kontrolle haben, Herr der Lage sein, kurz: das Anführersein. Beim Anführerbild geht es nicht um Optik, deshalb stört der Schnauzbart oder der Bauchansatz nicht. Wofür ist denn der Umgang mit Autos, schweren Maschinen, Hightech-Grill usw. Synonyme? Für die Herrschaft des Mannes über X.
          Wir sind uns im großen Ganzen ja einig, Frauen selbst sind die ärgsten Reproduzenten von Regeln für Frauen und mit diesem Umstand muss man sich befassen. Wenn Frauen selbst so stark mithelfen, andere Frauen zu gängeln und unfrei zu halten, dann ist die nächste Frage, warum das so ist. Warum reproduzieren Frauen und Männer das Diktat so bereitwillig? Ist es am Ende doch nicht nur die kulturelle Prägung von außen? Ich habe darauf noch keine befriedigende Antwort, schreibe über die Frage aber gerade ein Buch.

          • Nun muss man aber auch sagen, dass das „Diktat“ eben nicht zwangsläufig mit böser Absicht geschieht. Auch wenn es derzeit Mode ist, Geschlechterrollen soziologisch zu hinterfragen, scheint es mir doch, auch mit Blick auf andere Lebewesen als den Menschen, dass Geschlechterrollen eben auch etwas, nunja, mit dem Geschlecht zu tun haben.

            Der Mensch hat zweifellos die Möglichkeit, diese Rollen zu hinterfragen und zu ändern und klar bin ich ganz klar der Ansicht, dass Frauen gleichberechtigt sein sollen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass jemand, der wählen und in Dax-Vorständen sitzen darf, auch seine Koffer selber schleppen und seinen Computer selbst reparieren kann bzw. jemanden dafür anheuern/bezahlen kann. Genau hier, in Situationen, wo es von Vorteil ist, fallen die meisten Frauen, die ich kenne, nämlich in die klassische, in dem BRAVO-Artikel beschriebene Weibchenrolle zurück, klimpern mit den Augen und lassen sich helfen. Und genau da ist meiner Ansicht nach auch die Antwort auf Deine Frage zu finden.

            Ich denke, wir sollten dieses ganze Thema weniger verbissen sehen. Die Frauen in der westlichen Welt sind in ihren Rechten heute weitestgehend unbeschränkt, im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Welt übrigens, deren Frauenpolitik dringenderen #Aufschrei-Aktionen bedürfte als ein BRAVO-Artikel. Was jede Frau (und jeder Mann, denn alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich!) draus macht, bleibt natürlich ihr überlassen. Und wenn die Person BRAVO-Tipps für mehr Weibchensein lesen will, um mehr Weibchen zu sein… meine Güte, dann lasst sie doch.

          • Ich sehe das, wenn es um 10- bis 15-jährige geht, etwas anders. Die sind auf der Suche nach einer Anleitung, nach der sie sich richten können. Und wenn die Anleitungen, die sie finden und die von Erwachsenen geschrieben werden, – in diesem Fall – die Mädchen klein halten, dann bin ich der Meinung, dass man die Kinder davor schützen muss.

  18. Sehr guter Artikel, der das Problem von Seiten der Mädchen wunderbar beleuchtet.
    ich möchte aber auch darauf hinweisen dass auch den Jungen ein völlig schräges Männerbild eingeimpft wird. Denn bei ihnen wird in einer Zeit der Selbstfindung ein vollkomen schräges Bild des anderen Geschlechts in den Kopf gesetzt.
    Sie lernen daraus Dinge wie: Ein Mädchen, dass viel Haut zeigt ist eine Schlampe! (unglaublich kann mich garnicht genug darüber aufregen) Frauen müssen sich sexy geben um begehrenswert zu sein. Laute Mädchen sind unatraktiv usw.
    So werden auch die Jungen auf alte Rollenmodelle geeicht und dazu angehalten bestimmtes weibliches Verhalten zu belohnen/bestrafen.

  19. Zu Meike,
    Das klassische Männerbild wirkt nicht so positiv wie du glaubst sondern ist eine Falle in der die meisten Männer stecken. Es verlangt von den Männern keine Schwächen zu zeigen und in der Lage zu sein alle Probleme locker zu lösen. Dieses Bild zwingt uns einem Ideal hinterherzulaufen, dass nicht zu erfüllen ist, denn wir sind nur Menschen. Es führt dazu, dass Gefühle unterdrückt werden, quälender innerer Einsamkeit (denn darüber sprechen gillt als Schwäche) und einer ungeheuren Diskrepanz zwischen dem eigenen Ich und dem was Mann nach aussen zeigen muss. Das Problem beim Aufwachsen junger Männer ist eben, dass es zu diesem Bild keine gesellschaftlich anerkannte Alternative gibt. So spielen sie den Macho um andere zu überzeugen, dass sie richtige Männer sind oder den einsamen Wolf. Woran hält sich ein Mann, wenn er nicht so sein will? An nichts, es gibt nur Karikaturen eines anderen Männerbildes, wie z.B. den allseits verlachten Softie. Das vorherschende Männerbild ist also nichts als ein goldener Käfig. Und das sich niemand beschwert liegt daran, dass auch das unmännlich ist.

  20. „Es ist bedauerlich, dass 40 Jahre Frauenbewegung nicht weniger Druck zwischen den Geschlechtern, sondern mehr erzeugt haben, dass die Fronten so verhärtet sind wie nie zuvor“ – wenn mir jetzt noch jemand schlüssig erklären könnte, *warum* das so ist, würde mein Blutdruck (und der vieler anderer Leute?) deutlich sinken.

    • Ich habe keine definitive Antwort auf deine Frage, aber eine Hypothese. Das Männer- und Frauenbild, was die Frauenbewegung propagiert, ist ein „Du darfst alles machen, zieh einfach dein Ding durch“. Dadurch hat sich, das darf man nicht vergessen, in den letzten zwei, drei Jahrzehnten sehr viel verändert. (Beispiele: Pilotinnen wurden bei der Lufthansa erst Ende der 1980er unter großem Protest eingeführt, Abschaffung der Straffreiheit der Vergewaltigung in der Ehe 1997(!) gegen(!) große Teile der CDU, Ministerinnen in „harten“ Ressorts wie Verteidigung und Justiz usw.)

      Es ist aber verdammt schwer, „das eigene Ding“ zu machen, denn es kann dabei ja auch gar keinen festen Maßstab geben, wie erfolgreich man das tut. Viel einfacher ist es, sich an vorgegebenen Mustern und Rollenbildern zu orientieren – was ein großer Teil der Gesellschaft macht und dementsprechend auch von anderen einfordert.

      Selbst als heterosexueller „biodeutscher“ Mann, also in einer überaus privilegierten Ausgangsposition, wird man von vielen mehr als schief angeschaut, wenn man „sein Ding“ macht. In meinem Fall ist das sogar eine „männertypische“ Naturwissenschaft. Die Vorstellung, dass jemand bereit ist, etwas schwieriges zu machen und sich in etwas reinzuhängen, ohne dass am Ende (und natürlich möglichst schnell) das große Monatsgehalt in sicherer Festanstellung winkt, wird häufig als irritierend und (negativ) „anders“ wahrgenommen. Mitgeteilt wird das einem natürlich auch ständig direkt und indirekt. Ich kann mir kaum ausmalen, was Frauen in „unweiblichen“ Feldern an sozialem Druck erleben.

      Langer Rede kurzer Sinn: Es ist einfacher, sich an ein Schema zu halten, denn es lässt sich daran ganz einfach überprüfen, ob man selbst „richtig“ ist und sich in seiner Person bestätigt fühlen darf.

      Eine Lösung dafür habe ich leider nicht und würde mich freuen, wenn meine Hypothese widerlegt würde.

  21. Schön geschrieben – bis auf den ersten Teil. Warum noch mal hat es nun auf ach so autonome erwachsene Persönlichkeiten (der Mensch ist in jedem Alter ein soziales Wesen!) keinerlei Auswirkungen, wenn so etwas ein in der Gesellschaft noch immer propagiertes Frauenbild ist? Und wenn man das anprangert, ist man schwach und nimmt eine Opferhaltung ein. Sorry: Nein!

  22. In einem Kommentar schreibst du: „Warum reproduzieren Frauen und Männer das Diktat so bereitwillig? Ist es am Ende doch nicht nur die kulturelle Prägung von außen?“
    Nach meinen eigenen Erfahrungen und dem was ich über den noch mehr als präsenten Neandertaler in uns gelernt habe, würde ich sagen, der kulturelle Einfluss von außen folgt dem Diktat des genetischen urzeitlichen Erbes. Die Handvoll Männer, die eine Frau sexuell und partnerschaftlich anziehend finden, die mindestens so gebildet, so clever, so handwerklich begabt ist wie sie, selbstbewusst auftritt, nicht den Mund hält, wenn sie ihre Vorstellung geben, auch Feuer machen und die Familie ernähren kann und die sich weder anmalt noch anzieht, um ihm zu gefallen, sondern so, wie es ihr gefällt – die reicht einfach nicht aus für alle Frauen. Ich glaube, dass da mehr Genetik als Medienprägung drinsteckt und dass alle diese Tipps – so abstoßend sie uns auch vorkommen als Leitbild für unsere Kinder – immer noch bestens funktionieren, weil der Neandertaler im Mann darauf anspringt.
    Ich kenne sehr viele Frauen die klug, stark, interessant, wordgewandt, attraktiv, beruflich erfolgreich, handwerklich begabt, lebenstüchtig, selbstbewusst, nicht auf den Mund gefallen, selbständig und sozial kompetent sind, sich keinem Beautydiktat beugen oder sich sonstige Vorschriften machen lassen, wie sie ihr Leben zu leben, sich zu verhalten oder auszusehen haben. Sie sind alle Singles.

    Lieber Gruß,
    Katja

    • Das liest sich für mich über weite Strecken so, als ob diese Frauen vor allem unfähig zu den Kompromissen sind, ohne die Partnerschaften nun mal selten funktionieren – ich sehe da einen ziemlich dünnen Grat zwischen sozial/beziehungsmäßig förderlicher Selbstbehauptung einerseits und sterilem Beharren auf der eigenen Unabhängigkeit und dem Ich-lasse-mir-von-niemandem-was-sagen-weil-sonst-meine-mühsam-errungene-Autonomie-flötengeht andererseits. Wahrscheinlich habe ich als Mann aber auch einfach reden, was das angeht.

      • Stopp. Kompromisse IN einer Partnerschaft sind richtig und wichtig. Kompromisse UM überhaupt eine Partnerschaft zu bekommen, m.E. nicht. Wenn es nicht funkt, funkt es nicht – da hilft auch Verstellen und Verbiegen nichts.
        Ich war selber über 7 Jahre Single und der Grund lag natürlich auch in meiner mangelnden Bereitschaft, mich dem Mann anzupassen, ja. Der andere Teil lag darin, dass die eine Hälfte der Männer eine hübsche Frau mit Doktortitel wie eine Trophäe ansehen und die andere Hälfte sich von dem Titel eingeschüchtert fühlt. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich den Spruch „Du bist mir zu anstrengend“ gehört habe, weil ich mich nicht unterordne, Dinge hinterfrage und Raum für mich beanspruche. Männer wollen keine Herausforderung als Partnerin, nur als Affäre.

        • Meine spontanen Reaktionen:
          Ich war eigentlich schon fertig und finde das „Stopp“ unangebracht aggressiv. Sowas wie „Einspruch“ scheint mir sinnvoller für eine produktive Diskussion. Ja, da bin ich sehr empfindlich. Und, um Mißverständnissen vorzubeugen, auch gegenüber Männern.
          Die Unterscheidung zwischen „in“ und „um“ leuchtet mir ein.
          Ohne daß ich dir deine Erfahrungen bestreiten will – gab es wirklich überhaupt keine Männer im Mittelfeld zwischen den beiden Extremen? Vielleicht waren die auch einfach nicht richtig wahrnehmbar?
          Eine zugegebenermaßen klischeehafte, aber nicht völlig unrealistische Erwiderung auf „Männer wollen keine Herausforderung als Partnerin, nur als Affäre“ wäre: „Herausforderungen habe ich in der Arbeit jeden Tag mehr als genug – wäre schön, wenn der Streß wenigstens bei meiner Freundin nicht weitergeht.“ Ja, Männer sind oft wirklich so schlicht gestrickt, und der gegenwärtige Leistungs- und Selbstoptimierungsdruck, den auch Männer deutlich spüren, dürfte kaum dazu beitragen, da was zu verändern.

          • > gab es wirklich überhaupt keine Männer im Mittelfeld zwischen den beiden Extremen?

            Meiner subjektiven Erfahrung nach gibt es diese Männer tatsächlich nicht, jedenfalls nicht besonders häufig. Für Frauen gilt das übrigens umgekehrt genauso.

            Entweder, eine Person ist aus sich heraus* eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit mit eigenem Kopf. Diese Personen suchen ebensolche als Partner. Oder, man ist nicht so selbstsicher und zieht sein Selbstwusstsein in erster Linie aus dem Vergleich mit anderen. Gerade diese Männer haben – auch aufgrund der gesellschaftlichen Erwartung – Angst, von ihrer Partnerin (vermeintlich) in den Schatten gestellt zu werden. Da ist ein „blondes Dummchen“ die bessere Partie.

            Alternativ einfach die Frage: Wie viele Männer stellen für die Karriere der Partnerin die eigene hintenan, um die Beziehung zu ermöglichen? Männer sind wohl kaum so dermaßen viel schlauer, ehrgeiziger und erfolgreicher, als dass das nicht ungefähr genauso häufig vorkommen müsste wie der umgekehrte Fall.

            (Und da natürlich auch wieder: Wie wird das dann in der breiten Gesellschaft bewertet? Die Männer, die ich kenne, müssen sich selbst von vordergründig modernen, aufgeklärten Männern wie Frauen jede Menge dummer Sprüche anhören.)

            * Das soll nicht heißen, dass das etwas naturgegebenes ist. Ganz im Gegenteil ist das etwas, was man durch Erziehung werden und/oder sich erarbeiten kann.

        • Meine Liebste ist „eine hübsche Frau mit Doktortitel“. Das geht. Das geht, wenn man(n, aber auch frau) davon abkommt (oder gar nicht erst dahinkommt), andere vordergründig nach ihrem „Stand“ zu beurteilen, sondern entdecken kann und will, dass man jemanden auch dann lieben, wertschätzen usw. könnte, wenn man mit ihr/ihm quasi „nackt“ auf einer einsamen Insel ausgesetzt werden würde. Also reduziert auf sich selbst, auf das, was einen als „reinen“ Menschen ausmacht.

          Ich sach‘ immer: Ich habe keine Angst vor klugen Frauen, ich hab Angst vor dummen. Ich finde auch nicht selbstständige, selbstdenkende Frauen „anstrengend“, sondern unselbständige (weil mir die Rolle des „Lehrers“ und „Aufpassers“ einfach unangenehm ist).

          Ich denke, dass viele Männer mit eigenständigen Frauen ein Problem haben, weil sie befürchten, dass ihr Beschützerinstinkt ins Leere laufen würde. Das kann im konkreten Falle so sein, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass oftmals gerade eigenständige Frauen sich den „Luxus“ leisten, auch mal zu sagen: das kannst du besser als ich, da lass ich dich jetzt einfach mal machen. Das angestrengte Bedürfnis, beweisen zu müssen, „den Nagel auch selbst in die Wand zu bekommen“, hab ich eher bei denen erlebt, die weniger selbstständig waren.

          Mein persönliches Fazit ist also recht paradox: wer als Mann (u. a. ich) seinen Beschützerinstinkt mehr mit einer gewissen Leichtigkeit, Fröhlichkeit und auch Augenzwinkern ausleben möchte, kann das am ehesten bei einer Frau, die darauf gar nicht angewiesen ist. Denn wenn sie darauf angewiesen ist oder das – bewusst oder unbewusst – einfordert, dann geht das Spielerische verloren und wird zur Pflicht. Dann wird es – Zitat: „anstrengend“.

      • Ich schrieb, die Frauen sind klug, stark, interessant, wordgewandt, attraktiv, beruflich erfolgreich, handwerklich begabt, lebenstüchtig, selbstbewusst, nicht auf den Mund gefallen, selbständig und sozial kompetent, beugen sich keinem Beautydiktat und lassen sich keine Vorschriften machen wie sie ihr Leben zu leben oder sich zu verhalten haben.

        Jetzt bin ich irritiert. Woraus liest du, dass eben jene Frauen unfähig zu Kompromissen wären und steril auf ihrer Unabhängigkeit beharren würden? In welchen der obigen Attribute ist das enthalten, oder tritt als Folge oder Begleiterscheinung davon auf?
        Zumal Menschen, die beruflich selbständig sind, eine Firma leiten, womöglich Angestellte haben, das nicht wären und lange bleiben würden, wenn sie nicht sehr kompromissfähig udn sozial kompetent wären. Da ich diese Frauen alle kenne, kann ich sagen, dass sie zwar nicht bereit sind, sich dem Willen eines Mannes unterzuordnen – aber absolut, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, darin zu Kompromissen bereit waren, die nicht mal ich eingegangen wäre, sehr zuverlässig, achtsam, aufmerksam, liebevoll sind. Wenn ich ein Mann wäre, ich würde sie sofort nehmen.
        Dass du meine Beschreibung als Indiz dafür nimmst, dass Frauen mit solchen Eigenschaften beziehungsunfähig wären, ist eine 100%ige Bestätung des Bravo-Klischees. Bingo.

        Gruß, Katja

        • Vielleicht reden wir hier auch einfach aus unterschiedlichen Perspektiven von verschiedenen Sachen. Ich muß gestehen, daß ich keine rechte Vorstellung davon habe, wie die alltäglichen Geschlechterverhältnisse außerhalb meines Milieus (städtischer Geisteswissenschaftler, mit verpartnerten Freunden/Freundinnen aus dem selben Milieu) aussehen, aber gerüchteweise gehört habe, daß es tatsächlich auch in der berühmten „Mitte der Gesellschaft“ oft so ist, daß Frauen von Männern unterdrückt werden. Es fällt mir aber sehr schwer, diese Unterdrückung tatsächlich für real zu halten, sie liegt einfach jenseits meines Vorstellungsbereichs (auch wenn mir irgendwo sehr, sehr unklar schwant, daß es schon in Giesing in Sachen „Geschlechter auf Augenhöhe“ anders aussehen mag als in der Maxvorstadt).
          Vor diesem Hintergrund halte ich weibliches Selbstbewußtsein oder vielleicht besser gesagt weibliche Selbstbestimmung für eine nicht erwähnenswerte Selbstverständlichkeit und werde mißtrauisch, wenn das extra betont wird. Von daher habe ich Sachen wie „selbstbewußt und nicht auf den Mund gefallen“ als Schönfärbung für ein übersteigertes und tatsächlich beziehungsunfähig machendes Selbstbewußtsein interpretiert, während es für dich wohl tatsächlich etwas bezeichnet, das, ich sehs ein, an vielen Orten eben nicht selbstverständlich, aber – da stimme ich dir sofort zu – sehr wünschenswert ist.
          Hm. Vielleicht wäre es generell ein lohnender Ansatz, bei Geschlechterverhältnisdiskussionen möglichst deutlich zu machen, aus welcher Perspektive (Ort, Familie, Erziehung, Job,…?) man gerade spricht, damit es etwas differenzierter und damit auch produktiver zugeht? Damit ist jetzt niemand speziell gemeint, einfach ein Vorschlag ins Blaue hinein.

    • Hallo,

      ich bin durch „Bildblog“ auf den Artikel aufmerksam geworden.
      So schlimm er sich der BRAVO Artikel auch liest, noch schlimmer ist es das die Tipps ein voller Treffer sind (die meistens jedenfalls). Damit bekommt man erschreckenderweise echt jeden „süßen Typen“ … wenn es nicht ums behalten geht.
      Da will ich mich auch nicht ausschliessen, denn ich bin selbst erst vor ein paar Jahren in diese Falle getappt. Und das trotz ausreichend guter Vorbilder im Familienkreis (Mutter, Schwester).
      Nennt es evolutionsbedingt oder wie ihr wollt, leider funktioniert die Masche immernoch ausgezeichnet.

      Ich bin jetzt wieder auf der Suche nach der „klug, stark, interessant, wordgewandt, attraktiv, beruflich erfolgreich, handwerklich begabt, lebenstüchtig, selbstbewusst“ Frau die ja alle noch Single sind.
      Wünscht mir Glück!
      Und ich hoffe es kommt nicht wieder was dazwischen ;)

  23. Ach so:
    Umgekehrt springt auch die Neandertalerin in den meisten Frauen heute noch willigst auf das „toller starker Held“-Ding an. Kann die meisten Mammuts erlegen und somit das Gedeihen ihrer Brut sicherstellen…

    • Klar, es steckt mehr „Natur“ in uns allen als die Frauenbewegung wahrhaben will. Die Kunst ist jetzt, herauszufinden, wie viel. Wo fängt es an und wo hört es auf? Und wie können wir trotzdem eine gerechte Gesellschaft mit minimaler Normativität und maximalen Möglichkeiten für Mädchen und Jungen, Männer und Frauen erreichen?
      Ich spüre dem gerade nach und komme vom 100. ins 1000. – die Frage ist definitiv nicht mit ein, zwei Sätzen zu beantworten, weil sich an vielen Stellen Widersprüche auftun, die erst gelöst werden müssen.

      • Sicher muss ein Anfang gemacht werden und von dem sind wir heute weiter entfernt als vor 40 Jahren. Ich habe als Kind meine schulfreie Zeit mit Lego und in dreckigen Jeans mit einer Horde Gleichaltriger, Jungs wie Mädchen, „in Freiheit“ verbracht, Völkerball gespielt, Höhlen gegraben, heimlich im Fluss gebadet und Schlachten um Bandenquartiere geschlagen. Damals war das völlig normal.
        Für heutige Mädchen undenkbar, die glauben, sich schon mit 10 in Tussis nach Medienvorbild transformieren zu müssen, um „richtige Mädchen“ zu sein und gesehen zu werden, etwas „wert“ zu sein. Ein Rückschritt an freier Entfaltung und Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühl, den ich furchtbar finde. Ist das jetzt eine realitätsferne, schräge Ausgeburt des Trends „zurück zu unseren Wurzeln“?
        Die Realität sieht nun mal so aus, dass sich die Gesellschaft wandelt, hin zu gleich starken, ebenbürtigen Geschlechtern, was Bildung und Beruf angeht, aber sich die Prämissen, nach denen die hormonell gesteuerte Lebenspartnerwahl getroffen werden, noch nicht dem gesellschaftlichen Wandel angepasst haben. Das wird zwangsläufig mit der Zeit passieren, wenn es immer weniger duldsame, ausschließlich süße, sich klaglos unterordnende Weibchen gibt. So in 10 Millionen Jahren. Die Evolution ist eine Schnecke. Wahrscheinlich ist die Menschheit bis dahin also ausgestorben, es sei denn, man nimmt die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Mann und Frau zurück. Die Bravo arbeitet daran.

        Gruß, Katja

  24. Liebe Meike,
    Danke für Deine Worte. Als jemand, die in der Pubertät sehr gerne an solchen „so musst Du sein, damit du gemocht wirst“-Listen Halt & Orientierung gefunden hat, muss ich zugeben, dass ich zwanzig Jahre später mit diesem Ansatz sichtbar gescheitert war.
    Weil ich nicht wusste, wer ich eigentlich bin und immer nur gemacht habe, von dem ich dachte, dass andere Männer es toll fänden, hatte ich bis Mitte 30 keine wirklich langfristig erfolgreichen Beziehungen oder nur solche, die das Etikett „(Co-)Abhängigkeit“ verdienten.
    Natürlich hatte ich mir solche Verhaltensmuster nicht nur im privaten/ Beziehungskontext angeeignet, sondern auch insgesamt, also auch im Beruf – Burnout war die Folge.

    Liebe Bravo-Redaktion,
    wollt ihr wirklich aus unserer zukünftigen Generation eine Fortsetzung dessen machen, was heute schon den Mainstream darstellt – angepasste, ihr Licht unter den Scheffel stellenden Einheitsmenschen?
    Was unsere Gesellschaft viel mehr braucht, wie ich finde, sind aufgeklärte, selbst-bewusste, denkende Menschen mit den Ecken und Kanten, die sie nun mal haben.

    Viele Grüsse
    Wordakupressur by CB

    • Danke für diese sehr persönliche Offenbarung, aber ich vermute, bei einer emotionalen oder sexuellen Abhängigkeit im Erwachsenenalter sind die Ursachen etwas komplexer als ein falscher Satz der Eltern oder eine normative BRAVO-Liste in der Jugend. Nicht, dass die nicht ganz ungünstig mitwirken, verstärken oder der Tropfen sein können, der das Fass zum Überlaufen bringt, aber als alleinige Ursache so verheerender Auswirkungen scheint mir das doch zu wenig.

  25. Zeitschriften sind allgemein Schrott. Mens Health:“ Sixpack in 3 Tagen“ „So kriegst du jede rum“ Bild der Frau: „5 Kilo in 3 Tagen weniger“ Cosmopolitan: „Der perfekte Blowjob“ Ach ja der Knaller war vor ca. 2 Jahren. (ich arbeitete zu der Zeit im Buch-und Zeitschriftenhandel) Zeitgleiches erscheinen. Mens Health: “ So betrügst du sie ohne das sie es merkt“ Womans Health(!!!!): „So verhinderst du das er fremdgeht“ Wer liest den Schrott? Und wer den Mist liest ist ist es auch selbst in Schuld. Da kommt mangelnde Bildung durch…. Klar bei Teenies ist das nochmal eine Stufe härter. Aber ich bin jetzt 30, wuchs mit Britneys Spears „Baby one more time“ auf, bauchfrei Tops und String Tangas. Emanzipation auch damals Fehlanzeige. Wobei wir damals als Teenies glaubten das genau das Emanzipation ist. Vielleicht Heisst Emanzipation auch einfach nur, das zu tun worauf man Bock hat. Wenn man taff sein will ok, wenn man ein Mäuschen sein will sollte das aber auch ok sein. Fazit: Sei wie du sein willst und fertig.

  26. Hatte mich schon vor ein paar Jahren über den Kommentar einer Pubertierenden im Spiegel (?) gewundert: „Klar blase ich, wie soll man sonst Jungs dazu bringen, einen zu mögen?“

    Wusste gar nicht, dass es auf das von Jungs gemocht werden ankommt…

  27. Das die Bravo die letzte Quelle ist von der man sich Ratschläge für das Leben holen sollte, ja! Wieso kaufen Jugendliche diesen Quark, weil Menschen mit finanziellen Interessen Ihnen vorgaukeln es wäre vorteilhaft in gewisser Art und Weise auszusehen und sich zu verhalten. Der Wolf will entscheiden wo die Schafe weiden.
    Trotzdem sind wir Menschen und brauchen auch Ratschläge und Strukturen von der Gesellschaft.
    Ich will keine Frau die allen ihre Schönheit präsentiert und sich bewundern lässt für etwas, dass sie nicht in der Hand hat. Ich finde Frauen die nicht dem Schönheitsideal entsprechen oft sehr viel attraktiver als solche mit schlanker Taille aber schlechtem Charakter. Das wichtigste in einer Beziehung ist doch, dass man sich aufeinander verlassen kann und sich nicht betrügt sondern gemeinsam den Weg des Lebens gehen will. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich mag es auch nicht wenn Frauen der Boss sein wollen, für mich ist das nicht passend.

  28. […] 4. Für große Aufregung sorgte dieser Woche ein Beitrag der BRAVO, indem die Redaktion 100 Tipps (Spoiler: es fehlten ungefähr 15 Tipps in der Auflistung, was aber nicht der Kern des Anstoßes gewesen ist) gibt, mit denen Girls (Originalsprache der Zeitschrift) jeden Boy (jaha. So spricht die Jugend doch…oder?) für sich gewinnen können. Viel lesenswerter als der Originaltext ist allerdings Frau Meikes Kommentar: Das passive Mädchen oder #FlirtennachBravo […]

  29. Liebe Maike,
    danke dafür, dass du die Aufmerksamkeit mal wieder auf ein wichtiges Thema lenkst. Ich sehe deinen Beitrag als dringende Erinnerung an den Kinder- und Jugendschutz, für den die ganze Gesellschaft (einschließlich Politik, Erwachsene, Eltern, Schule und Medien) Verantwortung übernehmen muss. Also wir alle. Wir sollten hinschauen und im Zweifel nicht untätig bleiben. In diesem Fall – auch ich könnte Kotzen ! – würde ich einem Teenager die Bravo keinesfalls verbieten, sondern versuchen, gemeinsam über die Rat-SCHLÄGE (und die Internetbeiträge diverser Anbieter zum Thema) zu sprechen, um das Reflektieren zu üben, damit das Selbstbewusstsein zu stärken und schließlich die Selbstfindung zu unterstützen.

  30. Naja,
    die Liste heißt „So fällst Du Jungs auf“ und nicht: „So bist Du Selbstsicher“.
    Die Tips funktionieren schon. Fragt sich also eigentlich schlicht was die Zielsetzung der jungen Leserin ist. Geht es Ihr darum leicht einen Typen zu angeln ist die Liste schon funktional, ohne ethische Bewertung, korrekt.

  31. Leider glaube ich, das allen, die sich über diese Liste aufregen Ihre Vergangenheit abhanden gekommen ist.

    Ich persönlich habe damals kein wort rausbekommen, wenn ich ein Mädchen toll fand und andersherum war das auch nicht anders. Und mal ehrlich ich glaube nicht das sich ein Mädchen oder Junge in der Pubertät auch nur den Hauch dieser Gedanken macht, wie die Kritiker dieser 100 Tipps.

    Selbst mit 20, 30 oder 40 ist das aufeinander zu gehen schwer oder schon mal den/die nette/n Fremde/n aus der Bahn nach seiner/Ihrer Nummer gefragt oder ihn auf nen Kaffee eingeladen.

    Hätte die BRAVO 100 Tipps für Jungs abgedruckt wäre alles in Ordnung gewesen. Aber bei Mädchen ist das natürlich ein sexistischer Eingriff in Entwicklung der werdenden Frau.

    Ich bin jetzt mal provokativ und stelle eine These auf!

    Das „neue“ Selbstbewußtsein der Frau sorgt dafür das immer mehr Menschen Single sind und die Geburtenrate sinkt. Denn Mädchen lernen nicht mehr auf Ihre Gefühle und Instinkte zu vertrauen, sondern werden von anderen Frauen beeinflusst an welche Werte und Normen sie zu glauben haben.

    Ich freue mich selber eine Partnerin gefunden zu haben in der weder Sie noch ich uns als dominant beweisen müssen. Hoffentlich kommt unsere Tochter nach uns!

    Und für alle Pubertierenden hoffe ich das sie eine Bravo zur Hand bekommen und sie sich nicht mehr oder weniger zu nutzen machen, wie wir es damals getan haben.

    LG

    • Sie haben aber schon verstanden, dass es nicht um die reine Existenz der Liste geht, sondern um das, was drinsteht, ja?

  32. Ja, das habe ich und ich wette mit Ihnen, das die Kids oder Teens, die diese Liste gelesen haben entweder wie wir früher sie mit einem herzlichen Lachen bedacht haben oder den ein oder anderen Tipp ausprobieren weredn.

    Jedoch wird kein Mädchen diese Liste an Ihre Wand nageln und für sich so bieder ernst nehmen, wie sie es darstellen. , Ebbenfalls wage ich zu bezweifeln das die Mädchen psychische Schäden davon tragen, die Sie in Ihrer Entwicklung so beeinträchtigen oder unterwürfiger ins weitere Leben gehen lassen.

    Ist es nich eher so, das selbst der kleinste dieser Tipps in der Pubertät von uns ein Höchstmaß an Mut und Selbstbewusstsein erfordert? Es sind doch eher Tipps wie man uns Männer programieren kann! Alles was Sie so negativ schildern würde jede Frau aus Intuition machen können!

    Nehmen wir einfach ein paar Ihrer negativ-Beispiele:

    … zu ihm aufblicken und sich extra tollpatschig geben (Tipps Nr. 20 + 38). Sie soll also so tun, als sei sie kleiner und hilfloser als er.

    reine Psychologie: Jungs glauben Sie sind stärker ( lassen wir dahingestellt, ob das stimmtoder nicht). Wieso sollte ein Mädchen das nicht ausnutzen. Sie sehen das negativ für Mädchen? Ich für die Jungs, denn die sind in dem Alter so berechenbar!

    Respekt vor dem weiblichen Geschlecht wird ihm in der Familie beigebracht, sofern
    es dort diesen Respekt gibt.
    ———————————————————————————–
    … passiv und/oder einladend sein (15, 17, 21, 24, 25, 26, 40). Und die Hemmschwelle für den männlichen Zugriff dadurch herabsetzen?

    1. Menschen haben eine natürliche Hemmschwelle, einer muss den Anfang machen, der Tipp könnte genauso für Jungs gelten.

    2. Die Gelegenheit macht den Täter und nicht die Art und Weise, wie sich das Opfer gibt.
    ———————————————————————————-
    … ihn in Gestik, Kleidung und Musikgeschmack nachahmen (18, 57, 65). Sie soll ihre eigenen Interessen also zurückstellen und sich seinen anpassen.

    Nein, da steht nicht gebe deinen eigenen Geschmack auf, sondern „Jungs sind dumm“, gib ihm die Chance für ein gemeinsames Gesprächsthema
    ———————————————————————————
    … möglichst oft alleine stehen (27, 28, 36). Separierung von der Herde, oder was ist das?

    auch das ist reine Psychologie: Ein Junge geht eher auf jemanden zu, wenn sich dieses Mädchen nicht gerade mit Ihren Freundinnen unterhält. Er hat nämlich Angst davor!
    ——————————————————————————–
    … sich nicht zu sexy kleiden, weil Jungs sie sonst schlampenhaft finden könnten (56).

    Spätestens hier müssten sie doch zustimmen, aber nein!
    ——————————————————————————–

    Ihre Auslegung dieser Tipps ist einfach nur haarsträubend und entbehrt jeder Grundlage, denn all diese Sachen machen Teeanager intuitiv jeden Tag auch ohne das Sie die Bravo gelesen haben.

    Leider sind Sie ja der Meinung, das WIR Männer nur darauf aus sind und darauf warten zum Nachteil der Frauen zu handeln. Noch erschreckender finde ich aber das sie wirklich der Meinung, dasa Ihr eigenes Geschlecht nicht in der Lage ist rational und emotional in dieser Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen.

    LG

    • Hören Sie auf zu geifern, es geht hier nicht um „mein eigenes Geschlecht“. Es geht nicht um erwachsene Frauen, sondern um die ganze Bandbreite der BRAVO-Leser und die schließt Kinder ab 10 Jahre ein. Und einem so jungen Mädchen traue ich tatsächlich nicht zu, rational und emotional die richtigen Entscheidungen zu treffen. Einem so jungen Jungen übrigens ebenfalls nicht. Wenn Kinder von Anfang an so besonnen wären, alles, was sie sehen, zu filtern und richtig einzuordnen, könnten wir uns den gesamten Jugendschutz schenken. Kinder, Mädchen wie Jungs, sind beeinflussbar in nahezu jede Richtung und vieles von dem Blödsinn, den man als Kind so mitkriegt, pendelt sich eben nicht von selbst wieder aus, sondern bleibt bestehen, mitunter ein Leben lang.
      Es ist ein Unterschied, ob der Ratschlag, sich hübsch, klein und dumm zu machen, an eine erwachsene Frau gerichtet ist oder an ein 11-jähriges Mädchen. Wenn Sie das nicht so sehen und finden, dass Elfjährige genauso klug, abgebrüht und selbstsicher wie Erwachsene sind, dann wünsche ich Ihrer Tochter viel Glück im Leben, denn das wird sie aller Voraussicht nach brauchen.

      Ihr Standpunkt ist klargeworden, Sie brauchen nicht weiter zu kommentieren.

  33. Seltsam. Ich bin seit Jahren verheiratet, habe also meinen „Traum-Boy“ gefunden, ohne das ich jemals solche Tricks verwendet habe. Vielleicht lag das daran, dass ich gar nicht heiraten wollte und er mich dazu überredet hat?
    Ich hatte mich auch sehr über über diesen Artikel geärgert und dem Ärger in einem Artikel Luft gemacht. Ich zweifle ja daran, dass wir jemals sowas wie eine Frauenbewegung in Deutschland gehabt haben.
    LG
    Sabiene

  34. Mist dieser Art steht schon seit über 10 Jahren in der Bravo.
    Schon als ich die damals selbst gelesen hab, hab ich mich darüber aufgeregt und in den Folgejahren bei den Geschwistern von Freunden mal reingeguckt.
    Jeder verschissene Schminktipp wird dort mit „kommt toll beim Schwarm an“ beworben, die Foto-Lovestories strotzen auch so von Sexismus.
    Warum erst jetzt die Shitstorms?

  35. […] passiven Frauenbild bewahren kann. Natürlich durch Vorleben. Und sie mit der Nase drauf stoßen. Hier gibt es einen lesenswerten Blogbeitrag zu dem […]

  36. Was soll denn heißen, dass man sich nicht schlampig kleiden soll?? Das ist eine Frage des persönlichen Stils wie man sich kleidet und bei einer Frau wirkt es auch schlampig wenn sie sich mit mehr Kleidung bekleidet. Es kommt immer auf die Person an. Manche Frauen wirken einfach leichter schlampig würde ich meinen auch wenn ich mir hier die Finger verbrennen kann bei manchen hier :-) LG Sabine

  37. Hallo Meike,

    Bin durch dein Zeit-Online Artikel zu Feminismuskritik auf deinem Blog gelandet.
    Was für eine Bullshit- Liste ist das denn?.Ist die etwa von Dr. Sommer Team? Ich erinnere mich noch an die Zeit, etwa 1995-96, da war ich 15 und gerade frisch nach Deutschland aus Russland eingewandert, damals hatte ich alles von Bravo gelesen. Ich empfand die Zeitschrift als ziemlich hilfreich, um mit den Gleichaltrigen, Mädchen wie Jungs in Deutschland klarzukommen, um zu begreifen, wie die so „ticken“. Die Nacktphotoseite, wo die Jugendlichen sich selbst abgebildet hatten, empfand ich damals auch eher positiv und befreiend. Das half zu der eigenen Körperlickeit, die alles andere als perfekt war, zu stehen. Die Bravo hatte für mich ganz klar auch eine integrative Rolle gespielt, wenn ich mich so zurückerinnere. Macht mich echt traurig und verwundert mich sehr , dass Bravo heute offensichtlich so ein unterirdisches Niveau hat.

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