Die gelähmte Wut

Die gelähmte Wut

Wir werden überwacht. Ein Zwei Drei Mehrere Geheimdienste können alles von allen lesen. Chats, Emails, Privatnachrichten, Passwörter, Kreditkarteninformationen, Nutzernamen, Suchanfragen, Surfverhalten, alles. Jeden Tag neue Geheimdienste, jeden Tag neue Politikerlügen, jeden Tag neue Monstrositäten. Und die Menschen regen sich nicht auf.

Der beste Mann von allen twitterte voller Enttäuschung:

„Google fotografiert bald Fassaden.“
Volk: Apokalypse! Mindestens! –
„Ihr steht alle unter Totalüberwachung.“
Volk: Oooh, ein Königsbaby.

(Eingebetteten Tweet aus Datenschutzgründen entfernt. Link zum Tweet.)

An vielen Stellen im Netz ist diese Enttäuschung spürbar. Ich finde sie nachvollziehbar und richtig. Ich teile diese Enttäuschung über die Apathie eines ganzen Landes.
Aber wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin und ganz tief in mich reinhorche, dann teile ich auch die Apathie. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich nicht die Wut meines Mannes spüre. Dass ich mich nicht genug aufrege, um mehrere erboste Blogartikel zu schreiben. Dass es mir nicht den Schlaf raubt.
Das, was jetzt folgt, ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung dafür, auch eine Erklärung für mich selber. Erstmal suche ich nur nach Gründen, die mir meine eigene Lähmung erklären. Nach dem Aufschreiben werde ich sehen, wie ich mit meinen Erkenntnissen umgehe.

Wer gegen wen?

Ich habe den Überblick verloren, es tut mir leid. Wer hat denn jetzt wen bespitzelt? Die Amerikaner alle, schon klar, die Deutschen? Auch? Ihr eigenes Volk? Und wenn ja, mit welchem Programm? Oder haben die den Amerikanern nur erlaubt, hier zu schnüffeln? Und was war mit den Engländern? Haben die nur für sich oder auch am Ende an die USA geliefert? Geht es immer noch weiter, jetzt gerade, oder haben die bei der Entdeckung aufgehört? Wer belügt mich eigentlich gerade?
Die Zeitungen überschlagen sich mit Superlativen, jeden Tag werden neue Lügen enttarnt, jede Woche grinst ein anderes Regierungsmitglied blöde in die Kameras und arbeitet an nichts als seinem Machterhalt. Jede Woche kommen neue Monstrositäten heraus, neue Programme, es wurde alles abgeschnorchelt, ALLES!, oh hier, neues Programm, jetzt aber wirklich alles, restlos, und die Engländer und die Amerikaner und der BND, die sollen davon gewusst und Daten sogar weitergegeben haben und Merkel und Pofalla und Friedrich lügen auch alle … Moment, Moment – was? Wie ist denn jetzt der Zwischenstand?

Ich habe den Überblick verloren und weil es Dinge gab, die mich emotional stärker im Griff hatten, habe ich den Anschluss verpasst.

Die amorphe Wutmasse

Ich weiß nicht, wo ich mit dem Aufregen anfangen soll. Dieser ganze Überwachungsskandal ist so gerammelt voll mit Absurditäten, dass ich einfach nicht weiß, worauf ich meine Wut richten soll.
Ich bin enttäuscht von den USA, die in paranoider Hysterie ihre Verbündeten ausspionieren als gäb’s kein Morgen mehr.
Ich bin enttäuscht von einem Barack Obama, der eben noch Whistleblower als Helfer der Demokratie lobt und sie im nächsten Moment gnadenloser verfolgen lässt als alle anderen Präsidenten vor ihm.
Ich bin enttäuscht von einer Bundesregierung, die ich nicht gewählt habe und die sich nicht schämt, das Vertrauen ihres eigenen Volkes derart zu missbrauchen.

Ich stehe fassungslos vor all dem, mit offenem Mund und leerem Blick, ich bin so wütend, dass ich schreien möchte, dass ich Angela Merkel für ihre Waschlappigkeit, ihren Mangel an Haltung, ihre weiche, formlose Fleischigkeit ins Gesicht schlagen möchte. Aber genauso möchte ich die USA ins Gesicht schlagen und Pofalla und all die Personen, die meine Freiheit, meine Privatsphäre verraten und verkauft haben.
Es ist eine so riesige Müllhalde aus Ungeheuerlichkeiten, dass ich die Details nicht mehr erkennen kann, die Einzelheiten verschwimmen vor meinen ohnehin nicht sehr guten Augen. Und sich über ein diffuses Großes aufzuregen, ist so, wie sich über die Welt aufzuregen. Das ist zu viel, das kann ich nicht, da schlägt meine berechtigte Wut, mein Entsetzen, meine Aufregung in Ohnmacht um. In Fassungslosigkeit. In Apathie. Mein Kiefer klappt runter, ich glotze blöde, Kurzschluss im Gehirn, Schotten dicht. Zurück bleibt nur Lähmung.

Wo soll ich anfangen, mich aufzuregen, wo denn nur?

Alles!

Ich kann dem, was gerade passiert, nicht entkommen, weil es alles ist.
Es geht nicht um Sicherheitslücken bei Facebook oder GoogleMail, es geht nicht um einen bestimmten Dienst, der meine Verbindungsdaten – upps! – weiterverkauft, oder eine bestimmte Website, die meine Zugangsdaten verloren hat. Es geht nicht um einen Anbieter, den ich boykottieren und durch einen besseren ersetzen kann. Es geht um alles.

Die Überwachung des Internets ist so allumfassend, dass ich ihr nur entgehen kann, wenn ich aus dem Internet rausbleibe. Ich kann nichts machen, um für mich ein Zeichen zu setzen, es gibt kein Mittel von Verweigerung oder Protest, zu dem ich greifen kann, um mich zu positionieren oder um der Katastrophe für mich zu entgehen. Ich finde es wichtig, persönliche Konsequenzen aus der Wut zu ziehen. Wenn es keine Konsequenzen gibt, wird die Wut zum Selbstzweck, zum Gift, was mich von innen verseucht.

Die Kanzlerin bei der Wahl im September abwatschen? Geschenkt. Die Kanzlerin war ohnehin nie meine Kanzlerin und jetzt, wo herauskommt, dass alle Parteien Dreck am Stecken haben, schrumpfen die Optionen für eine Protestwahl beängstigend zusammen.
Blogartikel, offene Briefe, das ist doch wie eine Torte aus Rasierschaum: sieht so aus als ob, ist aber am Ende doch nur heiße Luft.
Ich verzweifle an der Frage, was ich tun kann, wie ich die, die es verdienen, bestrafen und dem Überwachungsapparat laut und deutlich entkommen kann.

Meine Aufregung, Eure Aufregung

Als die flächendeckende Überwachung herauskam, war für mich für den Moment die wichtigste Frage: Hört das denn jetzt auf, wo es raus ist?
In allen Artikeln, die ich zu dem Thema gelesen habe, ging es immer nur darum, wer was gewusst hat, aber für mich war diese Frage immer nachgelagert. Ich will, dass es aufhört. Ich will mich wieder frei und unbeobachtet fühlen, wenn ich im Internet surfe. In der Vergangenheit haben sich die deutsche Regierung und der BND gegenüber den USA so kooperativ verhalten, dass sie auch gleich selber hätten schnüffeln können. Ach ja, haben sie ja. Haben sie? Ha ha.
Die Regierung, die deutschen Geheimdienste sollen alles versuchen, dass das in der Zukunft nicht mehr vorkommt. DAS will ich. Das ist meine Empörung. Wer in der Vergangenheit was gewusst und wem welche Informationen in die Hände gespielt hat, können wir dann später klären. Das ist Eure Empörung.

Wer sind diese Leute?

Die folgende Erkenntnis ist vielleicht die piefigste und armseligste, aber es muss wohl sein.
Das ganze Internet kann in meinem Blog lesen, wie es in mir aussieht, aber es fühlt sich manchmal komisch an, wenn meine Familie oder meine älteste Freundin mich auf Blogartikel anspricht. Das klingt komisch, ist aber so. Je näher mir die Menschen sind, desto unangenehmer ist mir der Gedanke, intime Details mit ihnen zu teilen. Ich habe weniger Probleme damit, wenn Fremde etwas Intimes über mich wissen, als wenn Menschen das über mich wissen, die mich aus einem ganz anderen Kontext kennen.
Und ich befürchte, ein ähnlicher Mechanismus greift auch bei dem Überwachungsskandal.

Der Gedanke, mein Nachbar könnte über die verstörenden Dinge stolpern, die mein Browser so den ganzen Tag sieht, erschreckt mich mehr als mir einen amerikanischen Man in Black vor meiner Browserhistorie vorzustellen.

Ich bin wütend, aber mehr noch als wütend bin ich hilflos, ohnmächtig, gelähmt, perplex. Ich bin voller Hass gegen die Bundesregierung, aber da ich sie und ihre Parteien sowieso nicht gewählt habe, was kann ich tun? Mehr als sie nicht zu wählen geht nicht. Da mir die anderen Parteien aber genauso unwählbar erscheinen, fühle ich mich wie gefesselt und geknebelt.

Da stehen sie und sind enttäuscht über meinen Mangel an Wut.
Und ich frage mich: Was kann ich tun, wo kann ich hin?

Don’t need no fairytales, no fantasies
No complications from the web, that they weave
Inside these shadows hides the truth, that i need

(2 Bit Pie – „Colors“)

75 Kommentare

  1. Meine Wut ist nicht gelähmt. Ich blogge nicht oft aber hier musste ich mal: http://www.tohawima.de/10-gruende-warum-mich-xkeyscore-unglaublich-wuetend-macht/

    Und genau diesen Text schicke ich an meinen Bundestagsabgeordneten, Wahlkreisabgeordneten usw. Ob es was bringt? Keine Ahnung. Auf jeden Fall nerve ich „meine“ zuständigen Politiker damit. Mehr kann ich auch nicht tun. Und wenn ich mir das bewusst mache, dann muss ich auch gegen eine Lähmung ankämpfen. Sehe ich aber ein Bild von Merkel oder Pofalla, fällt die Lähmung wieder ab.

    • Da stimme ich dir zu. Nichts tun, nicht wählen etc. – alles keine Lösungen. Da halte ich es mit den Bots: „Wer schweigt, stimmt zu“. Man kann ja auch „ungültig“ wählen, dann unterstütz man nicht die falsche Partei macht aber deutlich, dass man unzufrieden ist.

      Wer schweigt, stimmt zu Songtext:

      Reden ist Silber
      und Schweigen ist Gold,
      wer Gold hat kann schweigen
      doch wer hat das gewollt,
      daß du nach der Weise
      entmündigter Greise
      nur heimlich und leise
      das Unrecht verfluchst.
      Denn schweigst du nur immer
      wird alles noch schlimmer,
      siehst nie einen Schimmer
      vom Recht das du suchst.
      Denn für den, der nichts tut,
      der nur schweigt so wie du,
      kann die Welt, wie sie ist auch so bleiben.
      Wer schweigt, stimmt zu.

  2. Es nützt ja nicht mal etwas, wenn du das Internet verlässt, oder nie betreten hast. Dein Handy ist ein Peilsender, eine elektronische Fussfessel und alle Namen und Nummern, die darin gespeichert sind, werden genauso abgeschnorchelt wie alle SMS, alle Gespräche (ob du telefonierst oder nicht, ob das Handy „aus“ ist oder nicht – das Mikro überträgt auch offline Gespräche im Park).

    Wenn nur einer deiner Freunde bei Facebook oder LinkedIn oder einem anderen Social Network ist und deine Adresse, Telefonnummer in seinem Handy gespeichert hat, wird diese automatisch und ungefragt im Hintergrund übertragen und landet im Bauch des Riesen.

    Deine Autofahrten werden gespeichert, komplett mit Foto von dir und ggf. den dem Beifahrer, so sie zwischen zwei Mautstellen stattfinden. Das normale Verkehrsmittel Flugzeug kannst du auch im Inland schon lange nicht mehr ohne Angabe persönlicher Daten nutzen; wer bar bezahlt, macht sich verdächtig; es gibt bereits in Schweden erste Initiativen, Bargeld komplett abzuschaffen.

    Dein gesamter Bankverkehr ist für den Meistbietenden zu haben. Für den Staat in Form des Finanzamts und den Sicherheitsbehörden sowieso, aber auch für Scoringinstitute, die unter Sicherheit verstehen, daß ihr Gebaren möglichst intrasparent ist, während du nackt auf dem Stahltisch unter der Lupe im Schein eines 1000-Watt-Strahlers liegst.

    Die Krankenkassen wollen deine Patientenhistorie und alle andere relevanten Daten, derer sie habhaft werden können, speichern und gewinnbringend nutzen. Was relevant ist, bestimmen sie. Du hast ein Nike Fuelband, ein Jawbone Up oder unternimmst runtastische Aktivitäten? Super, das fliesst alles in dein Krankenkassenscoring mit ein. Du nutzt das alles nicht? Dann bist du wohl ein unsportlicher Sack, der dann halt den teureren Tarif bezahlen muss. Du bezahlst Deine Tiefkühlpizza und Deine Wein- und Schnapseinkäufe mit Karte? Da geht er hin, Dein günstiger Tarif.

    Du wohnst auf der falschen Seite oder am falschen Ende der Elbe oder in einem Postleitzahlenbereich, den man nur aus Rapvideos kennt? Viel Glück dabei, einen Kredit zu bekommen, oder einen, dessen Zinsen dich nicht umbringen.

    Nein, du musst nicht mal im Internet gewesen sein, um totaler Überwachung anheim zu fallen.

    Leseempfehlung: Simson Garfinkel, Database Nation (O’Reilly, im Jahre 2000 veröffentlicht und aktueller denn je.)

  3. Vor mehr als 20 Jahren dachten viele DDR-Bürger, die Stasi wäre nicht mehr zu überbieten gewesen mit ihrem infamen Überwachungsgebaren. – Hätten sie die heutige Technik gehabt, würde es vielleicht stimmen – aber jetzt sehen wir, dass es noch viel ausgeklügelter und vor allem flächendeckender geht.
    Kann ich mich dann wenigstens an so eine Institution wenden, wenn ich beweisen will, dass ich NICHTS gemacht habe, keine Mail, keinen Anruf, kein nichts? :-) – Oder behalten die dann schnöde ihr Wissen für sich?

  4. Der Unterschied zwischen Googles Fassadenfoto und der NSA ist: Google sammelt diese Daten von vornerhein zur Veröffentlichung. Das gibt uns das Gefühl, beteiligt zu sein. Bei den Geheimdiensten „passiert ja nix“. Es ist ja gar nichts passiert. Niemand fühlt sich beeinträchtigt in seinem Lebenswandel. Es könnte genauso alles nur eine Ente sein. Es ist schwer, sich aufzuregen, wenn man sich nicht betroffen fühlt. Und es doch so sehr ist.

  5. Ein Hauptproblem des nichtaufregens sehe ich darin, dass die Leute, die es betrifft, nicht den leisesten Schimmer davon haben, was da genau passiert. Wenn mir führende Politiker sagen, dass es für sie neu war, dass Emails in Deutschland durchaus über Server laufen können, die in den USA stehen, und andere dann das Internet als „Neuland“ bezeichnen, dann sehe ich, dass diese eben die falschen dafür sind. Die haben nichts kapiert und sind „alt“ – im schlechtesten Wortsinn.
    Die wenigen, die wirklich wissen, welche Macht dort ausgeübt werden kann stehen entweder auf der falschen Seite, drehen Horror-Hollywoodfilme darüber oder sind – wie hier – zu leise um gehört zu werden…

  6. Du kannst zum Beispiel die Piraten wählen, die wie keine andere Partei für den Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten stehen. DAS wäre eine deutliches Zeichen.

    • Die Piraten sind ein Kindergartenverein, überhaupt nicht bereit für Regierungsbeteiligung, die würde ich nur sehr ungern wählen.

      • Man kann auch mehr tun. Zum Beispiel: Anzeige erstatten (siehe was die Piraten grad machen), demonstrieren gehen, den Piraten beitreten und aktiv werden oder eine eigene Partei gründen. Sieht nach viel Arbeit aus? Tja, dann hab ich ne schöne Erkenntnis für Dich: Es ist Dir doch nicht so wichtig. Der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug.

      • Ich sehe das mit dem Kindergartenverein ganz ähnlich. Nur beschleicht mich das Gefühl, dass mir der Kindergartenverein sympathischer erscheint als diese Graue-Eminenz-Freimaurer-Seilschaftenklüngel-Mischpoke. Ich überlege ernsthaft die PARTEI zu wählen.

        • Die „Graue-Eminenz-Freimaurer-Seilschaftenklüngel-Mischpoke“-Theorien passen auch ganz gut in den Kindergarten.

      • Das drückt in kurzen Worten genau meine Meinung aus. Aber dann denke ich an „Terminator Teil 1“. Da sagte Sarah Conner (sinngemäß): „In dieser kaputten Welt scheint ausgerechnet ein Roboter das Beste zu sein, was ich meinem Sohn als Vater wünschen kann.“
        Bei all diesen politischen Seilschaften, der Korruption und Inkompetenz scheinen mir einzig die Piraten fähig, die Welt ein bischen besser zu machen. Das ist jedoch auch nur Bauchgefühl.

      • Lieber ein Kindergartenverein mit den richtigen politischen Überzeugungen als vermeintlich seriöse Politiker denen das alles egal ist.
        Ausserdem, selbst bei einem Einzug ins Parlament dürfte von einer Regierungsbeteiligung wohl keine Rede sein. Allerdings wäre es wünschenswert eine Fraktion zu haben, die diese Themen zumindest parlamentarisch glaubwürdig vorantreibt.

      • Kindergartenverein? Ich vertraue heutzutage lieber einer Gruppe von Kindern, als den etablierten Parteien! Die Piraten belügen uns wenigstens nicht von vorne bis hinten und versuchen wenigstens alle Menschen an ihren Entscheidungen zu beteiligen. Aller Anfang ist nunmal schwer!

        Und gar nicht wählen gehen ist das verkehrteste überhaupt! Dank unseres kranken Wahlsystemes wird man als Nichtwähler nur zum Steigbügelhalter der großen Volksparteien.

      • Die Piraten sind nicht bereit für eine Regierungsbeteiligung? Stimmt wohl, aber die „etablierten“ Parteien sind ja ganz offensichtlich auch komplett unfähig.Ergo ist es nicht schlimm wenn ein paar Politiker dazu kommen die noch nicht von eiskaltem Machtkalkül gelenkt werden. Werde ich Sie deshalb wählen? Keine Ahnung ist aber z.Zt. eine Option.

      • Die Piraten haben mit ihrem Erfolg leider auch viele Deppen und DummFrauen ( muss ich leider mal so sagen ) in ihre Reihen gezogen.
        Aber sie haben auch Vertreter, die ich noch sehr achte, z.B Udo Vetter.
        Vor allem gefällt mir deren Einsatz für mehr direkte Demokratie ( Stichwort: liquid democracy ), dass ist schon einzigartig.
        Ich kann mir ausserdem gut vorstellen, dass man die auf gar keinen Fall im Bundstag haben will, wegen ihrer Transparenz, die würden ja alle Kungeleien miesen Abmachnungen veraten. Daher werden sie auch nie gute Presse in den Mainstream Medien bekommen. Im Gegensatz dazu die CDU. Das konnte man super gut seit Anfang des Jahres beobachten, da kamen nur noch Meldungen, wie toll alles läuft ( Wirtschaft, Arbeitslosigkeit etc. ) und das Merkel sowieso schon gewonnen hat.

  7. Kommunismus und die Repräsentante Demokratie – im Kern der selbe Brei. Ähnlich wie bei den aktuellen Oplympia-Dopping-Skandalen. Die machten es – Wir machen es! Passiert das alles wirklich nur um den inneren Frieden zu bewahren? Oder geht es hier nicht um eine Behütung, durch Politiker, eines Systems? Habt ihr euch schon mal gefragt weshalb es im Kommunismus und im Kapitalismus das selbe Geldschöpungssystem gibt ? Weshalb es überhaupt nur eines auf dieser Welt gibt? Im Zeitalter der Balance müssen wir die Wirtschaftsform ausbalancieren. Die Demokratie ausbalancieren in Richtung Partizipation des Volkes.

    • „Ko“Kommunismus und die Repräsentante Demokratie – im Kern der selbe Brei.“
      Das ist noch nicht einmal Äpfel mit Birnen, sondern bestenfalls Äpfel mit Kokosnüssen Vergleichen.
      „Die Demokratie ausbalancieren in Richtung Partizipation des Volkes.“
      Ernsthaft? Du willst ein Volk von „Berlin Tag und Nacht“, Musikantenstadl und einer Wahlbeteiligung von unter 70% alle wichtigen Entscheidungen anvertrauen? Nicht, dass lange bekannt wäre, dass der „Volkszorn“ eher einer Lynchjustiz, denn einer rechtsstaatlichen Verhandlung gleicht. Wenn ich genau überlege, nehme ich das Argument der 70% Wahlbeteiligung zurück, denn 1936 hat die Masse mit über 90% Beteiligung auch keine kompetentere Entscheidung getroffen.

  8. Was die bei mir zu lesen bekommen taugt bestenfalls als Einschlaflektüre. Und wenn sie’s nur deshalb immer wieder lesen, ist es mir auch recht, ich gönne allem Menschen einen friedlichen Schlaf. Wer schläft sündigt ja bekanntlich auch nicht!
    Viele Grüße!

  9. Weißt du, was ich glaube? Es gibt sehr viele Menschen, die darüber nicht wütend sind. Und weißt du auch warum? Weil es die wenigstens überrascht. Wir werden überwacht? Ja, das dachten wir uns schon. Dass wir es irgendwie wussten, ist zwar eigentlich noch viel schlimmer, als wenn wir es nicht gewusst hätten. Aber wenn etwas eintritt, dass wir sowieso vermutet hatten, dann ist Wut ja eigentlich nicht die Reaktion, die wir zeigen. Oder? Dann ist es Resignation. Dann ist es ein „Ja, ich weiß. Und ja, ist kacke.“ Und um gegen solche Dinge vorzugehen brauchen wir keine Wut. Wir brauchen Kraft. Und Langatmigkeit. Und Hoffnung, dass unsere Anstrengungen etwas bewirken. Meine Meinung ist also: Ich finde es normal, dass du keien Wut verspürst. Ich auch nicht. Aber heißt das automatisch, dass wir nichts tun sollten?

  10. Es besteht kein Grund besorgt zu sein. Der größte Schutz der Menschen ist ihre „Masse“, ihre geballte Wucht von annähernd 3 Milliarden Internet-Nutzern. Die Datenmenge ist zu groß als dass sie auch nur annähernd – sinnvoll – ausgewertet werden könnte. Es mag einem gruselig erscheinen, dass – theoretisch – die Möglichkeit zur Totalüberwachung besteht. Praktisch ist dies indes völlig ausgeschlossen. Das wissen „die da oben auch“. Es geht also vielmehr darum das Gefühl „wir haben Euch auf dem Schirm“ zu verbreiten und Angst zu schüren als tatsächlich etwas zu kontrollieren. Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich finde es auch falsch und nicht rechtstaatlich was dort passiert. Andererseits besteht kein Grund zur Sorge. Wer unerkannt durchs Web surfen will, der hat das noch nicht vom eigenen Anschluss mit seiner eigenen Email Adresse und in der Sprache der US-Amerikaner getan. Von daher: immer locker bleiben, lass die sich mal mit dem Quatsch beschäftigen, das bindet so viele (überflüssige) Ressourcen – immer noch besser als irgendwo (echten) Kreig zu „spielen“ ;-)

    • Also die Annahme, nur weil es 3 Milliarden Internetnutzer gibt, dass man dann in der Masse untertaucht, ist doch naiv. Die NSA speichert vieles, sehr vieles, und Algorithmen zur Filterung der Daten nach einfachen Kriterien werden immer besser. Die NSA baut ein Datacenter mit mehreren Yottabyte als Speicherkapazität (1 Yottabyte = 1.000.000.000.000 Terabyte), da werden die Daten erstmal gespeichert, bis sie ausgewertet werden können. Nach einem Report von Cisco wird bis Ende 2015 der jährliche Traffic im Internet ca. 996 Exabyte betragen. Das kann die NSA dann tausendfach speichern. (Quelle: http://www.wired.com/threatlevel/2012/03/ff_nsadatacenter/all/)

      Daher: Die Annahme, dass man kaum entdeckt wird, weil es so viele Daten sind, ist leider naiv und nicht zutreffend. Auch wenn es schön wäre.

    • Torsten, die Technik spricht leider eine ganz andere Sprache. Überwachung ist nur eine Frage der Rechnerkapazität, sofern zu bearbeitende Daten vorliegen. Letzteres wird gerade vorbereitet und ersteres ist absehbar. Die Zeiten in denen sich echte NSA Mitarbeiter mit Inhalten beschäftigen sind bald ebenso vorbei wie seit Jahrzehnten die nette Dame an der Telefonvermittlung. Sprachverabeitung, künstliche Itelligenz und Automatisierung sind mittlerweile bereits auf einem Stand, dessen Du dir offensichtlich nicht bewusst bist.

  11. Ich glaube, es gibt da immer noch zwei Seiten. Die einen, so wie – ich sag’s jetzt mal so – „wir“, denen das Ausmaß irgendwie diffus klar ist, aber eben vor allem insofern, als dass wir erahnen, dass es so viel ist, dass man überhaupt nicht weiß, wo man anfangen soll.

    Und es gibt aber immer noch die andere Seite, die, das befürchte ich jedenfalls, deutlich größer ist, die glaubt, das ganze ginge sie nichts an, weil sie vielleicht gar nicht „so viel“ im Internet machen. Oder zumindest nichts Verbotenes. Dass der Abhörskandal weit übers Internet hinausgeht, ist da glaube ich nicht klar, da fehlt vermutlich auch oft die technische Vorstellungskraft.

    Viel schlimmer wiegt aber dieses „Ich mach ja nichts Verbotenes, sollen die doch mithören“. Ich kann diese Denke sogar nachvollziehen, irgendwie denk ich das ja auch, aber sie scheitert halt relativ schnell an zwei Problemen:

    1. Es macht das alles nicht besser. Man darf mich nicht abhören. Punkt. Genausowenig darf man mich beklauen, auch wenn man etwas klaut, was ich vielleicht gar nicht vermisse oder was gar nicht so wertvoll war. Geht nicht. Ist verboten. Und ist auch mit gutem Grund verboten. Das ist eine Prinzipienfrage, die man sich hier stellen muss und das Prinzip ist relativ simpel: Verdachtsunabhängige Überwachung ist falsch und darf in einem demokratischen Staat nicht passieren.

    2. Letztendlich sind es leider nicht wir, die definieren, wann etwas verdächtig ist. An dieser Stelle habe ich vielleicht auch schon genug Science-Fiction-Romane gelesen, denn vieles ist mir eben nicht fremd, nur kenne ich es bisher nur aus erfundenen Geschichten. Leider gibt es aber immer mehr reale Geschichten, die sich häufen, die noch nicht mal direkt etwas mit Überwachung zu tun haben, aber die Unfähigkeit des Staates, mit der Freiheit des Bürgers umzugehen, gut demonstrieren. Ob das jetzt eine Verhaftung ob eines offensichtlich sarkastischen Facebookkommentars ist oder eine Hausdurchsuchung aufgrund eines definitiv als Gag gemeinten Doktortitels. Das sind Beispiele, die mir Angst machen, weil es kleine Schritte sind, die aber in eine Richtung gehen, die ich als sehr, sehr gefährlich wahrnehme. Und wenn es sich bei den genannten Beispielen um Geschichten handelt, wo die betroffenen Person den Stein des Anstoßes öffentlich und bewusst geteilt haben, dann will ich eben nicht wissen, was passieren kann, wenn Kommunikation ohne mein Wissen abgehört wird.

  12. Ein kleiner Nachtrag: Ich glaube übrigens nicht daran, dass sich viele Menschen „sowieso“ schon immer gedacht haben, dass wir abgehört werden. Klar gibt es da genug Rechtsstaatspessimisten und Verschwörungstheoretiker, aber ich glaube nicht, dass genau diese Personengruppe zu denen gehört, die jetzt apathisch schweigen.

    Call me naiv, aber ich bin tatsächlich immer noch davon ausgegangen, dass so etwas in der Breite in einem demokratischen Rechtsstaat nicht möglich ist. Aus heutiger Sicht vielleicht wirklich blauäugig, aber ich bin ja auch dafür bekannt, dass ich immer erstmal vom Guten im Menschen ausgehe.

    Die Begründung ist für mich eine Abwehrhaltung von Menschen, die auch nicht wissen, was sie tun sollen und sich damit irgendwie den Anschein geben wollen, als hätten Sie die Sache doch im Griff.

  13. „…was kann ich tun? Mehr als nicht wählen geht nicht.“

    Falsch. Genau dafür sieht unser Grundgesetz das Demonstrationsrecht vor. Nur mit Bloggen und Twitter setzt man den Willen des Volkes nunmal nicht um. Und nur weil eine Regierung gewählt wurde, muss man nicht alles hinnehmen, was die so anstellt. Dafür müsste man dann aber schon auf die Strasse. Siehe arabischer Frühling, S21, Wackersdorf usw etc…

  14. Das Problem ist, solange es den einzelnen persönlich nicht betrifft, sprich, der einzelne nicht in irgendeinen Verdacht gerät, mit dem er überhaupt nichts zu tun hat, ist die Schmerzschwelle für die grosse Masse zu klein, etwas zu tun. Ganz im Sinne von: ICH mach ja nichts Unrechtes, also wird MIR auch nichts passieren und somit kann mir egal sein, was andere über mich wissen.

    Dass man trotzdem mal in einen Generalverdacht geraten kann, aus welchen kuriosen Gründen auch immer, kann man im Moment hier nachlesen: http://haze.ch/?p=5589

    Nur, da muss sich dann der einzelne alleine wehren, die grosse Masse, die zwar nicht mit der Überwachung einverstanden ist, es aber nicht als wirklich prioritär ansieht, etwas dagegen zu tun, wird kaum helfen, meist im Gegenteil noch sehr schnell mitverurteilen.

    und ich gebe zu, ich bin keinen Deut besser, mir geht dieses Überwachungszeug im Moment am A… vorbei und ich hoffe gleichzeitig, dass meine Daten nie missbraucht werden, um mich irgendwie zu verunglimpfen.

  15. Ich drucke gerade 1000 Plakate A2 und plaktiere sie in Berlin. Ich war bei der Stopwatchingus-Demo und beim BND-Spaziergang.
    Ich gründe einen Verein für den Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.

    Bringt das was? Wohl nicht, aber ich bin lieber bei der Resistance als bei den Mitläufern gewesen, fühlt sich besser an und ich fühle mich weniger schuldig, meinen Kindern gegenüber.

    Es bräuchte politische Bildung für 80 Millionen, aber das hat unsere Demokratie in den letzten 30 Jahren vergessen. Dafür hatten wir „Wetten das“.

    Nichtmal meine Freunde kann ich zum mitmachen bewegen.

    Eine Protest-Bündelung wäre gut.

    Ach ja, die Piraten sind ein Kindergartenverein, aber ich wähle lieber die als die Mafia, die uns das alles einbrockt, oder unterstütze Merkel durchs Nichtwählen.

  16. Tja, „enttäuscht“ + „wütend“ … Willkommen in der Wirklichkeit, sag ich da nur! Die rosarote Blümchenwelt ist vorbei … Viele Leute – mich eingeschlossen – haben das schon vor 10 Jahren oder noch früher gewusst. Nun ist dieses Wissen halt Mainstream …

    Aber keine Angst: Find in Deine Mitte, entdecke die Göttliche Kraft in Dir … und Du wirst merken: ALLES IST GUT! Fehlgeleitete Seelen auf dem Weg in die Hölle … Wo meine Seele hinreisen wird, entscheide immer noch ich …

    2013 til infinity …

    Alles Liebe, alles Gute!

  17. Machen wir uns ganz klar:

    Wer beobachtet wird, ist nicht frei!

    Hier ein gutes Beispiel eines Bürgers, der seine gelähmte Wut überwunden hat:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/hamburger-anwalt-organisiert-demo-gegen-prism-und-co-a-910808.html

    Ihr Mann ist wütend?

    Es ist so einfach, etwas zu tun.

    Am 7. September um 13.00 Uhr gibt es organisiert von CAMPACT eine Demonstration in Berlin „Freiheit statt Angst“. Ich fahre auch aus Kiel dort hin. Hier mehr Informationen:

    http://blog.freiheitstattangst.de/

    Auf so einer Demonstration gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken und das bringt Spaß mit vielen Gleichgesinnten. Es wäre jetzt sehr wichtig, dass auch die bürgerliche Mitte, zu der ich jemanden wie den Rechtsanwalt Oliver Pragal zähle, auf die Straße geht.

    Und man kann mindestens die Online Petition von CAMPACT an die Bundesregierung mit entsprechenden Forderungen mitunterzeichnen (dauert 2 Minuten), die bei erreichen von über 100.000 (bislang sind es 92.518) Herrn Pofalla am kommenden Montag überreicht wird, wenn er vor dem G 10 Ausschuss auftritt:

    https://www.campact.de/geheimdienste/appell/teilnehmen/

    Es ist Wahlkampf. Auch in ihrer Stadt. Mit ein wenig kreativer Phantasie fallen einem da doch einige Dinge auch auf ganz bürgerliche Weise ein, wie man Politiker v. a. von den die Bundesregierung stellenden Parteien mit dem Thema ohne großen Aufwand konfrontieren kann. Oder?

    Das wir jetzt etwas machen, sind wir auch Edward Snowden schuldig, der sein bisheriges Leben für unsere Freiheits- und Grundrechte dran gegeben hat:

    „Letzten Endes fürchtet sich die Obama-Regierung nicht vor Whistleblowern wie mir, Bradley Manning oder Thomas Drake. Wir sind staatenlos, eingesperrt, oder machtlos. Nein, die Obama-Regierung fürchtet sich vor euch. Sie fürchtet sich vor einer informierten, aufgebrachten Öffentlichkeit, die jene verfassungstreue Regierung einfordert, die ihr versprochen wurde – und das sollte sie sich auch.“
    Edward Snowden

    Mich motiviert dieser Mann. Wem das nicht reicht, der gucke sich nochmal den „Fall Griesheim“ von Daniel Bangert an, wie schnell einem etwas passieren kann, was einen mindestens einschüchtert:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/spaziergang-zum-dagger-complex-interessiert-die-polizei-a-911215.html

    Wehret den Anfängen, denn das ist der Anfang und wird mit den Möglichkeiten des Utah Data Center zur Überwachung und Speicherung noch besser zusammen gefasst vermutlich ab Oktober 2013 Inbetriebnahme ermöglicht.

    Guter (sogar halb kritischer) Beitrag auf Fox News dazu:

    http://video.foxnews.com/v/2328316045001/nsas-utah-data-center-nears-completion/

    Also: genug gegruselt? Ja, es ist alles! Und ich kann Ihr Gefühl gut verstehen. Aber reicht denn Thomas Drake´s (NSA-Aussteiger vor Snowden aus dem Video) nicht?: „That is 1984!“

    2013 = 1984 Noch ist es noch nicht so weit. Und es liegt in unseren Händen, JETZT etwas zu TUN!

  18. Ich möchte nur auf deinen letzten Satz eingehen. Wer sind denn „die anderen Parteien“? Über wie viele Parteien, die zur Bundestagswahl antreten, hast du dich denn schon informiert, oder sind die anderen Parteien nur die anderen „Großen“. Es gibt mehr als 6 Parteien und wenn man diese sechs nicht wählen will, dann hat man noch knapp 25 andere Parteien, die man eventuell wählen könnte.

    Nichtwählen? Bringt überhaupt nichts, weil das die Großen Parteien nicht merken, sie merken es nur, wenn du deine Stimme einer anderen, kleinen Partei gibst, weil dadurch die Prozente der großen Parteien schmelzen.

  19. Was kannst Du tun? Zum Beispiel statt öffentlich darüber nachzudenken nicht zu wählen, öffentlich dazu aufzurufen unbedingt wählen zu gehen aber keinesfalls CDU/SPD/FDP/Grün zu wählen. Vollkommen egal: graue Panther, Autofahrerpartei,Tierschutzpartei, Die Partei,Piraten was auch immer zur Verfügung steht.Hätten bei der letzten Wahl die 30% der Leute die nicht gewählt haben, stattdessen irgendwas gewählt – hätte die CDU und die FDP zusammen irgendwas um 30% erhalten. Es geht in erster Linie also eher darum den etablierten Parteien die Regierungsbildung schwieriger zu machen.

    Auch wird es mal Zeit das „die Blogger“ endlich mal öffentlich Merkel bzw die komplette aktuelle Regierung zum Rücktritt auffordern. Vollkommen egal ob es nur noch ein paar Wochen bis zur Wahl sind.

    • Immer schön Ball flach halten. Ich denke nicht öffentlich darüber nach, nicht wählen zu gehen, evtl. hatte ich es im Text etwas missverständlich ausgedrückt.

      Und was sollte es bringen, wenn „die Blogger“ die Regierung zum Rücktritt auffordern? Versteh‘ doch: niemanden interessiert es, was im Internet steht, außer die, die selbst im Internet stehen. Es interessiert nicht die Bürger, die das Internet nur für’s Onlinebanking nutzen, es interessiert nicht die, die es gar nicht nutzen, es interessiert nicht die, „die nichts zu verbergen haben“, und es interessiert erst recht nicht die Bundesregierung.

      Die Wahrheit ist, dass „wir“ ein inzestuöser Haufen sind, dessen Einzelteile sich im Wesentlichen einig sind und sich deshalb gar nicht mehr überzeugen müssen. Niemand, der das Internet nicht als Heimat empfindet, als tägliches Werkzeug, als Wohlfühlort, wird jemals auch nur das kleinste Bisschen auf irgendetwas geben, was ein Blogger fordert oder nicht fordert.

      • Kann deinen Artikel gut nachvollziehen. Es ist leider so, dass alle die, die sich nicht mit dem Internet verbunden fühlen, dort ihre „Heimat“ haben, das nicht nachvollziehen können. Es ihnen egal ist. Dabei müsste es sie ebenfalls angehen. Es ist mehr als nur das Internet, das belauscht wird.

        Ich habe meinen Gedanken kurz zusammengefasst in „Heimat in Digitalien“ http://countup.wordpress.com/2013/08/06/heimat-in-digitalien/ sowie http://prgoessocial.blogspot.de/2013/07/wird-bald-unsere-politik-fiktional.html

      • Hallo liebe Frau Meike,

        ein kleiner Widerspruch. Ich kann die Haltung gut verstehen, wobei ich das Internet nicht als Heimat empfinde. Habe ein Mobiltelefon zum Telefonieren und bin bei Facebook, wenn ich mich an politischen Initiativen beteilige.

        Es interessiert Leute, die das Internet nicht als Heimat empfinden, sehr wohl, was hier passiert und diskutiert wird, weil dies ein Teil der Öffentlichkeit geworden ist, wie z. B. den von mir in meinem Beitrag erwähnten Rechtsanwalt (s. den SPON-link in meinem Beitrag), der parteilos ist und seine erste Demonstration (gegen die Überwachung) organisiert hat (und auch vorher noch nicht an einer teilgenommen hat).

        Für Politiker ein Teil einer gefährlichen Öffentlichkeit z. b. Wulff vs. Gauck, Plagiatejäger usw.. Es kommt jetzt nur darauf an, die gelähmte Wut oder bei Sascha Lobo nur Wut, von online offline wirksam zu machen, Neuland und alte Welt zu verbinden. Dann können wir etwas bewegen und werden zumindest gehört und wahrgenommen. Und man fühlt sich besser. Ich habe ja ein paar Beispiele in meinem Beitrag genannt.

        Natürlich müssen wir die 10.000 bei der Demonstration in Berlin am 7.9. knacken. Dann werden die Holzmedien wie auch TV berichten. Und das nehmen Politiker wahr. Das schaffen wir auch, wenn viele mitmachen, die Botschaft übers Internet und darüber hinaus zu verbreiten. Dann kommen wie bei der Demonstration des Rechtsanwaltes auch nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ (die ich gut finde), sondern auch mehr „Bürgerliche“.

        Jetzt brauchen wir natürlich Frontleute, die dafür online und offline das Kreuz gerade machen. Zur Demonstration am 7.9. müssen Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Fußballspieler usw. aufrufen und auch eine offline vielen geläufige Internet-Persönlichkeit wie Sascha Lobo. Das muss nur jemand in die Hand nehmen. Der einige von diesen Leuten über sein Netzwerk kennt (Sascha Lobo? Wenn er wirklich wütend ist, dann sollte er das doch tun, oder?). Juli Zeh hat ja unter den Autoren schon angefangen. Und ich bin sicher, viele würden mitmachen. Weil sie genau so wütend gelähmt sind wie Sie.

        Ich treffe in diesen Tagen viele eher „bürgerliche“ Leute, die richtig empört sind, aber auch nicht wissen, was sie tun sollen. Öffentlicher Aufruf der o. g. wäre ein gutes Signal in diese Richtung. Dann und nur dann wenn jemand diese Leute (virtuell und natürlich mit einer großen Anzeige in den Holzmedien) zusammen bringt, werden viele Leute am 7.9. in Berlin wie bei der HHer Demonstration des Rechtsanwaltes sagen: Dies ist auch meine erste Demonstration!

        Sonnige Grüße von der Kieler Förde,

        Dirk Mirow

  20. Was mich wundert, dass sich alle scheinbar mit der Überwachung durch die NSA abfinden. Als würde unsere Internet-Kommunikation durch den „Äther“ abgegriffen werden. Dabei ist dem technisch Kundigen seit der XKeyscore-Enthüllung klar: An diese Daten kommt man nur ran, wenn man direkt bei den Providern die Daten abgreift, also in Deutschland physikalische Schnüffelhardware installiert, bzw. direkt Hardware der Provider nutzt. Wir reden hier nicht von ein, zwei Kabelchen und einem Laptop. Man bedenke: Der gesamte IP-Verkehr Deutschlands wird kopiert und zwei Tage zwischengespeichert. Alle Provider wissen also um die Überwachung, bzw. unterstützen sie aktiv. Wie anders als durch direkte Anweisungen/Genehmigung der Regierung soll das sonst möglich sein? Insofern ist von der Politik keine Aufklärung zu erwarten.

  21. Ja genau, es geht um Alles. Und zwar um noch viel mehr als nur das Internet, was hier passiert, ist ein Teilaspekt eines umfassenden Paradigmenwechsels, in dem wir mittendrin stecken.
    Und deshalb sage ich ganz klar: Ich habe nichts zu verbergen.
    Bevor jetzt jemand eine empörte Antwort in die Tastatur hacken will – lest bitte erst mal den verlinkten Artikel & postet dann eure Antwort! :-)

  22. Wut? Nicht mehr als sonst, denn von Überraschung kann keine Rede sein.

    Allerdings finde ich es ein wenig kurz gegriffen die Regierungsparteien als Schuldige auszuerkören. Merkel wurde oft gescholten ob lascher Statements wie: „Auf deutschem Boden muss deutsches Recht eingehalten werden.“ Für mich ist das diplomatisch für: „Ich würd’s ja ändern, wenn sich’s bei uns abspielen würde aber so wie sich das Internet aufstellt können uns die Amis mit dem nackten Arsch ins Gesicht lachen und wir nur verkniffen zurücklächeln.“

    Nicht umsonst, der ebenfalls diplomatische Hinweis auf europäische Gespräche und fehlende Softwarelösungen hiesiger Unternehmen. Auf gut Deutsch, wir brauchen mehr Macht indem wir uns in Europa politisch zusammentun sowie eigene Unternehmen unterstützen alternative Dienstliestungen wie Twitter, Facebook, Skype oder auch Betriebssysteme aufzubauen, damit wir den Amis schlicht den Stinkefinger zeigen können.

    Jeder der glaubt die Deutsche Regierung könne da viel mehr erreichen, hat von Recht und Politik genauso viel Ahnung, wie vermeintlich die Kanzlerin vom Internet, wenn sie von „Neuland“ spricht.

  23. Doch, man kann etwas tun. Es gibt Alternativen, nur müssen wir die auch nutzen. Wählt bei der Bundestagswahl Piraten oder Linke, denn die sprechen sich ganz klar gegen diese Überwachung aus und werden, wennn sie in den Bundestag kommen, wohl auch etwas dagegen tun. In Berlin, NRW und SH wirken Piraten jedenfalls!
    Sonst ist der Artikel aber Klasse und spricht mir aus dem Herzen!

    • Die Linke würde sich auch klar gegen das Atmen aussprechen, wenn es dafür Wählerstimmen gäbe. Linke und Piraten stehen in keiner Weise für ähnliche politische Konzepte und so ist es mir schleierhaft wie Du beide in einem Satz als Alternativen vorschlägst, es sei denn Deine eigene Meinung endet beim unfundierten „Dagegen“.

      • Dass Piraten und Linke keine Positionen haben, die sich decken, ist ziemlicher Blödsinn – gerade in der Netzpolitik ist die Linke nicht weit von Piraten-Forderungen entfernt (http://blog.die-linke.de/digitalelinke/). Ich bin weder in dem einen noch dem anderen Verein, aber wenn ich mich partout entscheiden müsste, wäre es sicher nicht derjenige, der vor einem Jahr die Gesetzesänderung begrüßt hat, die den bewaffneten Inlandseinsatz der Bundeswehr ermöglicht – also die Piraten.

  24. […] … Ich bin wütend, aber mehr noch als wütend bin ich hilflos, ohnmächtig, gelähmt, perplex. Ich bin voller Hass gegen die Bundesregierung, aber da ich sie und ihre Parteien sowieso nicht gewählt habe, was kann ich tun? Mehr als sie nicht zu wählen geht nicht. Da mir die anderen Parteien aber genauso unwählbar erscheinen, fühle ich mich wie gefesselt und geknebelt. … von fraumeike […]

  25. Mit dem wählen und abwählen ist das so eine Sache, zumal man ja das immer gesamte Wahlprogramm mitwählt. Also wenn ich die Grünen wähle, weil die gegen den „Schnüffelstaat“ sind, bekomme ich stattdessen den Veggietag in Kantinen. Auch bei Protestwahlen mit Kreuzen für Miniparteien (Tierschutz etc) kann doch keiner sagen, wogegen da protestiert wurde. Wer weiß heute, welche Sau am Wahltag gerade durchs Dorf getrieben wird?

    Die Reaktion der Menschen auf die Spähaffähre erinnert mich an eine Benzinpreiserhöhung: Großes Heulen und Zähneklappern, aber das Auto bleibt nur bis zum nächsten Regen in der Garage, dann siegt die Bequemlichkeit. Niemand möchte ein einfaches Handy statt Smartphone oder Briefe schicken müssen, wo eine schnelle Email reicht. Im Prizip stimmen wir für die Überwachung, indem wir das Internet weiter benutzen, wie bisher.

    • Die letzte Aussage ist aber doch, mal ganz lapidar gesagt, Unfug. Wenn die Antwort auf die Spähaffäre sein soll, dann halt nicht mehr über die üblichen Kanäle zu kommunizieren, dann kann ich auch sagen, dass man sich doch besser vor Diebstählen schützt, indem man einfach nichts mehr besitzt.

      Die Forderung nach unüberwachter Kommunikation muss ich in einem demokratischen Land stellen können, ohne mir ein „Du musst ja dein Handy und das Internet nicht benutzen“ anhören zu müssen.

      • Vor allem, weil der Ratschlag, ein Leben ohne Handy und Internet zu führen, im Jahr 2013 auch irgendwie echt weltfremd ist. Das entspricht in keiner Weise der Lebensrealität ganzer Berufszweige und drückt letztlich nur ein erschreckendes Unverständnis von der Welt, wie sie heute ist, aus.

        • Mir ist durchaus bewußt, wie wichtig das Internet heutzutage für viele Berufsgruppen und für die meisten Menschen (einschließlich mir) privat ist. Das ist nicht der Punkt.
          Die Frage ist, wenn es mich stört, abgehört zu werden, wieviele Unannehmlichkeiten bin ich bereit, in Kauf zu nehmen, um mich zu wehren? Zeit investieren, um auf Demos zu gehen? Surfen in Internetcafes statt von zuhause aus, Emails verschlüsseln, Briefe (oder Mails) an Politiker schicken?
          Ein bisschen rumschimpfen, weil es politisch korrekt ist, gegen Abhörung zu sein, ist gar nichts. Das ist wie sich über die Arbeitsbedingungen in Fabriken in Bangladesch aufzuregen und trotzdem die billigste Kleidung zu kaufen. Erst durch den Aufwand, den ich betreibe, um die bestehenden Verhältnisse zu ändern, zeige ich, wie wichtig mir ein Thema ist.

        • Ja, 2013 ist die Welt anders. Aber das hat einen Preis, liebe Fraumeike. Wir wollten ein freies Internet, offen, nutzbar und zugänglich für jeden, am besten kostenlos.

          Offen heisst: jeder kann mitlesen und mit den Daten dort tun, was er will. Wir wollten alle den kreativen Freiraum. Freiheit heisst Gefahr und Risiko.

          Und genau das ist passiert: google hat sich selbst erfunden und die Möglichkeiten genutzt, die NSA und andere haben irgendwann begriffen, wie nett das ist und nachgezogen. Im Zweifel jede Regel die der Gesetzgeber noch nicht formuliert hat schonmal brechend.

          2013 heisst halt auch: die Illusion verlieren, das irgendetwas ohne Mißbrauchspotential existiert. Den Traum aufgeben, das es etwas gibt ohne Gegenleistung.

          Das hat mich in Teilen der Netzgemeinde schon bei der Debatte um Google und Facebookdatensammlung geärgert: die grenzenlose Naivität Erwachsener zu glauben, das technische Möglichkeiten, IT Equipment, Arbeitszeit von Menschen, Strom etc. einfach zum Nulltariv genutzt werden kann. Kann man nicht. Die Währung heisst: Preisgabe von Information oder Geld.

          2013 heisst für mich: auch emotional realisieren, das elektronisch und öffentlich Synonyme sind.

          Und dann, wie viele andere hier schon geschrieben haben: aktiv werden. Mitmischen. Ich bin mit Dingen wie Wackersdorf und „Energiewende ist Illusion“ aufgewachsen. Na, dann guck mal was sich wegen Leuten die politisch handeln alle geändert hat. Nur Mut!

  26. Das hatte ich die Tage mal zu dem Thema geschrieben – quasi eine
    Zusammenfassung und eine erweiterung von „Ich hab doch nichts zu
    verbergen, aber vielleicht viel zu verlieren“

    Dazu passt auch ein Kommentar aus der Faz dieser Tage – speziell der
    letzte Abschnitt sollte „solche“ Leute schach matt setzen.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/big-data-und-nsa-am-luegendetek
    tor-12276531.html

    — Mein Text:

    Es gibt ja dieser Tage eine Menge Menschen, denen das alles egal ist
    oder die das nicht erfassen oder eher an „jagt den Staatsfeind Nr1“
    (so wie UN Sekretär Ban ki-Moon)
    http://www.guardian.co.uk/world/2013/jul/03/edward-snowden-digital-mi
    suse-ban-ki-moon
    interessiert sind.

    Diesen Menschen möchte ich doch mal ein paar Anregungen mitgeben um
    zu begreifen was hier eigentlich grade passiert und das dies doch
    weit schlimmer ist als sie denken mögen.

    Der geneigte Leser mag das alles abtun und sich weiterhin keinen Kopf
    darum machen, es gibt immer ein paar die noch mit dem Vertrauen leben
    das dies alles gut geht (wobei das meist dieselben sind die sagen das
    früher alles besser war, wenn nun aber alles im Umkehrschluss
    schlechter wird wäre das dann nicht ein Grund was zu ändern?) aber
    die dürfen den Beitrag gerne ignorieren.

    Ist ja nur das Internet: Nun, grade heute Morgen ein netter Artikel
    in der NY times (deutsch auf golem:
    http://www.golem.de/news/ueberwachung-usa-scannen-jede-snail-mail-130
    7-100197.html)
    das die USA jede einzelnen Postbrief abfotografiert und die
    Adressdaten speichert. Was mit den Daten passiert ist „geheim“, wie
    lange die aufgehoben werden ist „geheim“.

    Was das mit uns hier zu tun hat? Nun, jeder möge sich hier selbst
    seine Gedanken zu bilden wie das bei uns laufen könnte. Btw: Es gab
    vor Jahren mal ein Computerforschungsprojekt um Briefe von außen, nur
    durch durchleuchten, lesbar zu machen. Keine wirklich große Kunst,
    aber das ist (da alles geheim) ja reine Spekulation.

    Ach, ein Nachtrag für Deutschland: Die Tage wurde ein schönes neues
    Gesetz auf den Weg gebracht
    (http://www.golem.de/news/passwortabfrage-verfassungsklage-gegen-best
    andsdatenauskunft-eingereicht-1307-100120.html) das es unseren
    Superspionen ermöglicht Zugriff auf jede Telefon Pin, Superpin, Email
    und Cloud Passwort zu bekommen, natürlich nur über Richtervorbehalte
    (upps, sorry: http://www.heise.de/tp/artikel/30/30020/1.html)

    Aber die Sammeln doch nicht soviel: Tja, auch da, ein netter kleiner
    Artikel bei netzpolitik
    (https://netzpolitik.org/2013/bundesprasident-gauck-erklart-die-gehei
    mdienste-speichern-unsere-gesprachsinhalte-nicht-in-aktenbanden/)
    erwähnt so nebenbei das die amerikanische Kollegen vom NSA in ihrem
    Datenzentrum mittlerweile bei Yottabytes angekommen sind.
    Wieviel ist ein Yottabyte? Nun: 1,000 gigabytes= 1 terabyte
    1,000 terabytes ist 1 petabyte.
    1,000 petabytes ist 1 exabyte.
    1,000 exabytes ist 1 zettabyte.
    1,000 zettabytes ist 1 yottabyte – oder: 1 yottabyte =
    1,000,000,000,000,000 Gigabyte .

    Btw: Auch nett an dem Artikel ist in welchen Dimensionen unser lieber
    Bundespräsident dabei denkt – „Die NSA speichert nicht in
    Aktenbänden“ – stimmt die nehmen eher Festplatten und so ein
    komisches Zeug aus dem #neuland

    Das ist ABnormal und die derzeit größte Bedrohung die es weltweit
    gibt.

    Es ist die moderne Form des Kalten Krieges – nur geht es nun um die
    Weltbevölkerung. Statt Atomraketen und nukleare Aufrüstung gibt es
    eben Information Warfare! Die Folgen für unsere weltweite
    Gesellschaft sind überhaupt nicht absehbar. Dazu kommt noch eine
    völlig unkontrolierbare Vermengung mit der Privatwirtschaft. Keiner
    kann sagen wer, wie, welche Daten benutzt.

    Ich als deutscher Bürger habe ja nicht mal die Möglichkeit überhaupt
    eine Auskunft darüber zu bekommen wer da was mit meinen (welchen)
    Daten macht. Was da steht? Die Leute regen sich über negative Schufa
    Einträge auf – das ist ein Witz dagegen.

    Die Frage die mir bei Yottabyte durch den Kopf schießt ist: Was heben
    die da solange auf, das solche Mengen zusammen kommen? Was kann bei
    der Auswertung der Daten alles schief gehen?

    Nun, zu ersterem: Diese Datensammelwut hat nur einen einzigen Zweck,
    Standardmustererkennung. Sie sammeln die Daten um Profile von uns
    „normalen“ zu ermitteln um dann eben besser die „unnormalen“ finden
    zu können. Klassisches Datamining oder auf Neudeutsch „Big Data“. Ein
    paar nette Programmelchen drauf, die Mustererkennung betreiben und
    bing spuckt das System die „Verdächtigen“ automatisch aus (wer denkt
    nun nicht unwillkürlich an Cyberdyne Systems und Minority Report).

    Natürlich, der gesunde Menschenverstand sagt, da sitzt ja sicherlich
    ein intelligenter Mensch, der passt schon auf, das die Auswertungen
    die die Analyse durchführen keinen Unschuldigen erwischen. Nun könnte
    man denken, leider sieht die Wahrheit in den „Krisengebieten“ eher so
    aus:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Drohnen-toeten-auf-Verdacht-1896570.html
    – demnach ist die große Mehrheit aller Drohnenangriffe sogenannte
    Signaturschläge oder anders, verhältst du dich verdächtig kommst du
    auf die Abschlussliste – dort wortwörtlich – (wie im Artikel schön
    formuliert) mit anderen Worten, ihr Verhalten trägt die „Signatur“
    eines legitimen Angriffsziels.

    Ok, ok – da geht es um Drohnen in Krisengebieten (die demnächst auch
    autonom töten sollen), aber auf welcher Basis wird den bei den
    „Internetsignaturen“ in Zukunft entschieden wer ein „Terrorist“ ist
    und wer nicht und wer definiert was oder wer ein „Terrorist“ ist
    (ganz klar, langhaariger Bombeleger) Nun, schon mal gegen ein
    Kohlekraftwerk demonstriert?
    http://www.guardian.co.uk/uk/2013/jun/25/undercover-police-domestic-e
    xtremism-unit?INTCMP=SRCH

    Na gut, aber ich hab doch nichts zu verbergen, bin immer brav abends
    auf immer demselben Heimweg und die können alles lesen was sie
    wollen: No prob, das tun die auch und wenn irgendwem mal irgendwas
    nicht an Ihnen passt, sie aber immer ein braver Bürger waren, nun ja
    dann könnte man ja die gesammelten Passwörter ihres Rechners, ihres
    Email-accounts, der Pin ihres Telefons einfach nutzen um dort etwas
    hinzulegen das sie brav wieder in das Terroristenschema unterbringt
    (gab es da nicht mal einen netten kleinen Bundestrojaner? – ach ja da
    hatte das Bundesverfassungsgericht ja harte Auflagen gemacht und die
    wurden natürlich alle umgesetzt – upps:
    https://blog.fefe.de/?ts=b06e60e0 ).

    Oder für Firmenbesitzer im Zweifel einfach ein paar Patentunterlagen
    eines Konkurrenzunternehmens um sie anschließend der
    Wirtschaftspionage anzuklagen (welch Ironie das wäre). Sie haben
    vielleicht nichts zu verbergen aber eine Menge zu schützen und zu
    verlieren – denken sie da mal drüber nach, lieber Leser, solange sie
    noch können noch sind die Gedanken frei (upps:
    http://sciencev1.orf.at/science/news/153685)

    Letztenendes haben die westlichen Regierungen bei mir nur eins damit
    bewiesen – sie sehen MICH und meine Familie als potenzielle
    Terroristen an!

    Es ist wie Warren Buffet sagte: Dies ist ein Krieg der Reichen gegen
    die Armen und die Reichen gewinnen.

    Ach übrigens, für alle die dann erzählen das es uns doch noch gut geht und das es
    „woanders doch viel schlimmer ist“.

    Was soll das – sollen wir uns dann besser fühlen? Echt cool, ich
    muss dann immer an ein Bild denken, das ich vor meinem Haus stehe und
    irgendwelche Einbrecher ein Gegenstand nach dem anderen raustragen
    und ich murmel „naja solange sie den TV und die Kaffeemaschine drin
    lassen ist ja noch alles ok“.

    Bullshit – nicht immer warten bis es bei uns noch schlimmer ist als
    bei den Nazis, Stasi, Burmesen, Cowboys und Indianer – sind wir nicht
    alle schon per Grundgesetz aufgefordert unsere Demokratie zu
    schützen?

    Es WIRD in der Zukunft einfach zu spät sein – wenn es nicht zu spät
    ist.

    PS – noch was zum nachdenken zum Thema „Demokratie“:

    Aus Wikipedia:

    Das Wort „Demokratie“ ist im antiken Griechenland entstanden und
    bedeutete dort die direkte Volksherrschaft. Der Begriff „Volk“ wurde
    in jener Zeit sehr eng gefasst, da mit diesem nur einer äußerst
    begrenzten Gruppe von Bürgern politische Partizipationsrechte
    eingeräumt wurden.

    ———-
    Also – heute sind „das Volk“ die oberen 10 %. Dene gehört dank Mutti
    mittlerweile 54% des gesamten Vermögens.

    Den Terrorismus den die bekämpfen wollen, sind wir, die einfachen
    restlichen 90%. Auf das wir dene ja nix weg nehmen und brav kuschen
    für Kost und Wohnrecht.

    und auf einmal macht das was hier passiert alles richtig Sinn.
    Der Amtseid, die Politik, die Überwachung, die „marktkonforme
    Demokratie“ war kein Versprecher von Mutti – sondern der Hinweis an
    uns 90% – mit diesem Wort hat sie uns alles erklärt.

    Und genau diese 10% werden vor den 90% „Terroristen“ beschützt.

    Traurig aber wahr – denke ich an meine Kindheit und Jugend (70,80iger) sehne ich mich dorthin zurück. Irgendwie war die Welt im Westen da noch sozialer und „Angst“ hatte ich nur vor dem Ausland, den Russen, der DDR, dem Atomkrieg – das war alles irgendwie fassbar und selbst als Kind begreifbar.

    Heute habe ich Angst vor meiner sozialer Zukunft (dank immer drohenden H4), der Zukunft meiner Kinder, Burnout, Altersarmut, verrohender Gesellschaft und vor allem Angst vor dem eingenen Staat, Behörden, Polizisten – die Angst ist nicht irgendwie an einer Grenze, sie ist ständiger Begleiter von einem und dennoch nicht begreifbar, unmittelbar, fassbar und das macht mich unmächtig und Krank.

    Demonstrieren gehen?

    Ich bin 43 Jahre alt, habe 2 kleine Kinder (eins ein Säugling) und lebe im Rhein-Main gebiet – nach dem Frankfurter blockupy Kessel werde ich dieses Recht nicht mehr ausüben – ich mag mir gar nicht ausmalen wie ich ausgetillt wäre, wenn ich mit meiner kleinen Tochter über Stunden da eingespert wäre – danch wäre ich sicherlich wegen Polizistenbeleidigung eingekerkert worden.

    Noch mal: Es tobt ein Krieg da draußen, der Krieg der oberen 1% gegen die restlichen 99% – und wir verlieren ihn. Ich bin da bei Jakob Augstein der anfang der Woche im Spon quasi zur Revolution aufgerufen hat – mit „deren“ Spielregeln wird das nicht mehr zu kippen sein – „die“ scheißen einfach drauf.

  27. PS – Nachtrag: Wegen dem Yottabyte hier der link zum orginalen Artikel der Wired. Dieser ist vom März 2012 (!) also ein Jahr bevor Snowden kam und eigentlich wird dort alles schon erzählt, sogar ganz ohne ein Geheimis draus zu machen:

    http://www.wired.com/threatlevel/2012/03/ff_nsadatacenter/

    Dort steht auch warum man diese Datenmenge benötigt – um schlicht alles zu sammeln was man an Daten bekommen kann. Das ganze bekommt nach xkeyscore noch richtig Drive, weil dort der NSA sich noch beschwert das er die Metadaten ja nur einen Monat halten kann – in Zukunft werdens wohl ein paar Tage mehr sein.

  28. Nein Meike, ich werde in 6 Wochen 70. Nicht wählen ist keine Lösung. Wir sollten alle wählen gehen. Als wir zu den letzen BW-Landtagswahlen 1 Mio Nichtwähler mobilisiert haben, war der schwarze Spuk auch zu Ende. Wir müssen den Menschen nur geduldig erklären, wen sie nicht wählen dürfen und weshalb. Schieb nicht alles auf die Atomkatastrophe in Japan. Das wäre die Negation geduldiger Überzeugungsarbeit.

    Ich bin im Forum http://www.seniorentreff.de aktiv. Auch dort gibt es ekelige Widerlinge, die öffentlich verkünden, froh und stolz darauf sein von den Geheimdiensten überwacht zu werden, denn sie haben ja nichts zu verbergen.

    Nein Meike, du musst mit deinem Blog ständig die Wahrheit verkünden, auch dann wenn es die Medien nicht tun. Ein gutes Beispiel ist die Absage Obamas an Putin zum persönlichen Treffen. Die Medien orakeln weshalb Obama sich so verhält und zitieren zweifelhafte Sprecher im Weißen Haus. Willst du die Wahrheit lesen? Hier wird sie geschrieben: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Putin-koennte-Obama-an-den-Fall-Robert-Lady-erinnern/story/21630144 Vergleiche die Daten und suche nach den dort vorgefunden Namen und Sachverhalten im Internet.

    Gib niemals auf.

  29. Heisse Wut gefragt?
    Hm. Ich frage mich, wofür die heisse Wut gut sein soll. Oder ein auf die Strasse gehen wie bei der Occupy Bewegung.

    Es verpufft alles so schnell, wie es halt mit Emotionen so ist.
     
    Ich bin nicht mehr jung, aber gerade deshalb bleibt mir die Luft weg bei dem Thema. Alle westlichen Werte, woran ich noch ein bisschen glaubte,  versickern gerade im Ausguss.
    Wir waren anscheinend nie souverän! Was waren wir immer stolz darauf  zur f r e i e n  Welt zu gehoeren in der Zeit des kalten Kriegs. Aber wie f r e i  waren wir wirklich? War es wirklich so anders als in der DDR? Gut, dieses Abhören gab es bei uns nicht so spürbar, aber machte es unser grosser Bruder nicht nur einfach geschickter? Er holte sich in VERTRÄGEN das RECHT auf alle diese Daten! Ich glaube die Nachkriegsgeschichte muss neu geschrieben werden.
    Ich bin entsetzt, was da im Hintergrund läuft und lief.  Was zur Zeit public wird macht auf mich den Eindruck, als ob die w i r k l i c h wichtigen Dinge gar nicht auf der Bühne der Politik  z. B. Im Bundestag diskutiert werden, sondern nur in den Hinterzimmern, in einer Art Schattenwelt in der die Geheimdienste, auch der BND, demokratisch unkontrolliert eine dominierende Rolle spielen.
    Was soll da aber noch Demokratie? Da sind wir doch zum lächerlichen Stimmvieh degradiert, das eh nicht weiss, worum es geht. 

    Sie behandeln uns wie Kinder, aber wollen wir wie Kinder behandelt werden? Ich finde das zuzulassen besonders schlimm, weil unsere Vorfahren Blutgeld bezahlt haben fuer die westlichen Errungenschaften und genau das geben wir so mir nichts dir nichts auf.

    Aber ja, wir waren bei der Wut. Auf die Strasse gehen! Ich finde alles hat seine Reihenfolge und erstmals sind Diskussionen wichtig und Nachdenken!  Nicht nur die Wut. Deinen Beitrag zum Beispiel. Dafür kann das Netz gut sein. Die Hitze fuer das Neue kommt dann aus der Unerträglichkeit des Alten. Aber erst muss uns klar sein, was wir wollen.
     Die Piraten haben doch gezeigt, dass Ideen nicht von alleine kommen.
    Hier zwei Beitraege dazu dazu aus meinem Blog.
    http://kirkes.wordpress.com/2013/08/08/die-entfesselte-maschine/
    http://kirkes.wordpress.com/2013/06/24/das-subjekt-und-die-liquid-democracy/

  30. […] Das Medienmagazin ZAPP findet in Der unverstandene Skandal, die deutschen Journalisten schaffen es nicht, die Folgen der Snowden-Enthüllungen zu erklären. Ja. Niemand schafft es. Dieser Skandal ist unsichtbar, er riecht und schmeckt nicht. Er raubt unsere Grundrechte, zeigt uns die ganze Erbärmlichkeit der achselzuckenden Regierung und die eigene Ohnmacht. […]

  31. Glückwunsch zu der sehr lebhaften Diskussion! Wenn wir uns mit vielen hier – und ich treffe jeden Tag mehr – überwiegend einig sind, dass wir etwas unternehmen wollen. Und viele am 7.9. in Berlin auf die Straße gehen wollen, dann müssen alle versuchen, dass es noch mehr werden. Ein sicht- und hörbares massenhaftes Zeichen!

    Das sind wir auch Edward Snowden schuldig, der sein bisheriges Leben für unsere Freiheits- und Bürgerrechte dran gegeben hat.

    Dazu hätte ich folgende Anregung: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass noch mehr Menschen am 7.9. in Berlin zu der Demonstration „Freiheit statt Angst“ kommen würden und die Wirkung nach außen eine andere wäre, wenn Prominente aus verschiedenen Bereichen dazu aufrufen würden.

    Wenn ich an Prominente in Verbindung mit dem Netz und dessen Freiheit denke, fällt mir sofort ein Name ein. Genau: Sascha Lobo. Auch wenn er das Wort Prominenter vermutlich weit von sich weisen würde. Ist aber so.

    Wenn er und andere wie Schauspieler, Musiker und Leute aus verschiedenen Branchen dazu aufrufen würden, hätte das einen sehr großen Effekt, über den auch in den Medien berichtet werden würde, oder? Wenn sich einige Prominente gemeinsam in die Diskussion einmischen.

    Wenn Sascha Lobo so wütend ist, es für einen historischen Einschnitt in der Geschichte des Netzes hält und seine Heimat nicht kampflos einschränken lassen will, könnte er nicht in seinem Netzwerk mit so einer Initiative beginnen – er kennt doch ein paar Prominente aus anderen Bereichen – und andere Prominente machen dann in ihren Feldern weiter und versuchen dort, Prominente zu erreichen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Einschnitt sie alle kalt lässt und sie deswegen nicht bereit sind, sich zu engagieren. Auch wenn das nicht direkt seinem Selbstverständnis entspricht, hat er jetzt andere Möglichkeiten als wir.

    Natürlich ist das sehr viel mühsame teilweise frustrierende Arbeit. Aber wenn wir uns einig sind, dass wir uns hinsichtlich der Freiheit im Netz in einem Fenster des Scheideweges befinden, haben wir alle eine besondere Verantwortung, die wir jetzt wahrnehmen müssen! Und herausgehobene Personen haben diese auch. Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen! Danke.

    • Noch eine kurze Ergänzung: Das macht doch Mut und zeigt doch, dass wir nicht weiter gelähmt sein müssen, oder?

      Obama hat sich gerade direkt an Edward Snowden gewendet und sieht Reformbedarf: Immerhin schon ein Etappensieg für unseren Helden! Thank you so much, Edward Snowden! Deep Respect for your courage.

      Jetzt dürfen wir in Deutschland auch nicht locker lassen und müssen den Druck auf die Bundeskanzlerin und ihre Regierung erhöhen. Damit auch hier nicht weiter vernebelt, sondern aufgeklärt und gehandelt wird!

      Deshalb auf nach Berlin zur Großdemonstration „Freiheit statt Angst“ am 7. September! Wenn wir viele sind, zeigen wir damit Frau Merkel die rote Karte.

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-verspricht-mehr-offenheit-bei-spaehprogrammen-a-915812.html

  32. @Meike: „Und ich frage mich: Was kann ich tun, wo kann ich hin?“ Hin kannst du nirgends, und getan hast du gerade etwas: einen exzellenten Blogpost geschrieben. Einen richtig wütenden. Denn: Argumente haben wir genug, was jetzt fehlt, ist die Wut. Und davon gibt es mehr im Land, als es scheint – sie muss sich nur bündeln; als hoffnungsloser Optimist baue ich da auf einen (nicht prognostizierbaren) Dammbruch.

  33. Ich habe die anderen Kommentare vor mir aus Zeitgründen jetzt nicht gelesen, also entschuldige ich mich vorab für eventuelle Wiederholungen.

    Diese Bundesregierung wird niemals das tun, was du dir von ihr wünschst. Du hast recht, es geht um ALLES. Meine Lösung statt Apathie heißt: Das System als solches in Frage zu stellen. Die alte Frage, von der sich so viele Menschen abgewandt haben, weil alle Alternativen scheiterten. Was wollen wir, das Volk, statt dem Kapitalismus, der uns anscheinend unglücklich macht? Und wie erreichen wir das? Meine Hoffnung, dieses System zugleich zu erhalten und zu verbessern habe ich aufgegeben…

  34. Es sollte sich gegen das System richten
    Passiver Widerstand, ein paar Gedanken dazu.
    Die Grundnahrungsmittel in der Umgebung kaufen, achtet auf „Faire Trade“, wie zum Beispiel bei der Teekampagne, in Berlin.
    Kauft keine neuen Autos mehr, denn die alten sind meist viel billiger. Das ist mein Spezialgebiet, ihr könnt mir glauben, dass die neuen Autos allesamt eine Hightech-Wegwerf-Ware darstellen.
    Glaubt nicht an den Quatsch von Abgasnormen, niedrigeren Co2 Ausstoß.
    Das ist wie mit der Feinstaubplakette und vielen Anderem auch, eine absolute Verarschung.
    Breitbandbildschirme, Handys, PC´s auch mal ein paar Jahre länger benutzen, viele technische Geräte braucht sowieso kein Mensch.
    Erteilt dem Konsum eine klare Absage, kauft keine „Apple“ Produkte mehr und kauft nicht bei Amazon, keine Markenklamotten, verzichtet auf tankt kein E10 und spendet nicht an den WWF!!!(Der Pakt mit dem Panda anschauen).
    Reden, Diskutieren, Stellung beziehen….informiert euch….Und such nicht mehr mit „GOOGLE“ sondern z.B. mit „IXQUICK“ und stellt euer Betriebssystem endlich auf “LINUX” um.
    Keine Aktien und Börsenspekulationen, nehmt nicht vorschnell Kredite auf, am besten ihr verzichtet ganz darauf.
    Vergesst nicht, dass unser gesamtes System auf Kredite und unbegrenztes Wachstum aufgebaut ist.
    Treibt wieder Tauschhandel wenn irgend möglich.
    Das gleiche gilt für die Kreditkartenbenutzung, benutzt wieder Bargeld, das ist nicht zurück zu verfolgen.
    So bekommt man dass System in die Knie.
    Schaut mal nach, ob ihr wirklich all Eure Versicherungen überhaupt braucht, die ihr Euch in all den Jahren angeschafft habt.
    Wenn die Menschen nur noch das kaufen würden, was sie wirklich benötigen, wird sich dieses System ganz schnell als ad acta bestätigen.
    Ach, und holt euer Geld von der Bank, falls ihr noch Welches habt…;-)
    Fazit: Die einzige Handlungsalternative sei „eine Kultur der Verweigerung“. Dies bedeute, „jede Mitverantwortung für ‚Marktwirtschaft und Demokratie‘ zu verweigern, nur noch ‚Dienst nach Vorschrift‘ zu machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das möglich ist“.

    • Liebe/r PublicViewer,

      das sind interessante Anregungen. Vielleicht kann man sogar noch ein paar Schritte weiter gehen: Ich mache seit Jahren die Erfahrung, dass es prima ohne geht. Ohne Handy. Ohne Auto. Ohne TV. Das geht nicht nur, sondern ist ein echter Gewinn. Wie wäre es, nach „Slow Food“, „Slow Parenting“, „Slow Parenting“, mal mit „Slow Living“?

      Ich weiß, das sind alles blöde denglische Modewörter, aber was dahintersteckt, ist nicht blöde. Wir gehen unter in einer lebensfeindlichen Hektik, der sich die allerwenigsten entziehen können. Ich hab darüber neulich in meinem Blog geschrieben, da geht’s auch um Bewegungen wie die französische Décroissance zum Beispiel. Die dürfte dir zusagen.

      Liebe Frau Meike,

      ich lese hier erst seit kurzer Zeit mit, finde mich aber in vielem, was du schreibst, sehr wieder. Danke dafür.

  35. In dieser Sache etwas von der Regierung zu fordern bzw. zu erwarten, läuft doch am Ende wieder darauf hinaus, dass wir darauf vertrauen müssen bzw. sollen, dass nun alles mit rechten Dingen zugeht. Das ist aber auch nichts anderes als das, was wir bisher getan haben, und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass ausgerechnet diesmal alles gut wird. Schießlich sollte ja schon vorher alles gut gewesen sein, und ohne Edward Snowden würden wir das ja auch immer noch glauben.

    Forderungen bzw. Erwartungen an den Staat sehe ich daher nur als einen Baustein – der natürlich trotz allem wichtig ist. Der andere ist, nicht auf ein Wunder zu warten – Geheimdienste werden immer Geheimnisse haben –, sondern dass wir uns selbst etwas auszudenken, wie wir unsere persönlichen Geheimnisse schützen können. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails z. B. gibt es ja schon, sie muss nur genutzt werden – und sie muss einfacher nutzbar werden. Forderungen müssten also auch an die Hersteller von E-Mail-Programmen gerichtet werden.

    Letztendlich müssen wir die Ernsthaftigkeit unserer persönliche Empörung auch daran messen lassen, wie weit wir auch selbst bereit sind, solche Technologien zu nutzen und uns damit zu beschäftigen. Außerdem: das Wissen, wie diese Technologien im Groben funktionieren, etwas tun zu können, nicht völlig ausgeliefert zu sein, schützt auch vor Paranoia und Aberglaube.

    Nebenbei: Ich denke, niemand, der online ist, kann von sich sagen, er habe nichts zu verbergen. Ich jedenfalls habe sehr wohl etwas zu verbergen, z. B. meine Passwörter für diverse Logins, insbesondere fürs Onlinebanking.

  36. Später Nachtrag:

    Und ich frage mich: Was kann ich tun, wo kann ich hin?

    Unsere Empfehlung: Klein beginnen. Zum Beispiel überlegen, ob man die Geheimdienst mit eigenen Waffen (ein wenig) schlagen kann. Eine ihrer Waffen ist die Offenlegung. Sie selbst wollen aber im Geheimen bleiben. Rücken wir sie also in einen Fokus, mit dem sie nicht rechnen.

    Dazu folgende Aktion: Die Behrenstraße in Berlin grenzt zwischen Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Straße an die Botschaften der USA und Großbritannien – von wo aus das gesamte Regierungsviertel (und wohl viel mehr) unter Beobachtung steht. Beobachten wir zurück und initiieren eine Gesetzesinitiative, um diesen Teil der Behrenstraße in »Edward-Snowden-Straße« umzubennnen.

    Die Botschaften der USA und von Großbritannien in einer Edward-Snowden-Straße mitten in der Frontstadt Berlin; das hätte schon Seltenheitswert.

    Verantwortlich dafür ist das Straßenbauamt im Bezirksamt von Berlin-Mitte. Dort wird demnächst gemäß § 5 Berliner Straßengesetz ein entsprechender Antrag auf Umbenennung gestellt. Selbstverständlich wird dieser Antrag unter fadenscheinigsten Begründungen verworfen, obwohl das BerlStrG keine Bestimmung enthält, welche keine Umbenennung zulassen würde. Dann geht die Sache vor das Abgeordnetenhaus mittels ebenfalls verworfen werdender Petition und dann vor die Gerichte, welche die Angelegenheit ebenfalls verwerfen werden. Wenn hier jedoch die Öffentlichkeit, d.h. viele Bürger Berlins und auch internationale Gegner der Geheimdienstpraktiken, ein wenig zusammenarbeiten und die Sache publik machen (z.B. mit Verbreitung und kleinen Aktionen vor Ort), ist es möglich, das Thema in einen (subversiven) Fokus zu rücken, mit dem weder seitens der entsprechenden Geheimdienst noch der deutschen Behörden gerechnet wurde.

    Vor allem wird dann offenbar, wie sehr sich die öffentliche Gewalt bei dem Versuch lächerlich machen wird, einerseits nach außen scheinbar gegen die Überwachung zu protestieren und sich andererseits gegen einen mit einer solchen Umbenennung offenen Protest der Bürger zu wehren.

    Mehr Informationen: http://snowdenstreet.de

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