Die Welt retten – ein Programm in x Mauseschrittchen

Die Welt retten – ein Programm in x Mauseschrittchen

Man könnte sagen „Donald Trump ist der Präsident der USA, ich muss kritisch twittern und kann mich jetzt nicht um die Rettung der Welt kümmern!“ Kann man. Irgendwas ist ja immer, das einen davon abhält, die Welt zu retten. Treffen im Kegelclub, Abendessen mit Claudi und Stefan, um die Häuser ziehen mit den Jungs, Serien gucken. Die schlimmste dieser Rettungsbremsen ist man aber selbst. Beziehungsweise das tückische Gefühl, zur Rettung der Welt reiche eine kritische Grundhaltung schon aus. Wenn man – grundsätzlich – schon weiß, was falsch läuft, ist die Welt doch quasi schon ein bisschen verbessert. Wenn man weiß, dass der Big Mac, in den man dann mit dieser Mischung aus Geilheit und Heißhunger hineinbeißt, von den unglücklichsten Kühen stammt, die man sich vorstellen kann, und ihr Schicksal vor dem Schlucken einen Moment lang bedauert, dann hat man das kurze und intensive Leben dieser Tiere doch schon ein wenig besser gemacht. Oder nicht?

There’s no such thing as „Kritischer Konsum“

Natürlich verbessert das nichts. Mit jedem kritischen Einkauf erzeuge ich die gleiche Nachfrage am Markt wie jemand, dem das Schicksal der unglücklichen Kühe am Arsch vorbei geht. Mit jedem ironischen Einschalten von „Bauer sucht Frau“ erzeuge ich die gleiche Quote wie jemand, der die Vorführung von Menschen vor einem Millionenpublikum tatsächlich für gute Unterhaltung hält. Das leicht angeekelte Lesen von Frauenzeitschriften, die die Frau zu einem um ihre Optik besorgten Konsumhäschen erziehen, in Wartezimmern und Friseursalons bestätigt die Zeitschriftenauswahl der Praxis oder des Salons ganz genauso wie jemand, der WIRKLICH wissen möchte, wie ein Frauenkörper zwei Wochen nach einer Geburt wieder einladend aussehen kann. Es gibt keinen kritischen Konsum, es gibt nur Konsum.

Ich habe selber eine Weile gebraucht, um das zu schnallen. In „Germany’s Next Topmodel“ habe ich früher ganz gerne hineingeschaut und die Pizza hat mir auch immer geschmeckt, obwohl das Hackfleisch darauf von unglücklichen Kühen kam. Auf Biolebensmittel haben der Mann und ich schon länger umgestellt, aber ein paar eklige kleine Industriegüter haben wir uns dann und wann nochmal in einem normalen Supermarkt gekauft. Und irgendwie dabei gedacht, das reicht. Wir sind kritisch, die Schattenseiten eines globalisierten Hyperkapitalismus sind uns bewusst, wir denken mit einer gewissen Demut an die unterbezahlten Arbeiter und Arbeiterinnen, die unsere Konsumgüter in Bangladesh oder China fertigen und bedanken uns gedanklich bei den jungen Männern, die in Afrika praktisch ohne Sicherheitsvorkehrungen unter giftigsten Bedingungen die Rohstoffe abbauen, die uns unsere verliebten iMessages ermöglichen.

Nun erreicht die Amarschseiung der Welt seit zwei Jahren immer neue Höhepunkte, die Dritte Welt macht sich auf, um bei der Ersten an die Tür zu klopfen und zu fragen, ob sie auch etwas von den von ihr selbst hergestellten Konsumgütern abhaben kann, und die Erste Welt reagiert darauf mit Angst, Abschottung und Härte. Vorbei die Zeit der Weltrettungsabsichten. Welt retten, ja schon, aber nur solange ich nicht WIRKLICH etwas abgeben muss. Nur solange, wie ich Dinge tun muss, die mir eh leicht fallen. Solange es um Dinge geht, die ich ohnehin nicht brauche. Alles, was darüber hinaus geht, echter Verzicht auf Bequemlichkeiten, echte Veränderung des Alltags, das wollen wir nicht. Weltrettung ja, aber nur, wenn sich mein Leben dadurch nicht verändert und ich weiter alles kaufen kann, was ich möchte. Als mir die Verlogenheit und Scheinheiligkeit meiner eigenen Haltung bewusst wurde, fragte ich mich, wie ich mir das selbst so lange hatte durchgehen lassen.

Veränderungen

Die Veränderungen, die die Einsicht nach sich zog, kamen so selbstverständlich wie die Krise (mein Leben ist derzeit ja so etwas wie eine Aneinanderreihung von Krisen). Heute ist vieles in unserem Haushalt anders als vor zwei, drei oder sieben Jahren. Als schlechteste Hausfrau der Welt, die jede Art von Hausarbeit leidenschaftlich hasst, fiel mir die Umstellung zu mehr „Unbequemlichkeit“ in diesem Bereich nicht ganz leicht, aber auch nicht so schwer, dass ich mir das nicht schon viel früher hätte abverlangen können. In der Folge schreibe ich nun auf, was wir heute anders machen, worauf wir verzichten und was wir durch Alternativen ersetzt haben. Nicht jede solcher Veränderungen ist für jeden alltagstauglich, sei es aus Zeit- oder Geldgründen. Die Liste ist unvollständig und erst ein Anfang, wahrscheinlich gibt es noch viel mehr, das man mit zumutbarem Aufwand tun kann, und ich bitte ausdrücklich um weitere Ideen, Anregungen, Ergänzungen.

  • Kein Auto mehr, statt dessen Car2Go
    Als der Leasingvertrag für unseren Phaeton im Juli 2015 auslief, überlegten wir, wie es weitergeht. Im Sommer fahren wir regelmäßig in die Natur, ein Leben ohne Auto schien uns unmöglich. In unsere Überlegungen hinein wurde der Abgasbetrug von VW publik und ich sagte dem Mann, dass mir nie wieder ein Auto von VW oder einer Tochtermarke ins Haus kommt. Eigentlich wollte ich auch nie wieder einen Verbrennungsmotor. Wir recherchierten viel über Tesla, scheuten aber die hohen Kosten, die geringe Reichweite und das mickrige Ladenetz. Um die Zeit bis zu einer endgültigen Entscheidung zu überbrücken, meldete sich der Mann bei dem Carsharing-Anbieter Car2Go an, der uns ermöglichte, weiterhin am Wochenende in die Natur zu fahren. Mit einer Einrichtungsgebühr von aktuell 9€ und einem Minutenfahrpreis von 24 bis 34 Cent liegen die Kosten ein Vielfaches unter unserem früheren Leasingvertrag oder später den Taxikosten. Die gute Verfügbarkeit, die geringen Kosten und die unproblematische Parkplatzsuche führten dazu, dass die Zeit bis zu einer Entscheidung immer länger wurde. Schließlich beschlossen wir, kein Auto mehr zu kaufen – zumindest nicht solange wir noch im Herzen von Berlin wohnen, wo der nächste Car2Go-Smart in der Regel nur wenige Meter entfernt steht.
  • Kleidung reparieren, statt wegwerfen und neu kaufen
    Einer der größten Ungerechtigkeitsfaktoren ist die Textilindustrie, die im Bestreben, mehr Gewinne zu erwirtschaften, Ramschware in immer kürzeren Kollektionswechseln auf den Markt wirft. „Die globale Textilwirtschaft hat es in wenigen Jahren geschafft, aus Kleidung Wegwerfprodukte zu machen.“ Als Bangladesh als Produktionsland durch den Einsturz der Fabrikhalle Rana Plaza, bei der über 1100 Menschen starben, die dort u.a. für C&A, KiK, Benetton, Mango, Primark und Walmart Kleidung hergestellt hatten, für den Konsumenten vergiftet war, wanderten viele Firmen einfach nach Südostasien ab, statt die Verhältnisse zu verbessern. Ich war zwar noch nie das große Shoppingpüppchen, habe also auch früher schon nicht oft Schuhe und Kleidung gekauft, aber hin und wieder gab es dann eben doch ein paar neue Baumwolloberteile für 9,95. Ging etwas kaputt, warf ich es weg und kaufte es neu, die Reparatur lohnte ja bei so geringen Kosten doch nicht. Das sehe ich heute anders. Löcher in Socken und aufgeribbelte Nähte repariere ich heute, anstatt das Kleidungsstück wegzuwerfen. Ich bin alles andere als begabt mit Nadel und Faden, aber eine verkrunkelte Naht bekomme ich gerade noch so hin. Außerdem schafft das Nähen eine kurze Ruheinsel im Alltag, ich kann nebenbei ein Hörspiel hören oder ein bisschen Youtube gucken. Meist sammle ich kaputte Teile eine Weile und mache dann alles auf einmal, dann lohnt sich das Gefriemel mit dem Faden wenigstens. Länger als eine halbe Stunde im Monat brauche ich nicht dafür.
  • Zusammen duschen
    Zu den eindeutig angenehmeren Umstellungen gehört es, dass der Mann und ich fast immer zusammen duschen. Das spart Wasser und macht gleich zweimal Spaß, nämlich einmal beim Duschen und dann noch einmal bei der Nebenkostenrückzahlung.
  • Sodastream statt gekauftes Wasser
    Evian, das der Mann lange trank, hat vor kurzem eine so unverschämte Verteuerung hingelegt (weniger Inhalt bei höherem Preis), dass wir uns nach einem alternativen, am liebsten regionalen Mineralwasser umschauten. Beim Recherchieren wurde schnell klar, dass die billigste und ökologischste Alternative das gute alte Leitungswasser ist. Da ich Wasser ohne Kohlensäure aus religiösen Gründen ablehne, schafften wir uns einen Sodastream für 99€ an und zapfen jetzt seit Monaten unser Wasser selbst. Die Kohlensäurekartusche reicht für bis zu 60l und kann in vielen Supermärkten, Drogerien und Baumärkten umgetauscht werden. Wir machen das bei dem kleinen Minibaumarkt gegenüber für 8,99€. Verglichen mit den Kosten, die wir früher im Schnitt alle 5 Wochen für Wasser ausgegeben haben, hatte sich der Sodastream schon nach zwei Monaten amortisiert.
  • Lebensmitteleinkäufe
    Früher sind uns viele Lebensmittel schlecht geworden, vor allem Obst, Gemüse und Käse. Wir haben schlichtweg zu viel eingekauft, meist um etwas auf Vorrat da zu haben, „falls man Appetit bekommt“. Falls man aber keinen Appetit bekommt und einen zusätzlich noch die Lust zu Kochen verlässt, was bei uns regelmäßig der Fall war, dann liegen Berge frischer Zutaten tagelang unangetastet im Kühlschrank und rufen schließlich schimmelbeflockt die Republik aus. Also haben wir uns gnadenlose Selbstbeschränkung verordnet, wir kaufen heute viel weniger und nur Sachen, von denen wir sicher wissen, dass wir sie in den nächsten drei, vier Tagen verbrauchen. Darüber hinaus, und das fiel mir besonders schwer, verzichten wir auf exotische Früchte, von denen ich früher Unmengen in mich reingestopft habe. Aber da Wildmangos, Cherimoya, Sharonfrüchte und Kiwis nun einmal nicht in der Uckermark wachsen und daher eine halbe Weltreise hinter sich bringen müssen, um von mir gegessen zu werden, verzichte ich. Ich versuche, so regional wie möglich zu kaufen und lediglich im Winter, wenn es kaum regionales Obst gibt, erweitere ich die Maximalentfernung unserer Lebensmittel auf Resteuropa. Alles, was von weiter weg kommt, gibt es in unserem Haushalt gar nicht mehr. Unser Kundenkonto bei pizza.de haben wir gelöscht, wir kochen heute fast täglich selber. Ja, tatsächlich, es gibt ein Leben jenseits der Bestellpizza.
  • Konsumverzicht
    Ich war früher willenloses Opfer vor allem von Schnickschnackläden wie NanuNana, Butlers und ähnlichen Nutzlosesdekozeuganbietern. Früher führte mich jeder Besuch im benachbarten Einkaufszentrum auch bei NanuNana vorbei, wo ich nach Platzdeckchen, Kerzenhaltern, Kerzen und dekorativen Kartons Ausschau hielt. Ich verließ das Geschäft nie mit leeren Händen, nie. Das mache ich heute nicht mehr. Wir kaufen so wenig wie möglich und nur Sachen, die wir brauchen. In-App-Käufe, Lieder, die kostspielige itunes-Onlinevideothek, mit der wir früher bis zu 100€ im Monat für Filme und Serien ausgegeben haben, Nagellacke (meine Archillesferse), dieses ganze Getöse, das man eigentlich nicht braucht, aber haben will (because fuck you that’s why) haben wir extrem zurückgefahren. Wir gönnen es uns hin und wieder als Goodie, aber das Kaufen ohne Nachzudenken gehört nicht mehr zu unserem täglichen Leben. Zu meinem letzten Geburtstag im August schenkte mir der Mann eine Kiste Nichts (s. Titelbild) und das war das Schönste, was er mir hätte geben können. Dass sich all das auch an unserem Kontostand bemerkbar macht, ist ein wunderschöner Nebeneffekt, denn das Geld, das wir sonst gedankenlos in Güter gesteckt haben, die uns im Grunde nichts bedeuteten, können wir so für schönere und nachhaltigere Dinge ausgeben. Einen Teil spenden wir an verschiedene Organisationen, einen Teil sparen wir und einen Teil geben wir für Unternehmungen aus, die uns gut tun und Erinnerungen schaffen.
  • Kerzen selber gießen
    Ich bin Kerzenmensch, ein Leben ohne offenes Feuer um mich herum kann ich mir nicht vorstellen. Entsprechend hoch waren früher die regelmäßigen Ausgaben für Kerzen. Oft brennen diese Kerzen nicht ganz bis zum Schluss, der Docht ertrinkt, bevor die Kerze ganz heruntergebrannt ist, so dass ein Fünftel des Wachses unverbraucht in die Mülltonne wandert. Das hat mich gestört und weil ich mich daran erinnern konnte, dass mein Bruder und ich als kleine Kinder mal mit unserer Mutter in der Adventzeit Kerzen selber gegossen haben (damals zum Spaß, nicht um die Welt zu retten), fing ich an, die Wachsreste zu sammeln. Kerzen zu gießen ist wirklich eine einfache Sache, man braucht nur leere Klopapierrollen, etwas Knete, Docht aus dem Bastelladen und Zahnstocher, um den Docht zu fixieren. Dann schmilzt man einfach das Wachs in einem Stiltöpfchen und gießt es in die Rollen, die auslaufsicher in der Knete stehen. Das meiste Gefriemel macht es, den Docht in der richtigen Länge um den Zahnstocher zu knoten, der Rest ist ruckzuck gemacht.
  • Weniger und andere Reiniger
    Ich hätte nie gedacht, dass ich als Antihausfrau mal auf meinem Blog Putztipps geben würde, aber das Leben steckt eben voller Überraschungen. Nun denn. Ich habe zwar nicht oft und nur ungern geputzt, hatte für diese Fälle aber eine ganze Armada an Flaschen und Dosen mit verschiedenen Reinigern für alle Lebenslagen. Zum einen habe ich fast alle Reiniger auf umweltschonendere Mittel von Frosch oder AlmaWin (gibt es im Biosupermarkt oder Reformhaus) umgestellt und zum anderen die schiere Anzahl drastisch reduziert. Es ist gar nicht nötig, für das Wäschewaschen ein Vollwaschmittel, eines für Buntwäsche, einen Hygienespüler und Weißtücher zu verwenden. Ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, aber die Ökosorten sind oft sogar besser als die früheren Chemiebomben, z.B. das Frosch-Waschpulver und die Geschirrspültabs von Almawin. Beim Gesichirrspüler bleiben zwar oft Kalkflecken auf den Gläsern, aber wie übersättigt muss eine Gesellschaft sein, wenn sie Kalkflecken auf ansonsten sauberen Gläsern als größeres Problem wahrnimmt als Umweltzerstörung durch aggressive Reiniger?
    Update: Nach ein wenig Herumprobieren hat sich zum Wäschewaschen eine Mischung aus Waschnüssen und Frosch-Waschpulver am besten erwiesen. Waschnüsse allein reichten leider oft nicht, doch mit einem Teelöffel Waschpulver ergänzt ist die Reinigungsleistung vollkommen ausreichend. Wegen des steinharten Berliner Wassers funktioniert ökologisch unbedenkliche Citronensäure als Entkalker bei unserer Kaffeemaschine leider ebenfalls nur leidlich, weshalb wir da nach wie vor zur Chemiekeule greifen.
  • Außerdem neu: wir kaufen die wenige Kleidung, die manchmal nötig ist, wenn möglich von nachhaltigen/fairen Anbieter wie hessnatur, Vivanda oder Greenwindow oder wenn wir da nichts Passendes finden, Second Hand zum Beispiel bei Ubup. Bücher, Filme und andere Medien kaufen wir nach Möglichkeit ebenfalls gebraucht bei Medimops. (Keiner der Anbieter hat mich gebeten und/oder bezahlt, damit ich ihn verlinke.)

Sicher beschreibt diese Liste noch nicht die Rettung der Welt. Aber es kann ein Anfang sein, wenn wir alle aufhören, uns selbst in die Tasche zu lügen, dass eine kritische Grundhaltung Umweltzerstörung und Ungerechtigkeiten verursachenden Hyperkonsum besser macht. Denn das tut sie nicht.

37 Kommentare

  1. Blöde Frage so von Antihausfrau zu Antihausfrau: Welche Mittelchen siehst Du denn mittlerweile als notwendig an?

    • Spülmittel, Geschirrspüler für die Maschine, Scheuermilch fürs Bad, Kloreiniger, Spiritus für Glas und statt zwei Waschmittel für weiß und bunt habe ich nur noch eines für beides.

      Weggelassen habe ich bis jetzt Colorwaschmittel, Weißtücher, Haushaltsreiniger und speziellen Parkettreiniger. Der Haushaltsreiniger, den ich immer zum Wischen genommen habe, lässt sich prima durch einen Spritzer Spülmittel ersetzen. Den Hygienespüler benutze ich noch, weil ich fast alle Wäsche nur bei 40°C wasche, aber wahrscheinlich ist das auch nicht wirklich nötig. Es ist ja auch nur so eine Werbungseinflüsterung, dass plötzlich alles bakterienfrei sein und Krankenhausstandard entsprechen muss.

      Im Netz gibt es außerdem viele Anleitungen, wie man mit Backnatron und Essigessenz universell einsetzbare, ungiftige Reiniger selbst mischen kann, aber da habe ich mich noch nicht herangewagt. Ich bin wie gesagt noch am Anfang und prüfe noch viele einfachere, verträglichere Alternativen.

      • Statt Hygienespüler nehmen, Unterwäsche, Handtücher etc., lieber bei 60 Grad waschen, ansonsten reichen die 40 Grad. Die meisten Stücke vertragen auch 60 Grad ganz gut und die wenigsten Bakterien überleben das.
        Ich denke, dass Hygienespüler dem Wasser genauso schaden und nicht mehr herauszufiltern sind. Ich benutze sie nur, wenn ansteckende Krankheiten in der Familie rumgehen.

      • „Kloreiniger“ – Ich hab kürzlich Zitronensäure (flüssig oder als Pulver) als Allzweck“waffe“ entdeckt. Ich konnte den künstlichen Duft nach Zitronenhain und Meeresbrise immer weniger ertragen, außerdem habe ich den Eindruck, dass Zitronensäure mehr Mumm hat (was vielleicht auch daran liegt, dass man sie wegen ihrer Geruchlosigkeit auch mal überdosieren kann). Außerdem kann man damit alles mögliche entkalken und „durchpusten“, ohne dass es einem irgendwie unappetitlich vorkommt, weil man Klo und Kaffeemaschine mit demselben Zeug behandelt.

  2. Darf ich als Landei mal einen Tip an einen Großstadtmenschen aus Berlin loswerden? Statt PETA oder anderen spendensammelnden Organisationen zu glauben, fahr einfach mal aufs Land, besichtige einen dieser „industriellen Tierfabriken“ und lass Dir von den Leuten vor Ort erklären, wie die Tiere leben und auch sterben. Du wirst sehen, dass die großen Industriebetrieben häufig bessere Lebensbedingungen bieten als Kleinbauern oder sogar Biobauern (die Ferkelsterblichkeit bei Biobauern ist deutlich höher als bei normalen Bauern). Vor allem verzichte auf die Vorstellung, dass Tiere dann glücklich sind, wenn Menschen es sind. Tiere haben andere Voraussetzungen, um ein angenehmes Leben zu haben.
    Langsam nervt es mich, dass Stadtmenschen meinen, besser zu wissen, was gut für Tiere ist statt sich mal mit den Menschen zu unterhalten, die tagtäglich mit den Tieren zu tun haben.

    • Ich finde es bedauerlich, dass mein Artikel bei Ihnen so viele Aggressionen auslöst, aber ich darf Ihnen versichern, dass Ihr Großstadtmenschen-Rundumschlag hier an der völlig falschen Adresse ist. Ich bin in Dörfern und Kleinstädten aufgewachsen, in die Großstadt zog es mich erst, als ich schon erwachsen war. Mein Kindergartenweg führte mich damals an einem Hof vorbei, auf dem regelmäßig bleiche Schweinehälften zum Ausbluten hingen. Ein Huhn habe ich sogar schon selbst geschlachtet und meiner Mutter früher regelmäßig geholfen, die Fische auszunehmen, die mein Vater und mein Bruder vom Angeln mitbrachten. Das ist etwas anderes als ein Schlachthof, das gebe ich zu, aber ich bin eben keiner von den Großstadtmenschen, die nicht wissen, dass Chicken McNuggets mal lebendige Tiere waren. An PETA spende ich im Übrigen nicht, weil ich die für einen Haufen Verrückter halte, die jeden Bezug zur Realität verloren haben.

      Und – wenn mir die Spitze erlaubt ist – es ist wirklich sehr typisch, dass Sie Ferkelsterblichkeit als Indikator für Güte anführen, weil es mich wiederum sehr nervt, dass Menschen immer glauben, die Welt sei nur dann gut und richtig, wenn niemand, weder Mensch noch Tier, „vor seiner Zeit“ stirbt. Natürlich sterben mehr Ferkel, wenn die Schweine weniger oder keine Antibiotika bekommen, wenn sie wie in Dänemark im Freien gehalten werden, oder die Muttersau nicht fixiert ist, also auch schonmal eines ihrer Jungen zerdrücken kann. Ich halte das für einen ganz normalen und natürlichen Prozess. Junge bekommen heißt Junge verlieren. Das gilt für alle Lebewesen, nur der Mensch fühlt sich zutiefst durch diesen Umstand beleidigt.

      • Die beiden letzten Sätze sind einfach ganz wunderbar & zitierwürdig! (Auch wenn vermutlich wieder der Vorwurf kommt, so etwas könne man nur als Kinderlose/r sagen *eyesroll*)

        • Nö, Du beschreibst nur Fakten. Kinder bekommen und Kinder bekommen wollen heisst halt auch Ja sagen zu den schmerzhaften Seiten (auch wenn einem dann kaum noch irgendwas so viel existenzielle Angst macht wie die Sorge vor dem Eintreten dieses Falles, kann ich nur aus eigenem Erleben sagen)

  3. Zum Thema Duschen: seit einiger Zeit habe ich für mich Haar-Seife und Körper-Seife entdeckt, die ganz tolle Qualität haben und das Kaufen von Plastikflaschen (Shampoo und Duschgel) aufs Beste ersetzen. Man hat das einfach in fester Form, was zusätzlich noch sehr ergiebig ist.

    Ich war zum Glück schon immer eher konsumresistent, shoppen finde ich immer wahnsinnig anstrengend und von den ganzen Reizen und Menschenmassen bekomme ich eh Migräne. Ein Auto hatte ich noch nie und seit dem Jahr 2000 habe ich erst mein drittes handy. Meine letzte Flugreise ist über 10 Jahre her. Ich mache das aber gar nicht aus Gründen der Weltverbesserung, sondern es passiert wie von selbst, ohne das ich das Gefühl habe auf etwas verzichten zu müssen, das mir wichtig wäre. Das erleichtert die Sache natürlich ;-)

    Es gibt bestimmt aber auch viele Dinge, bei denen ich inkonsequent bin. So esse ich immer noch Fleisch (wenn auch wenig und allermeistens Bio), auch wenn es total gegen meine Überzeugung geht. Meine schlecht isolierte Altbauwohnung schluckt viele Energiekosten, aber ich kann/will es nicht ändern, weil ich nicht erfrieren möchte.

    Ein Nachdenken über all diese Dinge ist auf jeden Fall lohnenswert.

    Schöne Grüße,
    Mia

    PS: Achja, Hygienespüler ist das Überflüssigste überhaupt :-)

    • Danke für den Tipp. Bei Körperhygiene habe ich mich am schwersten getan, etwas zu ändern. Shampoo geht leider nicht, weil ich aus medizinischen Gründen nur ein spezielles Shampoo benutzen kann. Ich habe diverse Duschgele von Wileda, Lavera und wie die Marken alle heißen ausprobiert, aber so begeistert ich von Ökoreinigern bin, so unbegeistert bin ich von Duschgelen, Cremes usw. Die haben alle eine komische Konsistenz, die Sachen von Wileda riechen alle muffig (dann lieber gar keinen Geruch) und ich empfinde es eher als unangenehm, mir das auf die Haut zu schmieren. Seife ist eine gute Idee und auch bei Deo konnte ich schon eine tolle Alternative finden.

  4. Ich lebe nicht wirklich ökologisch, aber ein paar Sachen habe ich auch schon geändert. Ich benutze bei Körperpflege fast nur noch Sachen von heymountain.de, weil die sehr gute Inhaltsstoffe haben, tierversuchtsfrei sind und trotzdem toll riechen und wirken. Seit Jahren benutze ich nur noch Natrondeos, die kann man auch ganz einfach selber herstellen, wenn man mag, und sie wirken bei mir sogar besser als das Drogeriezeug. Total begeistsert bin ich von Menstruationstassen und das nicht nur wegen den ökologischen Vorteilen, sondern weil es für mich einfach so viel besser funktioniert als Tampons. Auf Colorwaschmittel würde ich aber nicht verzichten, weil Vollwaschmittel Bleichmittel enthält und die Farben so schneller verblassen. Dafür aber den Hygienespüler weglassen. Du kannst auch mal Waschnüsse ausprobieren, die sollen auch sehr gut sein, habe es aber noch nicht selbst getestet. Dass Kleidung immer schlechtere Qualität hat geht mir auch unglaublich auf den Geist. Ich will meine Sachen nicht nach einer Saison wegschmeissen müssen, denn viele schöne Stücke habe ich schon jahrelang.

  5. Einen Tipp habe ich auch noch zur Hand: Die guten alten Stofftaschentücher. Ich konnte bei meiner Oma ebensolche abgreifen (originalverpackte Schubladenleichen) und möchte sie nicht mehr missen. Gleiches gilt für waschbare Baumwollpads & tücher für den Badezimmergebrauch.

    So spart man schnell Unmengen Wegwerf-Produkte und Verpackung. Und Geld. Stoff-Servietten und Küchentücher anstelle von Zellstofftüchern sind weitere Hilfsmittel in der Küche …
    Wenn man einmal anfängt, fällt das aufhören schwer ;)

  6. Zu Shampoos , Duschzeugs und mehr: Ich mag und nutze zwar viele Produkte aus dem Weleda-Sortiment, aber ja, die werden mitunter irgendwann ranzig, wenn sie zu lange offen herumstehen. Für die Kombi aus viel Duft und wenig Verpackung ist IMHO Lush unschlagbar. Deren feste Shampoos sind prima in der Wirkung, ergiebig und kompakt – also auch gut für unterwegs. Ergänzend zu Frosch ist hier noch Sodasan im Einsatz.

    Schön übrigens auch der Absatz zum Kerzenziehen: Es geht ja schließlich gar nicht darum, aus dem Verzicht eine Ersatzreligion zu machen und auf gefühlt alles zu verzichten – und siehe da: selbst dort, wo man gar nicht verzichtet, kann man manche Dinge nachhaltiger angehen.

  7. krass geiler artikel! gefällt mir sehr gut.
    wunderbar die formulierung: „Da ich Wasser ohne Kohlensäure aus religiösen Gründen ablehne“
    weitermachen!
    liebe grüße,
    jule*

  8. „auch etwas von den von ihr selbst hergestellten Konsumgütern abhaben kann“…

    Aus Ländern, in denen unsere Konsumgüter hergestellt werden (China,Südostasien), kommt übrigens fast niemand.

    Das Gros der Geflüchteten kommt aus Ländern, die eben gar nichts produzieren, was den Kunden bei uns interessiert.

    • Diese Statistik verrät uns etwas über die Nationalitätenzusammensetzung der Flüchtlinge in 2017: Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland im Jahr 2017.
      Da sind zunächst die Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Haben Sie die Bilder aus Aleppo mal gesehen? Das sind Menschen, die täglich von Krieg und Terror bedroht sind und die fliehen, um nichts als ihr nacktes Leben zu retten. Ich nehme an, Sie sehen sich selbst nicht als Rassist, sondern lediglich als besorgten Bürger, der mit seiner fundierten Meinung ernst genommen werden möchte, und als solchen führe ich Sie in meinem Blog auch (noch). Wenn Sie aber kein Nazi oder Rassist sein wollen, dann können Sie den Menschen, die vor diesem Wahnsinn in Syrien fliehen, Unterstützung und Zuflucht nicht verwehren, nur weil sie aus einem anderen, für Sie als Europäer fremden, Kulturkreis kommen. Wenn Sie kein Nazi sind, können Sie Hilfe nicht nur denjenigen Menschen angedeihen lassen, die blond sind, eine helle Hautfarbe und die richtige Nationalität haben.

      Dann Afghanistan und Irak. Sie sind ebenfalls Teil des instabilen Nahen Ostens, der täglich von Terror erschüttert wird. Die Instabilität ist zum Großteil die Folge von westlichen Interventionen in diesen Ländern, die Jahre, ja, Jahrzehnte zurückliegen. Diese Interventionen umfassen direkte Kriegshandlungen, aber auch Finanzierung von politischen Splittergruppen und Waffenlieferungen. Waffenlieferungen, an denen auch Deutschland sehr gut verdient hat: zwischen 2002 und 2013 335,5 Millionen Euro nämlich. Wo der Westen in nationalen und internationalen Konflikten derart mitmischt, muss er auch bereit sein, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen.

      „Aus Ländern, in denen unsere Konsumgüter hergestellt werden (China,Südostasien), kommt übrigens fast niemand.“
      Stopp. Sie verheimlichen die Hälfte der Geschichte, damit Sie weiter Flüchtlinge ablehnen können, aber wenn Sie das ganze Bild betrachten – und ich nehme an, als mündiger, ernstzunehmender Bürger sind Sie an der Wahrheit interessiert -, dann sehen Sie, dass die Produktionskette vieler Konsumgüter nicht nur aus der Endfertigung in China besteht.

      Als nächstes stehen die Türkei (Endfertigung vieler Textilienhersteller, z.B. H&M, Benetton, Lacoste) und mehrere afrikanische Länder auf der Liste. Viele afrikanische Länder sind Teil der Produktionskette, indem sie nämlich überhaupt erst die Rohstoffe liefern, die in China dann verbaut werden. Hier können Sie mal schauen, was die Hauptexportschlager des afrikanischen Kontinents sind: Bodenschätze und Rohstoffe in Afrika. Sie haben Recht: es ist nicht viel Endfertigung dabei. Aber ohne die Arbeit afrikanischer Jugendlicher in Kobaltminen hätten Sie und ich vermutlich beide kein bezahlbares Smartphone. Aber es geht ja noch weiter. Tropenholz, Gold, Diamanten (der afrikanische Kontinent weist neben Russland die größten natürlichen Diamantvorkommen auf) und zig andere Metalle, die in unseren Alltagsgegenständen stecken, kommen aus Afrika. Wir behängen uns mit Schmuck, dessen Rohmaterial in Afrika abgebaut wurde.

      Wenn Sie die Geschichte der Herstellung westlicher Alltagsgüter vollständig erzählen, dann müssen Sie zugeben, dass „wir“ der Dritten Welt viel mehr verdanken als die Endfertigung unserer Smartphones in China.

      Und wenn Sie jetzt sagen „Aber man sollte lieber die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen“, dann stimme ich Ihnen zu.
      Aber 1. dauert so etwas lange, sehr lange. Jahre, mitunter Jahrzehnte. Die Menschen, die JETZT von Krieg bedroht sind, haben nicht Jahre Zeit, um auf Frieden zu warten. Die sterben JETZT. HEUTE. JEDEN TAG. Das Bekämpfen von Fluchtursachen kann also die sofort wirksame Hilfe nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.
      Und 2. gehört zu einer Bekämpfung von Fluchtursachen auch, dass man diese Ursachen nicht durch das eigene Konsumverhalten verstärkt. Waffenlieferungen haben Sie persönlich natürlich nicht zu verantworten, aber wie ist es mit billiger Kleidung? Mit den immer neuesten technischen Gerätschaften? Sie erzeugen hier in Deutschland durch jede Ihrer Kaufentscheidungen die Nachfrage, die unter anderem in Afrika zum ausbeuterischen Abbau von Erzen führt. Dieser Abbau führt wiederum zu schlechten Arbeitsbedinungen, zur Zerstörung von Natur durch Rodung von Wald und Einleitung giftiger Abwässer in natürliche Kreisläufe.

      Und nach ein paar Jahren sind Land und Menschen so ausgelaugt (im wahrsten Sinne des Wortes), dass die Bewohner sich auf den Weg nach Europa machen. Und dort stehen Sie und sagen „Was wollt Ihr hier? Ihr habt doch keine Arbeit für uns geleistet.“ Diese Menschen kommen nicht aus China, richtig, aber ihre Länder sind oft trotzdem Teil einer westlichen Produktionskette. Bitte machen Sie sich das bewusst und zeigen Sie etwas Demut vor den Menschen, die Ihnen die günstigen Waren ermöglicht haben, indem sie Rohstoffe geschürft, Montageteile gefertigt oder diese Teile im letzten Schritt zusammengesetzt haben. In dieser Demut unterscheiden sich nämlich normale Menschen mit begründeten Sorgen von Nazis und Rassisten.

  9. Danke für die ausführliche Antwort, aber die Unterstellungen gegen mich, dass ich Leuten die Zuflucht verwehren wollen würde, besorgter Bürger etc. sei, weise ich zurück. Sehr wohl schätze ich aber kontroverse Diskussion und das schätze ich (unter anderem) auch an diesem Blog.

  10. Die Frage, ob diese Menschen bisher „Arbeit für uns“ errichtet haben, halte ich jedenfalls für vernachlässigbar, was die Aufnahme betrifft.

    • Moment, eben gerade haben Sie noch gesagt, dass die Unterstellungen, Sie würden Menschen Zuflucht verwehren wollen, falsch sind, und hier schreiben Sie, dass die für westliche Firmen geleistete Arbeit kein Grund zur Aufnahme sind. Das widerspricht sich. (Nebenbei habe ich Ihnen nichts unterstellt, sondern schrieb: „wenn Sie kein Rassist sind, können Sie Menschen aus Syrien die Zuflucht nicht verwehren“.)

      Sie haben in Ihren Kommentaren in den letzten Monaten deutlich gemacht, dass Sie Flüchtlinge ganz allgemein ablehnen, u.a. weil wir nichts aus ihren Ländern exportieren (ihnen also salopp gesagt keinen Dank schulden). Ich habe Ihnen aufgezeigt, dass wir ihnen sehr wohl Dank schulden, weil das Wirtschaftswachstum der westlichen Welt auch auf der gewinnorientierten Ausbeutung von Schwellen- und Entwicklungsländern basiert und die Endfertigung in den Ländern, von denen aus nach Deutschland exportiert wird, nur ein kleiner Teilschritt der Produktionskette ist. Jetzt sagen Sie: Das ist kein Grund.

      Mit Verlaub: wenn Ausbeutung durch den Westen, Krieg und Elend für Sie alles keine Gründe sind, Menschen aus anderen Teilen der Welt Zuflucht zu bieten, was denn dann? Ich erinnere mich an Ihre Einlassungen zu Sklaverei neulich, aus denen herausschimmerte, dass Sie die Unterjochung anderer Völker durch das jeweils überlegene Volk für „völlig selbstverständlich“ halten und die Ablehnung der Versklavung mit political correctness gleichsetzen.
      Bis jetzt riechen Ihre sehr knappen Antworten für mich nach „Deutschland den Deutschen“, Weiße als überlegene Rasse usw. Ich gab Ihnen die Möglichkeit, etwaige Missverständnisse diesbezüglich auszuräumen, worauf Sie verzichteten. Also dann jetzt hier die ganz klare Frage: Was unterscheidet Sie von einem Nazi und Rassissten? Die Fage ist ernst gemeint, ich erwarte darauf eine erschöpfende Antwort. Sollten Sie die nicht haben oder mir nicht geben wollen, bitte ich Sie, künftig von Kommentaren auf meinem Blog abzusehen, denn Nazis und Rassissten biete ich keine Bühne.

  11. Ich würde gern noch etwas zum unpolitischeren Teil beisteuern:
    Streuobst.

    Sie wohnen doch auch in Berlin, Frau Meike, gell?
    Es gibt um Berlin herum eine Menge Streuobstbäume am Straßenrand und auf öffentlich zugänglichen Wiesen, bei denen man sich im (Spät-)Sommer reichlich mit kostenlosem Obst eindecken kann. Hauptsächlich Äpfel, aber ich habe auch schon Birnen, Pflaumen und so niedliche kleine Wildpflaumen gesehen.

    Letztes Jahr bin ich z.B. bei Chorin an vielen Bäumen vorbeigekommen, leider nur mit dem Fahrrad, sonst hätte ich massig ernten können. Vor 3 Jahren bin ich mal gezielt losgefahren und habe bestimmt 20 kg Äpfel geerntet, das hat den halben Herbst hindurch gereicht.

    Vorteile: ökologisch (abgesehen vom Sprit), regional, umsonst, und macht Spaß, wenn man den Mann an einem sonnigen Tag mitnimmt und einen Ausflug daraus macht (OK, vielleicht nicht ganz so viel Spaß wie der Dusch-Tipp).

    Wichtig: Obstpflücker mitnehmen!

  12. Hm. Ich mache alles erreichbare per Fahrrad oder zu Fuß, alles Unerreichbare mit ÖPNV. Weil ich nie einen Führerschein gemacht und das Glück habe, in einer größeren Stadt zu leben, geht das. Kleidung kaufe ich bis auf Wäsche bei ebay second hand, weil meine Größe in gängigen Läden schwer zu finden ist und qualitativ hochwertige Kleidung (und wie oft sind das ungetragene Fehlkäufe!) so für mich erschwinglich ist. Haushaltsgeräte & andere Technik nutze ich bis sie kaputt geht oder hoffnungslos veraltet ist. Lebensmittel habe ich immer nur zum Verbrauch angeschafft. Mir spielt bei all dem auch meine Persönlichkeit in die Hand: Ich bin das Gegenteil eines Horters, je weniger Zeug, desto besser. Trotzdem macht mich all das nicht zu einem besseren Menschen. Der Grund war und ist schlicht Armut.

  13. Leider ist Carsharing nur geeignet für Menschen, die wirklich in einer Großstadt wohnen. Ich habe das gerade wieder festgestellt, weil es bestimmte Situationen gibt, wo ich ein Auto gut brauchen könnten, es gibt aber keinen passenden CarSharing-Dienst, der meinen „use case“ abbildet, weil er fast immer damit zu tun hat, dass ich das Auto von Stadt A nach Stadt B fahren und dann da stehen lassen würde.

    Das Gute ist: Dann fahre ich eben mit der Bahn, was ich ja sowieso lieber tue, auch wenn es auf manchen Strecken unpraktischer ist oder bedeutet, dass ich mich zum Bahnhof fahren lassen muss.

    Jetzt haben wir für zwei Personen halt ein Auto und eine BahnCard 100 und kommen so gut klar. Es ginge wahrscheinlich auch ohne Auto, so wirklich drauf verzichten möchte ich aber nicht. Dafür fliege ich ganz selten, das ist bestimmt auch was wert.

    • Ja, das ist ein ganz großes Manko bei Carsharing, dass es auf eine Handvoll Großstädte begrenzt ist. Nicht fliegen macht doppelte Punktzahl.

  14. Als ex-Berlinerin, die inzwischen in einem 300-Seelen-Nest im süddeutschen Nirvana lebt, habe ich eine Sorge ohnehin schon mal nicht: Hübsches überflüssiges Zeugs kann man hier eh nicht kaufen, weil die entsprechenden Läden fehlen. Und ohne Auto geht hier mangels ÖPNV und carsharing leider gar nichts. Dafür ist mein letzter Fernurlaub mit Flug 17 Jahre her – Landpomeranze eben. ;-)

    Von „Hygienewaschmittel“ hab ich mein‘ Lebtag noch nichts gehört, aber vielleicht sind wir hier inzwischen etwas gelassener beim Thema Schmutz und Dreck, weil das beim Zusammenleben mit Hunden, Katzen, Hühnern einfach dazugehört.

    Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten (ok, das hat der Städter nicht) und aus der regionalen Biokiste – spart Einkäufe mit dem Auto und Verpackung, außerdem muß ich mich zwangsläufig an die jahreszeitlichen Angebote halten (selbst, wenn es zum dritten Mal Weißkohl und Rote Beete gibt, heul…).

    Leider bin ich hin und wieder großer Fleisch-Fan – da kommt mir das Landleben und etliche Jäger im Bekanntenkreis sehr entgegen. Die werfen einem Reh und Wildsau hinterher. Unverantwortlich „produziertes“ Fleisch oder solches unbekannter Herkunft esse ich dementsprechend gar nicht mehr.

    Würde ich in der Stadt wohnen, täte ich bei den entsprechenden Forstämtern mal nachfragen, da verkaufen viele immer wieder Wildfleisch. Bei Bedarf einfach mal bei Tante g**gle fragen.

  15. Immer wieder ist auch schon ein wenig der Punkt ‚Müllvermeidung‘ zur Spache gekommen. Dass besonders Bio-Obst und -Gemüse noch extra in Folie verpackt ist, ärgert mich oft. Bei Wurst und Käse greifen wir mittlerweile meistens zu den frischen Waren an der Theke statt den vor-eingeschweißten Plastik-Bombern aus dem Kühlregal.

  16. http://wastelandrebel.com/de/ setzt als Blog grade was Praxistipps zur Müllreduktion angeht tolle Kreativität frei, zumal die Autorin und ihre Familie das vorleben worüber sie schreibt.

    Was ich als wir grade beim Plastikreduzieren starteten lustig fand: eine der größten Hürden war Toilettenpapier plastikfrei kaufen. Egal wie nachhaltig produziert, verkauft wird es im Laden immer in Folie eingeschweisst.

    Das Netz brachte uns dann auf die Fährte: für den Restaurantbedarf gibt es das Toilettenpapier für den Einzelblattspender. Und das ist Recyclingpapier und in kleinen Päckchen mit ner Papierbanderole gepackt in grösseren Kartons lieferbar. Also gibts jetzt 2-3 mal im Jahr nenn Paket: einkaufen und Plastik gespart. Im Bad steht jetzt halt anstelle ner Rolle eine schmucke Papierschachtel mit Einzelblättern. Klappt prima.

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