Krautreporter und die Suche nach der Relevanz

Krautreporter und die Suche nach der Relevanz

Liebe Krautreporter, wir müssen reden.

Ich gehöre zu den vielen Menschen, die Euch im Frühjahr 2014 einen Vertrauensvorschuss und sechzig Euro entgegengebracht haben. Weil ich das Gejammer der großen Medienhäuser nicht mehr ertragen habe, weil ich es mag, wenn Menschen versuchen, Probleme zu lösen, und weil ich — vielleicht war das naiv — Euch geglaubt habe, dass Ihr alles anders macht. Dass es bei Euch so wenig Frauen gab, hat mich nie gestört; mich interessieren gute Inhalte und ob die dann von einem Mann, einer Frau oder einem Fernhachischen Schmiegehäschen kommen, ist für mich irrelevant. Im Oktober kamen die ersten Artikel, die ich so gut und originell fand, dass es schnell zur Morgenroutine wurde, neben den üblichen Nachrichtenseiten auch Krautreporter aufzurufen. Ich habe Krautreporter nie als tagesaktuelles Nachrichtenmagazin gesehen, sondern eher als zeitloses Reportageformat, insofern fand ich es eher erfrischend, nicht mit den immer gleichen Themen der großen Nachrichtenseiten bombardiert zu werden. Doch bereits nach wenigen Wochen verblasste Krautreporter. Von Themenvielfalt war weit und breit keine Spur, alles drehte sich nur noch um Gaza und CIA.

Recyclinghof Krautreporter

Dann – ja, wie sagt man das? – „übernahm“ Tilo Jung Krautreporter. Dass seine journalistische Kompetenz durchaus umstritten ist, ist das eine. Aber ich sag’s mal so: um regelmäßig „Jung & Naiv“ zu sehen, sein eigenes Videoformat also, hätte ich nicht sechzig Euro ausgeben müssen. „Jung & Naiv“ läuft für mich weniger unter Journalismus, als vielmehr unter Gaudi, und es hatte seine Gründe, weshalb ich das Format nicht regelmäßig schaute. Dass mir die Videos jetzt durch Krautreporter wieder vorgesetzt werden und zwar als annähernd einziger echter Inhalt, finde ich eher geht so. Doch „Jung & Naiv“ war nicht das einzige Format, das durch Krautreporter recycelt wurde. Das „Medienmenü“ von Christoph Koch, in dem er mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten über ihren Medienkonsum erzählen lässt, veröffentlichte er bisher auf seiner eigenen Seite. Im Moment bezahlen die Krautreporter-Mitglieder also dafür, Formate zu sehen, die es so schon vorher gab, gratis und frei verfügbar. Es mag an meiner eher konservativen Auslegung des Wortes liegen, aber das ist für mich ungefähr das Gegenteil von Innovation.

Frager und Sammler

KR besteht mittlerweile gefühlt nur noch aus Linksammlungen. Morgenpost, Lieblingsreportagen, Medienmenü – das sind letztlich nichts weiter als die Artikelempfehlungen bestimmter Personen. Themen, Reportagen, TV-Shows, Medien. Es sind überwiegend Auflistungen und ich frage mich ernsthaft, wo da Eure journalisitische Eigenleistung ist. Ist das 60 Euro wert?
Der ganze Rest von KR, viel ist es nicht mehr, wird mit Interviews gefüllt. Ihr seid ein reines Interviewformat, Berichte oder Reportagen kommen dazu im Verhältnis von vielleicht 1:10 vor (grob überschlagen). Interviews können natürlich große Relevanz haben, der Playboy schafft es nur mit Interviews, seine Leser an sich zu binden, und auch bei Euch habe ich einige wichtige Befragungen gefunden (etwa wenn Theresa Bäuerlein das Thema „Frauen & (ihre) Sexualität“ behandelt), aber mal ehrlich: das kann doch nicht alles sein. Grundsätzlich mag ich Fragestunden nicht sehr und hätte ich gewusst, dass Ihr mir fast ausschließlich Interviews vorsetzt, hätte ich Euch nicht abonniert.

Die Frage nach der Relevanz

Letzte Woche geschah etwas, das eine ungeheure Wunde in die Welt gerissen hat. In die Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung. Der Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo am 07.01.2015 hat die Welt erschüttert und vereint, 3,7 Millionen Menschen sind in einem gemeinsamen Trauermarsch durch Paris gezogen, ganze vierzig Staatschefs inklusive. Das Attentat hat Auswirkungen auf das Selbstverständnis der schreibenden publizierenden Zunft, auf das Wir-Gefühl der Menschen und auf den Umgang mit dem Islam. Es war ein Ereignis globalen Ausmaßes. Selbst von einem Format wie Eurem erwarte ich, dass Ihr das irgendwie aufgreift.

Ein kurzer Überblick über Eure Beiträge seit dem Attentat:

  • Medienmenü einer Karrieretrainerin, offenbar von ihr selbst geschrieben
  • Eine Beschwerdeverein macht dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen das Leben schwer
  • Jung & Naiv über die Transsexualität von Chelsea Manning
  • Ein Comic über sprechende Hunde
  • Wochenpost (Sammlung über die kommenden KR-Themen)
  • TV-Shows im Ausland (Sammlung)
  • Dann, fünf (!) Tage nach dem Anschlag, die erste Reaktion: eine Sammlung (…) von Einschätzungen und Statements von Menschen vor Ort
  • Der nächste Artikel immerhin mit Bezug zu den Ereignissen: ein Interview (…) mit den Machern der satirischen TV-Sendung „Die Anstalt“ über Satire
  • Dann ein Abdruck eines Briefes des französischen Regisseurs Luc Besson, den er kurz zuvor in seinem Facebook-Profil veröffentlicht hatte, an seinen symbolischen, muslimischen Bruder – übersetzt, aber ansonsten unverändert und unmoderiert.
  • Morgenpost (Sammlung von Artikelempfehlungen)

Das inszenierte „Mitlaufen“ der 40 Staatschefs? Haben andere aufgedeckt.
Das französische Waffengesetz, durch das sich beinahe jeder für ’npaarmarkfuffzich eine Kalaschnikow kaufen kann? Wurde ebenfalls von anderen thematisiert.
Die flächendeckende Vorausüberwachung der französischen Regierung, die dieses ungeheure Verbrechen nicht verhindern konnte und damit alle Überwachungsverteidiger im Regen stehen lässt? Nicht Euer Ding.
Die unsichere Situation der jüdischen Gemeinde in Frankreich nach dem Anschlag? Sollen andere sich drum kümmern.

Ist das Euer Ernst? Ein Attentat reißt beinahe die halbe Welt entzwei und Ihr bringt Comics und TV-Shows?
Am 08.01., dem Tag nach dem Anschlag, der zu diesem Zeitpunkt zwölf Menschen das Leben gekostet hat, fragt Ihr bei Twitter nach Anregungen für Eure Blattkritik und präsentiert am 09.01., mittlerweile sind fünf weitere Menschen von den Terroristen getötet worden, das Ergebnis:
(Eingebetteten Tweet aus Datenschutzgründen entfernt. Link zum Tweet.)

Künstlerportraits und zwei nebulös formulierte Serien, in denen alles und nichts stecken kann?
Nochmal: Ist das Euer Ernst?
Selbst bei einem Onlinemagazin, das nichts kostet, würde ich spätestens jetzt wegen mangelnder Relevanz aufhören zu lesen.

Hope of Delivery

Ihr seid mit großen Versprechungen angetreten, wolltet den Journalismus revolutionieren, innovativ, wagemutig und wegen des ausbleibenden „Quotendrucks“ unabhängiger sein als andere Nachrichtenportale. Eure Reporter haben in einem professionellen Video salbungsvolle Sätze in eine Kamera gesprochen, noch bevor Ihr einen Plan, ein Konzept hattet, was KR tatsächlich werden soll und wie man dieses Ziel erreichen kann. Es gab damals viele wertvolle Hinweise, von Bloggern, von Medien-Profis, von Journalisten, die dazu hätten beitragen können, dass KR funktioniert. Doch Ihr fielt vor allem durch Überheblichkeit, Beratungsresistenz und Kritikunfähigkeit auf, ich habe nicht bemerkt, dass auch nur einer der durchdachten und konstruktiven Kritikpunkte von Euch umgesetzt wurde.

Heute ist KR vor allem technisch unausgereift, der viel beschworene Dialog mit den Lesern funktioniert schlecht. Das merkt Ihr sogar selbst, denn sonst würdet Ihr für Umfragen nicht statt Eurer eigenen Plattform Twitter nutzen (das m.E. genauso schlecht dafür geeignet ist). SchemaF-Formate, wenig Relevanz, null Brisanz und geringe Vielfalt kennzeichnen Euer Magazin. Und warum hat man von der Hälfte der angetretenen KR-Journalisten noch nicht einen einzigen Beitrag bei Euch gesehen? Sind die nicht (mehr) bei Euch?

Findet Ihr selbst, dass Ihr Eure Versprechungen erfüllt? Und wenn nein, was tut Ihr, um dieses Problem zu lösen? Gebt mir bitte einen Grund, nur einen, der mein Vertrauen in Eure Idee von Journalismus wieder aufbaut.

Eure Meike

105 Kommentare

  1. Einerseits finde ich es schon angemessen, wenn man nach einem solchen Attentat nicht nach dem Motto „Business as usual“ weiter veröffentlicht. Auch unter dem Aspekt, wie Strömungen wie Pegida dieses Geschehen nun für sich vereinnahmt. Andererseits laufen sich auch die schrecklichsten Attentate und Morde irgendwann im Bewusstsein des Nachrichten konsumierenden Bürgers tot.
    Leider.

    Viele Grüße
    Sabienes

  2. Gute Fragen, gute Anmerkungen. Ich habe mich auch mehrfach gefragt, warum ich Geld für Veröffentlichungen bezahle, die vorher schon ohne meine Mithilfe erschienen sind. Die Krautreporter sind definitiv noch hinter den von ihnen selbst gesteckten Erwartungen zurückgeblieben.

    Was die journalistische Abdeckung des Attentats angeht, bin ich allerdings zurückhaltend. Die Krautreporter sollen ja eigentlich gerade _nicht_ tagesaktuell berichten, deshalb nehme ich ihnen nicht übel, dass sie ein paar Tage brauchten. Wenn es ihnen jetzt gelingt, mit der nach Paris geschickten Journalistin Hintergründe aufzudecken und (wie angedeutet) Leser einzubinden, dann wäre das etwas, wofür Krautreporter mal angetreten ist.

  3. Hallo Meike,

    im Detail würde ich gern zu vielen Punkten etwas sagen, aber was zählt ist ja Dein gefühltes Krautreporter-Erlebnis. Dein Gesamteindruck ist: Du bist nicht zufrieden, und andere sind es auch nicht. Deswegen möchte ich nicht versuchen, Euch vom Gegenteil zu überzeugen, sondern erklären, was wir vorhaben, um diese Unzufriedenheit zu ändern.

    Unsere Reporterin Victoria Schneider ist vor Ort in Paris und Du fragst Dich, warum sie noch nichts veröffentlicht hat. Meine etwas unbefriedigende Antwort: Wir wollen nicht die schnellsten sein, sondern etwas hinzufügen, was Du anderswo nicht findest. Wir suchen also in Frankreich nach Geschichten und lassen uns Zeit, sie aufzuschreiben. Ich bin allerdings auch unzufrieden mit der großen Lücke zwischen Ereignis und unserer Berichterstattung – die ein Dilemma darstellt, wenn man Journalismus anders machen will. Wie reagieren wir auf Breaking News, ohne mit dem Mainstream zu schwimmen und die damit verbundenen Probleme zu verstärken?

    Für Krautreporter heißt die Antwort im Zweifel immer: unsere Community. Deswegen haben wir 350 Mitglieder angeschrieben, die Franzosen sind, in Frankreich leben oder eng mit Frankreich verbunden sind. Wir haben sie gebeten, uns ihre Eindrücke über die Lage im Land nach den Terroranschlägen zu schildern. Das Ergebnis: Hunderte Mails, eine intensiv diskutierende Facebook-Gruppe, ein Beitrag, der einen Überblick über die Stimmung im Land gibt. Wir haben dabei viel gelernt (und die Mitglieder auch, zumindest schreiben sie das). Wir haben Dutzende Kontakte, Vorschläge und Informationen bekommen, die wir nicht selbst hätten recherchieren können.

    Ein Ergebnis des ganzen Prozesses der vergangenen Woche war: Wir müssen das schneller machen, trotzdem. Aber auch: Das funktioniert wunderbar. Es ist für die Mitglieder und für uns Journalisten eine tolle Erfahrung und außerdem eine besonders effektive Methode, zu recherchieren und an Informationen und Eindrücke zu kommen, auf die andere Medien keinen Zugriff haben. Und das ist nicht das einizge Beispiel für die Zusammenarbeit in der Krautreporter-Community.

    Du findest es nicht gut, dass diese Communitys nicht auf der Seite kommunizieren, sondern auf Facebook und Twitter. Wir machen das ganz bewusst. Wir glauben, dass wir nicht erwarten können, dass viele Leute jeden Tag auf unsere Seite kommen um nachzuschauen, was sich tut. Tatsächlich verlagern wir deswegen viele Community-Dialoge dorthin, wo unsere Mitglieder sich ohnehin aufhalten. Es gibt inzwischen viele Krautreporter-Mikrocommunitys bei Facebook, Google+, Reddit, Whatsapp. Zu Themen und auch Regionalgruppen. Mehr dazu hier (https://krautreporter.de/233–was-war-was-ist-was-kommt-i) und hier (http://player

    autoplay=1).

    Über diese Strategie kann man grundsätzlich intensiv diskutieren, was wir auch tun, zum Beispiel in diesem Post auf unserer Seite, der nur für Mitglieder wie Dich zugänglich ist: https://krautreporter.de/237–was-war-was-ist-was-kommt-ii. Der Grund ist jedenfalls ein strategischer und nicht technische Probleme (die wir auch haben, aber inzwischen zum Glück fast nicht mehr). Meiner Meinung nach trügt Deine Eindruck: Dialog mit den Lesern funktioniert außergewöhnlich gut. Wir arbeiten daran weiter: Jede Woche gibt es neue Themengruppen, Regionalgruppen und Treffen vor Ort.

    Am meisten ärgert mich diese von Dir oben eingebettete Übersicht über die Ergebnisse der Redaktionskonferenz. An anderer Stelle habe ich das hier dazu geschrieben: „Deine Kritik ist völlig berechtigt. Unsere Liste oben ist in ihrer Verkürzung nicht sehr glücklich, und sie spiegelt nicht gut die Diskussion in der Konferenz wieder, sondern listet nur ein paar konkrete Vorhaben wieder, ohne sie näher zu erläutern. Sie trägt nicht dazu bei, unsere Mitglieder besser zu beteiligen. Das werden wir nicht mehr so machen.“ In dieser Kürze kann man einfach nicht erklären, dass unter „Künstlerporträts“ nichts völlig Wahlloses und Langweiliges zu verstehen ist. Und man versteht nicht, dass das die langfristig geplanten Themen sind, die wenig mit der Aktualität zu tun haben und deswegen einfach dämlich wirken. Mit anderen Worten: Das Bild war ein Fehler, der uns in der Tat sehr schlecht aussehen lässt.

    Ich möchte Dich und die, die ähnlich denken, etwas bitten: Gebt uns mehr Zeit. Wir probieren hier etwas Neues und einiges davon geht schief. Die Chance, Neues auszuprobieren verdanken wir Euch, und deswegen habt Ihr jedes Recht zur Kritik und zur Nachfrage. Wir arbeiten aber intensiv weiter und hören damit auch nicht auf: Nächste Woche zu den Wahlen in Griechenland, in der Woche darauf mit einer Sonderaktion in Ungarn, mit neuen regelmäßigen, kürzeren Formaten und Methoden wie Fußball-Datenjournalismus und Forensic Journalism zu den Konflikten im Nahen Osten. Ich verspreche: Wir suchen weiter danach, wie Krautreporter so gut wie möglich funktioniert, bis wir zufrieden sind. Und ihr hoffentlich auch.

    • Danke für Deine schnelle Reaktion, lieber Sebastian.
      Ich picke mir mal aus Deinem Kommentar einige Punkte heraus, die die Leere und Enttäuschung meinerseits begründen.

      „Das Ergebnis: Hunderte Mails, eine intensiv diskutierende Facebook-Gruppe, ein Beitrag, der einen Überblick über die Stimmung im Land gibt. Wir haben dabei viel gelernt (und die Mitglieder auch, zumindest schreiben sie das). Wir haben Dutzende Kontakte, Vorschläge und Informationen bekommen, die wir nicht selbst hätten recherchieren können.“

      Das klingt ganz unironisch großartig und wertvoll. Und hättet Ihr am Anfang nur ein bisschen kleinere Brötchen gebacken, dann wäre ich vermutlich im Frieden mit Eurem nicht eben kurzweiligen Lernprozess. Aber Ihr habt den Mund einfach sehr, sehr voll genommen, Ihr habt nicht gesagt: „Wir müssen uns erst Kontakte aufbauen und lernen, wie man wertvollen Journalismus verwirklicht“. Die Quittung dafür ist jetzt, dass viele KR-Mitglieder enttäuscht sind, weil sie Geld dafür bezahlt haben, dass sie Euch dabei zuschauen dürfen, wie Ihr das Laufen lernt.

      „Es gibt inzwischen viele Krautreporter-Mikrocommunitys bei Facebook, Google+, Reddit, Whatsapp.“

      Es tut mir furchtbar Leid, lieber Sebastian, aber dann hättet Ihr im letzten Jahr kommunizieren müssen, dass ein Account bei diesen Diensten für den Austausch mit KR erforderlich ist. Ich bin auf keiner dieser Plattformen, ja, tatsächlich keiner einzigen, ich nutze nur Twitter und in 140-Zeichen-Schnipseln ist kaum ein lebendiger Austausch über gesellschaftliche oder mediale Themen möglich. Was bleibt mir als zahlendes Mitglied, wenn Ihr nicht auf Eurer Seite kommuniziert, sondern Kanäle nutzt, die mir verschlossen sind? Ernste Frage.

      Wie gesagt: es ist die Vielfalt UND die Relevanz, die mir (und anderen) fehlt. Ich will nicht immer nur dieselben KR-Journalisten lesen, wo ist der Rest von Euch, wo ist der Wagemut, Themen jenseits des Mainstreams anzufassen? Nichtfunktionierende Paketstationen der Post jedenfalls finde ich nicht sehr aufsehenerregend.
      Ich werde warten, ja, ich verstehe, dass viele der Kritikpunkte Wachstumsschmerzen sind, ja, und ich danke Dir, dass Du Dich meiner Kritik offen stellst, aber irgendwann, lieber Sebastian, hätte ich dann schon gern etwas, das meine sechzig Euro wert ist.

      • Liebe Meike, das wichtigste Tool bei den Mikrocommunitys ist tatsächlich die Email. Trotzdem ist es schlecht, dass Du von manchen der Gruppen ausgeschlossen sein könntest. In den Kommentaren und Anmerkungen unter und neben den Beiträgen die wichtigste Auseinandersetzung zu den Texten selbst statt und wir nutzen natürlich immer die Seite, wenn es eine Entweder-Oder-Situation gibt. Wie Krautreporter im Detail funktionieren würde, dass wussten wir während der Kampagne noch nicht und wissen es heute immer noch nicht zu hundert Prozent, wie Du merkst – gerade das Permantent-Beta-Prinzip schätzen meiner Erfahrung nach aber fast alle Unterstützer und Mitglieder. Es ist ein Prozess.
        Umso dankbarer sind wir für die Chance und umso größer ist die Verpflichtung, Dir etwas zu liefern, dass Dir das Geld wert ist, mindestens. Hast denn tatsächlich noch keine Reportage, noch kein Interview, noch keine Analyse gefunden, die Dir gefallen haben? Ich bin etwas verzweifelt, als ich neulich bei Felix Schwenzel gelesen habe: „ein paar solide reportagen würden mich übrigens schon überraschen“. Woher kommt der Eindruck, dass es die nicht gibt? Es tut mir auch für Tilo leid, dass er die Prügel stellvertretend für uns alle abbekommt, denn da sind erstaunliche Interviews entstanden, die für mich nicht so richtig unter Gaudi laufen Murat Kurnaz zum Beispiel (die Kritik an der schlechten Mischung ist angekommen). Da scheint uns der Hype der Kampagne tatsächlich einzuholen.

        • „Hast denn tatsächlich noch keine Reportage, noch kein Interview, noch keine Analyse gefunden, die Dir gefallen haben? Ich bin etwas verzweifelt […]“

          Doch, natürlich habe ich die gefunden (sonst hätte ich schon viel früher gezetert). Wie erwähnt, fand ich die beiden Interviews, die Theresa Bäuerlein mit einer Ex-Prostituierten und einer Pornomacherin geführt hat, sehr wertvoll und relevant. Auch der Apple-Beitrag von Richard Gutjahr gefiel mir, weil mich diese Apple-Kriecherei der herkömmlichen Medien rasend macht, eine kritische Haltung zu dem Unternehmen einzunehmen – gerade auch unter dem Risiko, sich von künftigen Entwicklungen auszuschließen -, finde ich mutig. Auch Stefan Niggemeiers Hintergrundberichte über den Medienfilz sind sehr bereichernd. Aber hier: Richard und Stefan haben auch auf ihren Blogs immer schon tiefgründige und wache Analysen geliefert, das ist nicht neu.

          Es tut mir auch für Tilo leid, dass er die Prügel stellvertretend für uns alle abbekommt

          Tilo polarisiert und ich bin sicher, dass ihm das gefällt, denn sonst würde er nicht immer wieder austesten, wie weit er gehen kann. Dabei überschreitet er oft den Punkt dessen, was ich gewillt bin, als wertvolle Provokation zu ertragen (z.B. wenn er Terroristen interviewt oder bekennt, dass er es sinngemäß irgendwie eklig findet, mit Frauen zu schlafen, die bereits Kinder zur Welt gebracht haben, weil die irgendwie „ausgeleiert“ sind – Link). Das kann er alles genau so richtig finden, er weiß als Medienprofi ja, was er tut. Aber dass das einen Großteil der Menschen eher abstößt, ist nicht wirklich verwunderlich. Zum Glück gibt es dazwischen genau solche Interviews wie das mit Murat Kurnaz, das auch ich sehr bereichernd fand, aber Tilos Vorgehen ist tendenziell nicht mein cup of tea, wie der Angelsachse sagt, und deshalb finde ich es schade, dass er KR zeitweise fast ganz allein bestreitet.

        • „…gerade das Permantent-Beta-Prinzip schätzen meiner Erfahrung nach aber fast alle Unterstützer und Mitglieder. Es ist ein Prozess.“

          Im Moment wirkt das „Permanent-Beta“ für mich wie eine Ausrede. Ich würde es eventuell schätzen, wenn man dann auch mal auf Hinweise der Nutzer eingehen würde. Davon bekomme ich jedoch nichts mit – abgesehen davon, dass nach 2 Monaten endlich Zeilenumbrüche bei den Kommentaren möglich waren.

        • Hallo Sebastian,

          mal ganz unabhängig von der genannten Kritik: Du sprichst von einem Interview mit Murat Kurnaz, das ich mir gerne anschauen würde. Nach fünf Minuten sinnloser Sucherei auf eurer Website, habe ich gerade aufgegeben.

          Hier deshalb eine kurze Bitte, die vielleicht ankommt: Baut eine Suchfunktion. Das ist die mit Abstand sinnvollste Funktion für eine Website mit langfristig relevanten Inhalten, wie eben diesem Interview.

          Viele Grüße,
          Lars

        • @sebastian kein grund zu verzweifeln, schon zwei tage nachdem ich mich über mangelnde überraschung und solidität der bisherigen KR-reportagen beklagt habe, hab ich vielversprechendes gelesen und theresa-bäuerlein-lob zugestimmt.

          ich glaube aber auch meine wahrnehmung der qualität leidet unter dem bedauerlichen content-ausstoss von tilo jung und dem eindruck, dass manche autoren das gleiche wie vorher machen, jetzt nur unter anderem dach. ich halte das zwar nicht für einen grund die krautreporter nicht mehr zu unterstützen, sondern eben nur für einen grund rumzumäkeln und meine sehr subjektive wahrnehmung rauszuposaunen.

          mir fallen spontan (also genauso unüberlegt und unstrukturiert wie meine kritik) drei möglichkeiten ein, meine wahrnehmung positiv zu beeinflussen:

          1) der navigationspunkt „übersicht“ auf krautreporter.de ist alles andere als übersichtlich. die perlen, die es ja schon gab, finde ich da nicht. ich sehe da statt einer übersicht eine liste mit einer chronologisch geordneten, wilden mischung aus beiträgen in eigener sache, morgenpost, tilo jung, medienmenü und kryptischem hütt-gedöns. manche reportagen finde ich auch gar nicht erst weil die weggeschlossen sind. möglicherweise hätte ich die island-reportage ganz überraschend gefunden — hätte ich sie gelesen. aber als ich zeit hatte sie zu lesen, hatte die krautreporterseite meine anmeldung vergessen, instapapern liess sie sich auch nicht — und irgendwann war meine aufmerksamkeit auch schon weitergewandert. (abgesehen davon: kann ich weeklys.eu jetzt kündigen? wird das jetzt öfter crossgepostet?)

          2) ich verstehe eure qualitätsmassstäbe noch nicht ganz. warum muss eigentlich alles was tilo jung macht, auf krautreporter.de veröffentlicht werden? reicht es nicht die guten sachen zu veröffentlichen, also zum beispiel das eine gute (überraschende) interview, das du oben erwähnt hast (andere fielen dir ja auch nicht gerade nicht ein)?

          3) wie auch immer ihr eure qualität beurteilt, eigene massstäbe, konferenzkonsens, eingehende links, likes, reaktionen, warum nutzt ihr das nicht um bestimmte beiträge weiter oben zu halten, oder in einer übersicht findbar zu machen? mir fehlt da wirklich wichtung. statt eines magazins bekomme ich ne chronologie. und umgekehrt: welche konsequenzen hat es, wenn bestimmte beiträge oder autoren bei den mitgliedern oder lesern besonders schlecht ankommen oder völlig ignoriert werden?

    • Aus den Kommentaren unter dem verlinkten Artikel bei KR:

      „Max L vor einem Tag

      Nochmal eine Anmerkung zur Thema Dialog / Reaktionen auf Kommentare/Anmerkungen hier:
      schreibt irgendein Blogger einen kritischen Artikel zu den KR dauert es keine Stunde, bis dort jemand von euch reagiert; schreibt einer unter einen KR-Artikel bei Zeit Online einen kritischen Kommentar ebenso.
      Nur hier, ausgerechnet hier auf eurer eigenen Plattform, dauert es, wenn überhaupt eine Reaktion kommt. Ich verstehe das nicht.“

      q.e.d.

      • Ja, das fiel mir dann auch auf. Ich hatte oft (genug, in meinen Augen) bei „Jung & naiv“ Gegenrecherche zu so manchen Äußerungen der Interviewpartner in den Kommentaren verlangt, aber es kam keine Reaktion.

        Und zum mal eben gucken, ob jetzt vielleicht doch einer was gesagt hat ist die Seite zu sperrig, manches irgendwann nicht mehr so wichtig (da kündige ich doch eher das Abo), und so eitel bin ich da dann doch nicht. ;-)

  4. Ich glaube, dass KR das gleiche Problem hat, wie andere Online- und Printmedien. Sie zahlen zu wenig. 500 Euro pro Beitrag. Allen. Für eine gute, ausgewogene Geschichte, die mutig aufdeckt und Dinge anders erzählt, als die anderen, für die man um die Welt fliegt oder sich wochenlang auf Recherche irgendwo einbuddelt, braucht es (für mich als Autor) mehr als 500 Euro.

  5. Danke, Meike, das sind so ähnlich auch die Punkte, die mir sauer aufstossen. Wobei ich noch etwas geduldiger bin als Du, was die Berichterstattung zu den Ereignissen der vergangenen Woche angeht; ich warte lieber auf gute und längere Artikel, die eben auch erst einmal reifen müssen und nicht aus der Hüfte geschossen werden sollten, denn für so etwas reicht dann auch SpOn. Vielleicht liegt es an mir, aber ich sehe die (bzw. hoffe bei den) Krautreportagen eher in der Tradition von Atlantic Monthly, New Yorker, Brand Eins. Nur weil online schneller geht, muss ich da nicht täglich oder auch nur wöchentlich etwas Neues lesen. Nur – wenn dann was kommt, sollte es auch verdammt gut und fundiert sein.

    Aber was die Enttäuschung über diese technisch und von der Benutzerführung unsagbar schlecht gestalteten (und garantiert schweineteuren) Website betrifft, oder das Recycling von z.B. Christophs Medienmenü (das mich bei ihm im Blog schon nicht interessiert) und andere Kritikpunkte angeht, so kann ich das nur voll unterschreiben. Bislang gab es nur sehr wenige Berichte, die ich wirklich anders, gut gemacht und interessant fand, z.B. Richard Gutjahrs Aufdröselung der Haderthaueraffäre, Krützfeldts Portrait des Gerichtswachtmeisters oder Schaders Edeka-Reportage.

    @Sebastian Esser: Ein USP, mit dem für die Krautreporter geworben wurde, war die besondere Kommentarfunktion. Dass man sich zur Diskussion nun auf den üblichen Kanälen häppchenweise durchklicken muss, das finde ich nachgerade einen Schlag ins Gesicht für jeden Investor. Ja, man hat es nicht in der Hand, wo die Leserschaft sich über das eigene Produkt unterhalten will, man kann niemanden zum Kommentieren im Blog zwingen, wenn er sich lieber auf Facebook austauscht. Aber auch da gibt es Möglichkeiten, die unterschiedlichen Stränge zusammenzuführen oder zu sammeln. Ich glaube, u.a. Felix Schwenzel hat dazu häufiger mal etwas gebloggt und macht das bei sich auch so.

  6. Ich finde das ganz gut das KR nicht mit jedem Mainstream schwimmt und sofort gleichgeschaltet nur noch Meldungen zu den 12 Toten bringt. Gibt auch noch andere Nachrichten in der Welt. Im Mittelmeer sterben zB mehr Menschen. Und ausserdem hat sicher jeder auch ohne KR davon gehört. Die Idee erst etwas dazu zu schreiben wenn man etwas *hinzufügen* kann statt nur das gleiche zu schreiben wie alle anderen finde ich prima.

  7. Bei alle Kritik: Krautreporter ist doch zum Glück keine News-Seite. Und das ewige Gejammer, dass ja soviele Artikel gar nicht lesenwert sein, nervt, weil mehr als subjektiv und wenig zielführend oder findet man bei wöchentlichen Publikationen immer alle Artikel die dem persönlichen Geschmack entsprechen

    • Natürlich hat das immer auch etwas mit persönlichen Interessen zu tun, aber wenn die persönlichen Interessen einer relevanten Zahl von Lesern nicht getroffen werden – und dass es eben viel andere ähnlich empfinden wie ich, sehe ich an den vielen Kommentaren hier und anderswo -, dann muss sich eine Redaktion Gedanken machen, wenn sie diese Leser nicht verlieren will.

      • Naja, da jetzt nach zehn Tagen ein weiterer kritischer Blogbeitrag kam, der Resonanz findet, denken die hoffentlich um. Und schieben das nicht auf die widrigen Umstände etc. Oder tun die Kritik als zu unfundiert ab, sagen „jaja“, denken sich ihren Teil und tun den Kritiker als überkritischen Spinner ab.

        Ich finde, dass ich nicht zuviel verlange, wenn ein Magazin, dass sich „Faktencheck“ auf die Fahren schreibt, eben auch bei Behauptungen bei „Jung & naiv“ prüft und dies in den Randbemerkungen anmerkt. Eben weil „man“ es anders machen will und weil man nicht auf die schnelle Geschichte aus sei und Zeit habe. Aber vermutlich war Tilo Jung auf die schnellen Geschichte aus. ;-)

        Was ich mich frage ist, ob die KR überhaupt versucht haben zum Start einen Scope zu bringen? Auch vielleicht, um die Förderer mit einem „und die haben 60 Euro auch von mir bekommen, ich bin halt Avantgarde“-Gefühl auszustatten.

        Als vor einigen Tagen die Correctiv.org-Reportage zum Flugzeugabschuss über der Ukraine kam, fand ich, dass das doch ein Krautreporter-Thema gewesen wäre. Nicht mehr aktuell, aber noch mit vielen offenen Fragen.

  8. Danke für die ausführliche Kritik, die über mein Tortendiagramm hinausgeht.

    > Ihr seid mit großen Versprechungen angetreten, wolltet den Journalismus
    > revolutionieren, innovativ, wagemutig und wegen des
    > ausbleibenden “Quotendrucks” unabhängiger sein als
    > andere Nachrichtenportale.

    Ich glaube ja inzwischen, dass die KR den „Quotendruck“ (wohlwollen betrachtet ausversehen) über die Hintertür selbst eingeführt haben.

    Indem sie von der anfangs angekündigten Monatspauschale auf Honorar pro Artikel umgeschwenkt sind. Das erzeugt bei den Reportern draußen „Quotendruck“, bewusst oder unbewusst. Denn da mache ich mich doch eher an Geschichten ran, die schnell und sicher laufen und von der KR-Redaktion gekauft werden.

    Die Reaktionen aus Frankreich fand ich – auch wenn „erst“ jetzt kam – eigentlich ganz gut, weil sie einen Einblick ins Land gibt und was so manche Leute denken.

    • Richtig. Krautreporter hat die Erwartungen und damit die jetzige Fallhöhe durch die vollmundigen Ankündigungen selbst erzeugt.

      • „Krautreporter hat die Erwartungen und damit die jetzige Fallhöhe durch die vollmundigen Ankündigungen selbst erzeugt.“
        Damit macht mensch es sich nun schon zu einfach.

        Natürlich muss sich ein Magazin auch an seinen Ankündigungen (die ich nie vollmundig, aber ambitioniert und vielversprechend fand) messen lassen, aber gerade was zB die Nutzerbeteiligung betrifft wurden zumindest meiner Ansicht nach durchaus vielversprechende auch, ja, auch neue Wege beschritten.
        Der journalistische Teil findet ebenfalls meine Zustimmung. Die von dir am meisten kritisierten Formate ignoriere ich zB völlig und habe dennoch das Gefühl, auf meine Kosten zu kommen ohne deshalb gleich kritik- oder anspruchslos zu sein.
        Einige Sachen, wie zB das Portal-Problem bei dir (ohne Facebook etc.), treffen sicher zu.
        Allerdings sind die meisten von dir angesprochenen Probleme Punkte, bei denen ein neues Format erst einmal Erfahrungen sammeln muss. Und eine dieser Erfahrungen ist nun einmal, dass die Umsetzung des eigenen Anspruches offenbar etwas länger dauert und auch mit mehr Detailarbeit verbunden ist als gedacht. In Anbetracht der, so finde ich, recht kurzen Vorlaufzeit des Projektes ist dies gerechtfertigt.
        Deshalb kommt diese heftige Kritik meines Erachtens einfach noch zu früh.

        Ich für meinen Teil bin bisher zufrieden mit dem Format, erwarte aber schon dass die Kritik zumindest in Teilen auch umgesetzt wird.
        Dafür werde ich persönlich mir noch ein Jahr Zeit geben. Sollte dann der Anspruch noch nicht erfüllt worden bzw. die Verbesserungsvorschläge kaum umgesetzt worden sein, wäre ich auch raus. Aber etwas mehr Geduld und, ja, auch Fairness (zur Subjektivität bzgl. der Artikel wurde an anderer Stelle schon das Nötige angemerkt) darf schon sein.

  9. Dieser ganze windelweiche, daueraffirmative Jargon (Geschichten suchen und ganz viel dabei lernen) passt doch bestens zu T. Jungs blödsinniger Masche („Hotel Guantanamo“, meine Güte). Insofern ist er ein sehr guter Stellvertreter für das ganze Magazin.

  10. War nicht ein Problem/Kritik der Massenmedien, dass sie oft zu schnell/voreillig Schlüsse und Schuldzuweisungen veröffentlichen? aka. Ihr wollt doch eh nur „klicks“?

    Man kann solche Ereignisse ruhig mal sacken lassen und, vielleicht ein paar Monate später ein sinnvolles Resümee schreiben. Ansonsten klingt deine Kritik sinnvoll für mich.

  11. Ich will nur kurz bringen, was die Krautrreporterin VIC_Schneier aus Paris bis jetzt gebracht hat.

    Die folgenden Tweets Waren bislang in meiner Wahrnehmung alles, was sie geschrieben hat.

    1. Tweet

    @vic_schneider: @DanielWickham93 @Brian_Whit 17 journos were killed in Gaza last year

    2. Tweet

    @vic_schneider: @vic_schneider: Die Place de la République füllt sich – mit weißen Mittelständlern und französischen Fahnen #CharlieHebdo @krautreporter

    3. Tweet.

    @vic_schneider: Paris this morning. No more #CharlieHebdo http://t.co/Ww4ZlEkl7W

    Ich meine. Wie man es schafft, die Pariser Attentate auch wieder mit Gaza zu verknüpfen ist mir völlig schleierhaft.

    Es lässt aber nix gutes über ihre Berichte erwarten.

    • Es ist aber schon klar, dass der Twitteraccount einer Reporterin nicht gleichbedeutend ist mit ihrem journalistischen Handwerk?

      • Ja, das ist richtig. Tweets sind keine Reportage.

        Aber Vic sagt:

        A) in Gaza sind mehr Journalisten als in Paris ermordet worden. Und impliziert damit, dass alle Opfer von Terrorismus sind. Das Strickmuster ist mir zu billig: über die einen jammert der Westen, über die anderen schweigt er.

        B) alles nur weiße Mittelständler, die jammern. Damit qualifiziert sie über 1 Mio Menschen einfach mal so ab. Sie weiß nicht was los ist, aber weiß, dass es nur Mittelständische Jammerlappen sind, die sich sorgen.

        C) sie steht zu spät auf, um ihre Ziele zu erreichen.

        Alles zusammen erinnert mich an die vorhersagbaren Besinnungsaufsatzschreiber, die nix mit Reportern zu tun haben. Sie wollen nur ihre Vorurteile aus einer ganz bestimmten Ecke bestätigen.

        Deswegen erwarte ich nichts gutes.

        Kann aber sein, dass mich Vic Schneider überrascht. Und eine differenzierte kluge und vorurteilsbrechende Reportage schreibt.

        Das wär dann toll.

  12. Mit meinen 60 Euro habe ich, oberflächlich betrachtet, die Freischaltung der Kommentarfunktion bezahlt – ich bin damit Teil der offiziellen Krautreporter-Community geworden, die zentral und ganz wichtig ist. Oder sein sollte.
    Wie auch ich jetzt erst bemerke, entwickelt sich die Community aber ganz woanders. Und die Kommentarfunktion macht auf meinen Mobilgeräten immer noch Ärger (für den kompletten Bugreport (wo Christian Esser schonmal mitliest – auf meine Klagen auf krautreporter.de habe ich noch keine Antwort bekommen. Mitunter wurden sie gelöscht): Auf dem Nexus 5 mit Android 5.0.1 muss ich mich in Chrome mindestens zweimal, manchmal noch öfter mit Username und Passwort anmelden, bevor’s funktioniert. Außerdem wird immer erst der nächste Artikel geladen, wenn ich so weit nach unten scrolle, dass ich auf das Kommentar-Ausklappen tippen kann – das ist langsam, umständlich, nervig! Mein anderes Gerät ist ein iPad 3 (also ein „altes“ iPad mit Retina-Display – die Probleme sind ja offensichtlich bekannt).

    60 Euro für eine technisch holprige und inhaltlich offensichtlich irrelevante Kommentarfunktion. Hmmm.

    Zu den Inhalten: Der freche Spruch zum Start von Krautreporter war „Der Onlinejournalismus ist kaputt!“ Und jetzt lese ich an manchen Tagen zwei Beiträge, von denen einer die Morgenpost ist – und das ist eben keine kritische Auseinandersetzung mit der Mainstream-Presse, sondern eine lange Liste mit Leseempfehlungen für zeit.de, tagesschau.de, sueddeutsche.de etc. Diese Nachrichtenseiten kannte ich vorher schon alle. Und launige Leseempfehlungen habe ich vorher schon bei Perlentaucher.de gelesen – eine technisch recht solide Seite übrigens, die gelegentlich auch mal was ausgräbt, was ich noch nicht kannte.

  13. Einen Kritikpunkt kann ich irgendwie gar nicht nachvollziehen, nämlich dass Du vorher ja auch vieles bei Gutjahr, Koch etc kostenlos lesen konntest.

    Für mich war aber auch nicht die vollmundige Ankündigung, den Journalismus neu erfinden zu wollen, der Grund für ein KR-Abo, sondern dass diese guten Leute, auf deren Texte ich nicht mehr verzichten möchte, dafür ordentlich bezahlt werden.

    • Du hast Recht. Die Betonung sollte bei mir auch nicht auf „kostenlos“, sondern auf „nicht neu“ liegen. KR sind angetreten, um den Onlinejournalismus zu reparieren, um neue journalistische Wege zu gehen und da finde ich es dann eben ein bisschen mager, einfach bestehende Inhalte künftig auf KR zu veröffentlichen. Das ist keine Revolution.
      Es ist absolut richtig und angemessen, dass gute Journalisten Geld für ihre Arbeit bekommen, aber dann hätte man doch sagen können: „KR soll Journalistenbloggern ein neues, bezahltes Obdach bieten – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr“, dann wäre das okay gewesen, jeder hätte gewusst, was er bekommt (und was nicht).

  14. Ich bin nur ein normales und bescheidenes KR-Mitglied. Vielleicht zu bescheiden, denn langsam frage ich mich:

    Darf frau/man man den Krautreportern den Bruch großspuriger Versprechen vorwerfen, ohne gleichzeitig die eigenen, möglicherweise überzogenen Erwartungen zu thematisieren ?

    Also: Viele originelle, investigative, lange, aber nicht langweilige Geschichten von den Lieblingsautoren/innen, die jedem/r gefallen. Dazu tolle technische Performance auf den richtigen Ebenen sowie hohe persönliche Reaktivität bei Anmerkungen.

    Eine journalistische „Revolution“ wird gefordert, die aber genau den Erwartungen der Community-Mitglieder zu entsprechen hat.

    Für 60 € im Jahr. Hmmm.

    • Darf man, denn meine Erwartungen habe ich mir ja nicht im Drogenrausch zusammenfantasiert. Wenn jemand lauthals „Der Journalismus ist kaputt“ skandiert und nach Eigendarstellung antritt, um diesen Missstand zu beseitigen, dann erzeugt das genau solche Erwartungen. Das ganze Credo der KR suggeriert ja, dass der Onlinejournalismus auf dem falschen Weg ist, unfrei, sensationsgeil, schlecht bezahlt (nämlich über Werbung, was die Journalisten nicht unabhängig macht), und KR einen anderen, vielleicht besseren einschlägt. Dabei waren sie ganz unbescheiden mit ihren Ankündigungen. Tiefgreifende Analysen, gründliche Recherche, Qualität statt Quantität. Im Moment kann ich kaum etwas davon entdecken. Davon, dass das alles ein monatelanger Lernprozess werden soll, war ebenfalls nie die Rede, es ging immer um ein lauffähiges Produkt. Vielleicht mit etwas Finetuning, aber lauffähig.

      • Kurze Fragen, liebe Meike:

        Würdest Du einem Baby vorwerfen, dass es mit drei Monaten noch nicht laufen kann? Oder einem gleich alten Katzenbaby, dass es noch keine Maus gefangen hat, obwohl es eine Katze ist? Oder würdest Du Steve Wozniak angesichts heutiger Smartphones das Design und die mangelnde Leistungsfähigkeit des Apple I ankreiden?

        In der Politik gilt, dass eine neue Regierung erstmal 100 Tage im Amt sein sollte, ehe man erste Urteile über ihre Arbeit verfasst. Warum gilt das eigentlich nicht für die Krautreporter? Ist das vielleicht dieses typisch deutsche, reflexhafte Mosern über jegliche neuen Medien, weil man es von SpOn, ZON, Focus, BILD.de und Co. schon so sehr gewohnt ist, dass man rein instinktiv schon das Negative sucht?

        Entschuldige, dass ich frage: Mit welchem journalistischen Online-Medium bist Du zufrieden?

        Auch ich bin Abonnent, wenn auch nicht von der ersten Stunde an (das heißt: Ich habe sogar schon gesehen, was ich kriege und TROTZDEM bezahlt…). 60 Euro für 12 Monate, also eine Tankfüllung – das ist mehr, als ich binnen 5 Jahren für Journalismus bezahlt habe. Und ich kenne Tage, da sage ich: „Ne, heut interessiert mich nix…“

        Trotzdem bin ich bereit, mich in Geduld zu üben und abzuwarten, wie sich das qualitativ entwickelt. Denn Dinge brauchen Zeit, sich zu entwickeln. Käse, zum Beispiel. Du kannst Dir gern Milch aufs Schwarzbrot kippen oder auch Quark auf eine Pizza machen, wenn’s Dir schmeckt. Aber dann ist es eben kein Käse. Stellt sich nur die – ketzerische – Frage: Wozu das Bio-Diplom, wenn doch schon 2 Vorlesungen hätten reichen können?

        Und unter dem Aspekt sehe ich ganz konkret auch die Frankreich-Berichterstattung. Hätten sie so aufgeregt wie dem Niggemeier sein Hund reagieren sollen, mit Live-Tickern und Spekulationen? Glaube mir, wenn ich sage: Wenn es fundiertes Wissen in tickerfähig kurzen Zeiträumen geben würde, dann wären alle anderen Medien weitaus besser, als sie es jetzt sind. Dass trotzdem kaum Fundiertes im Minutentakt rausgehauen wird, ist doch gerade das Kaputte. Gäbe es das in Druckform, hätte allein die BILD täglich 300 Seiten und würde 6 Euro kosten, um die Druckkosten reinzuholen. Dann würde man so richtig merken, was falsch läuft.

        Und jetzt mal ganz ehrlich: Keine Jung-Frage kann noch so naiv sein wie ein erwachsener Mensch, der ignoriert, dass im ersten Jahr in erster Linie die Schaffung eines neuen Projektes und ein einjähriges Bestehen finanziert wird, und verlangt, dass es nach nicht mal 3 Monaten Vollöffentlichkeit bereits besser ist als jahrzehntealte Verlagsprodukte und ihre billigen Onlineableger.

        • Würdest Du einem Baby vorwerfen, dass es mit drei Monaten noch nicht laufen kann? Oder einem gleich alten Katzenbaby, dass es noch keine Maus gefangen hat, obwohl es eine Katze ist? Oder würdest Du Steve Wozniak angesichts heutiger Smartphones das Design und die mangelnde Leistungsfähigkeit des Apple I ankreiden?

          Nein, aber das hat nichts mit KR zu tun. Hätten KR von Anfang an deutlich gemacht, dass man erstmal durch einen langen Lernprozess durch muss, dass es ein langes Trial and Error wird, wären viele sicher geduldiger. Aber es ging immer um etwas, das zumindest schon laufen kann, und nicht weniger erwarte ich. Dass KR läuft. Dass die technischen Grundfunktionen laufen, dass es eine gewisse Artikelvielfalt gibt, dass die Artikel eine hohe Qualität und gewisse Originalität haben. Das alles muss noch nicht perfekt sein, das darf ruhig noch Kinderkrankheiten haben, aber vorhanden sein muss es und das ist es nicht. Weder technisch noch strukturell. Die Entscheidung, eine neue Plattform zeit- und kostenaufwändig zu entwickeln und programmieren zu lassen, statt bestehende, kostengünstigere Systeme zu verwenden, die es schon gibt und die sicher funktionieren, hat kaum ein KR-Mitglied verstanden. Das Argument der größeren Flexibilität ist zwar theoretisch richtig, aber praktisch eben nicht, weil jeder, der auch nur entfernt etwas mit Webentwicklung zu tun hat, weiß, dass es Ewigkeiten dauert, bis eine Plattform fehlerfrei läuft. Das heißt, allein diese fehlerhafte, unnötige technische Entscheidung bindet einen nicht unerheblichen Teil Kapazität, Geld und Arbeit.

          Ist das vielleicht dieses typisch deutsche, reflexhafte Mosern über jegliche neuen Medien, weil man es von SpOn, ZON, Focus, BILD.de und Co. schon so sehr gewohnt ist, dass man rein instinktiv schon das Negative sucht?

          Nein.

          Denn Dinge brauchen Zeit, sich zu entwickeln. Käse, zum Beispiel. Du kannst Dir gern Milch aufs Schwarzbrot kippen oder auch Quark auf eine Pizza machen, wenn’s Dir schmeckt. Aber dann ist es eben kein Käse. Stellt sich nur die – ketzerische – Frage: Wozu das Bio-Diplom, wenn doch schon 2 Vorlesungen hätten reichen können?

          Entschuldige ebenso, aber das ist Blabla, der mit dem Thema nichts zu tun hat. Die Krautreporter sind nicht als Haufen ahnungsloser Lehrlinge oder Studenten angetreten, sondern als erfahrene Vollprofis, die – um bei der Analogie zu bleiben – das Bio-Diplom schon in der Tasche hatten.

  15. Mein Punkt, vielleicht hatte ich ihn zu sehr im Kaffeerausch verschwurbelt: War es nicht etwas naiv, diesen crowdfundierenden Erwartungen Glauben zu schenken? Journalistischer Himmel zu irdischen Preisen?

    • Darauf, dass Kunden Unternehmen glauben, was sie ihnen zusagen, beruht unsere Wirtschaft. Und wenn sich Unternehmen dabei verkalkulieren, dann hagelt es zurecht Beschwerden, Reklamationen, Rügen oder Verbote. Wer mir sagt „Für 60€ bekommst Du ein paar roter Hosen mit Ziernaht“, dann erwarte ich genau das.

  16. Das Format „Jung&Naiv“ ist für mich schon ausreichend neu, um den Anspruch zu erfüllen. Die Interviews in Israel und Palestina waren für mich das beeindruckenste, dass ich 2014 gesehen habe. Die langen Artikel von Herrn Niggemeier sind für mich ebenfalls etwas von neuer Qualität im (bezahlten) Journalismus.

    Deine Kritik scheint mir auch wenig Spielraum für ein positives Urteil von KR zu lassen. Wenn sich KR vom sonstigen Journalismus abhebt (langsame Reaktion auf Charlie Hebdo und Jung&Naiv-Gaudi), dann ist es für dich schlechte Arbeit. Wenn sie sich nicht abheben, dann ist es nicht neu.

    LG Johann

    • Vielleicht ist es in meinen Kommentaren untergegangen, aber ich habe sehr deutlich gesagt, was ich gut fand (Kurzform: den Mut, sowie einige Artikel und Interviews).

  17. Ich bin von KR leider auch enttäuscht. Mir fehlt die gute alte Schule: Klassische Reportagen.
    Das muss doch auch nichts neues sein, dass darf doch ähnlich zu Reportagen von Konkurrenzmedien sein, nur eben im eigenen Stil eurer Journalisten.

    Die Themen die ihr bislang behandelt sind aber leider so typisch für jungen Journalismus: Bedeutungslose Unterhaltung. Was Pegida angeht, hätte ich mir erhofft, dass ihr das für euch entdeckt und zu eurem Hauptthema macht.
    Das war doch auch euer Tenor: „Die Presselandschaft ist nicht mehr frei“. Sich daran abzuarbeiten, z.B. Kommentare von jedem eurer Journalisten anfordern, das wäre doch was. Oder einfach ein ongoing Faktencheck neuer Pegida-Behauptungen …

    Journalisten sind die bescheidenen Dienstleister im Hintergrund. Leider ist das wohl nicht mehr trendy in Zeiten der schreiberischen Selbstverwirklichung. Die Kritik trifft nicht nur euch, sondern Großteile der ganzen Branche. Indie-Pornoproduzenten zu interviewen ist für mich Unterhaltung.

    Dass sich multimedial nicht viel wirklich neues tut, dafür habe ich großes Verständnis. Sowas braucht Zeit um zu reifen. Designer und Programmierer finden, mit den ersten Stories hinfallen, wieder aufstehen, das alles dauert und auch große Medienhäuser tun sich damit schwer. Solange wünsche ich mir aber einfach ein Portal, das am Wochenende spannende, politische Reportagen für mich bereitstellt.

  18. „Rote Hosen mit Ziernaht“ hielte ich sowohl vom Preis als auch von der Beschreibung her für angemessen. Die Leistungsbeschreibung der KR war da schon etwas weniger griffig, als Basis Reklamationen. Aus der Wirtschaft kennen wir zudem natürlich auch die Übertreibungen der Werbung.

    Aber ich teile auch einige Kritikpunkte an KR und habe Ihre Enttäuschung verstanden. Ich sehe eben nur auch einen Anteil vorheriger Selbst-Euphorisierung darin. Als Nordfriese komme ich da mentalitätsmäßig nur begrenzt mit. Danke für den Dialog.

  19. ich war seinerzeit nicht sonderlich begeistert von der idee der krautreporter. das lag vor allem daran, dass ich dort lauter einzelkämpfer sah, die nun im team arbeiten sollten. ich habe dann dennoch 60 euro in den topf geworfen, nachdem ich hörte, dass auch artikel von außen aquiriert werden sollen und eben nicht nur diese leute schreiben werden.

    mittlerweile wissen wir mehr und ich bin ernsthaft unzufrieden. va aber mit der reaktion der krautreporter auf kritik. auch hier in den kommentaren.

    die „reporter“ die sich angekündigten, haben zu einem teil bisher noch gar nichts veröffentlicht. sie hätten aber 500 euro pro veröffentlichung bekommen. geld, das frei geworden ist und scheinbar keinerlei ernsthafte neuverwendung fand. das heißt für mich: die artikel-aquise ist unzureichend. wenn nicht von selbst genug reinkommt, muss man halt was suchen.

    ich möchte vor allem das endprodukt geliefert bekommen. reportagen. mir würde es ja durchaus reichen, wenn ich in der woche eine reportage finde, die ich gerne lese. bei versprochenen 4 reportagen am tag, wären das 20-28 die eine chance hätten mich zu überzeugen.

    es wäre noch nich einmal schlimm, wenn es nur 20 wären (also 5×4), da die konkurrenz am wochenende ja recht hoch ist. aber hier fängt dann auch mein problem an. denn reportagen gibt es mittlerweile gefühlt wie sand am meer. irgendwann hat diese branche entdeckt, dass sie (recherche)journalismus durch gezielt platzierte reportagen simulieren kann. dabei kommen zweifelsohne tolle stücke raus, aber.. die wenigstens dienen einer wirklichen vertiefung eines themas, sie erzählen nur irgendwelche geschichten. sie sind lang, sie fressen zeit.
    das marktumfeld hat sich demnach auch für die krautreporter geändert. die simpelste reaktion darauf wäre, seine eigenen stücke durch tiefggang von dem erzählerischen abgrenzt. und das sehe ich nicht.. bei den stücken, die es da gibt, fehlt immer das kleine eckchen über das normale hinaus.

    über die technik brauchen wir glaube ich gar nicht erst reden. die seite kopiert andere konzepte und bringt mein ultrabook zum schnaufen. auf dem tablet ist sie gänzlich unbrauchbar. seit anfang an und es wird nicht besser.

    die antwort von sebastian esser macht mich insofern ratlos, als dass ich mich hier an kafkas amerika erinnert fühle. der junge protagonist macht sich auf die welt zu entdecken und entblößt sich immer mehr als zu befüllendes gefäß. er macht sich seine eigenen, nie dumm klingenden gedanken zu allem, doch ohne eigenen willen tut er dann nur was den anderen vorschwebt. nur eine sache ist hier anders.. die community soll es explizit richten. und die wird am ende dann auch noch schuld sein, wenn es nicht funktioniert hat.

    was ich heute gelernt habe… macht mich ernsthaft ratlos. denn dass ich die gründung von facebookgruppen finanziere, war mir nicht bewusst. ich dachte es geht um das ergebnis. texte, gut recherchierte. von mir aus auch noch ein gelegentliches interview und auch das ausprobieren gänzlich neuer dinge (wenn dafür raum bleibt). aber man kann doch nicht eine institution aufbauen ohne eine institution aufzubauen.

    das ist creepy.

    mfg
    mh

    p.s.: das problem mit thilo jung ist, dass er als einziger seine ankündigung wahr macht und einmal wöchentlich was liefert. zumindest haut das gefühlt so halbwegs hin. dadurch ist er komplett überpräsent statt einer von vielen zu sein. und das passt natürlich absolut gar nicht zu dem angekündigten format.. die wiederverwertung ist da nur das i-tüpfelchen.

    • Gute Punkte. Eine besondere Ironie bekommen die vielen Artikelempfehlungen/-sammlungen auch deshalb, weil es doch gerade darum ging, sich von den anderen Medien abzuheben – und jetzt werde ich in jeder Morgen-/Wochenpost wieder zu ihnen zurückgeschickt?

      • am anfang fand ich diesen newsletter ganz gut. doch mittlerweile kapriziert man sich nur noch auf die großen tagesthemen, über die ohnehin alle informiert sind. also der mehrwert ist mir irgendwie auch abhanden gekommen. die freundliche koexistenz ist ansonsten aber ok, oder?

        ich versuche bei der beurteilung sogar den ursprünglich hohen anspruch rauszunehmen. in vielen gesprächen zu dem thema merkte ich, dass einige sachen auch daran gescheitert sind. aber du hast das recht gut beobachtet.. am anfang war da mehr von dem, was zu erwarten war und jetzt ist es weg.

        ich habe das vorhin auch viel zu nett formuliert: hier liegt ein managementproblem vor. da gibt es im regelfall nur zwei lösungen, wenn man davon ausgeht, dass etwas gerettet werden soll: entweder wird der manager besser oder es macht ein anderer.

        mfg
        mh

      • Weil es im Meer des Internets guten Journalismus gibt und wir es als Teil unserer Aufgabe sehen, ihn aus der Flut herauszufischen, damit unsere Mitglieder davon profitieren können. Das wissen 12.000 Morgenpost-Abonnenten zu schätzen.

        So großkotzig war unser Pitch eigentlich auch gar nicht, das wirkt auf Dich (und viele andere) im Rückblick vielleicht so, weil es so ein großes Echo ausgelöst hat, zum Glück. Zum Beispiel muss ich mich regelmäßig dafür rechtfertigen, wir hätten angekündigt, „den Journalismus zu retten“. Das haben wir weder gesagt noch gemeint. Zum Vergleich hier der Wortlaut:

        „Der Online-Journalismus ist kaputt. Weil vielen Medien Klicks wichtiger sind als Geschichten. Weil niemand mehr den Überblick behalten kann, wenn die Welt nur noch in Eilmeldungen erklärt wird. Weil Werbung nervt. Weil sich auch in seriösen Online-Medien der Boulevard ausbreitet.

        Wir kriegen das wieder hin. Mit Reportagen, Recherchen, Porträts und Erklärstücken. Über Themen, mit denen wir uns auskennen. Mit der Zeit, die nötig ist, um eine Geschichte zu erzählen. Und den Hintergründen, um zu verstehen, was auf der Welt passiert.“

        • […] wir hätten angekündigt, “den Journalismus zu retten”. Das haben wir weder gesagt noch gemeint.

          Pardon, aber „Der Online-Journalismus ist kaputt. […] Wir kriegen das wieder hin.“ impliziert genau das. Vielleicht nicht „retten“, aber doch „reparieren“.

        • @sebastian esser: geschenkt.

          es reicht, die „Reportagen, Recherchen, Porträts und Erklärstücke“ zu liefern. deren fehlen wurde ja bemängelt. gekontert hast du mit irgendwelchen facebookgruppen, die dort gar nicht vorkommen.

          wenn du vertrauen generieren willst, wirst du genau diese diskrepanz auflösen müssen.

          mfg
          mh

  20. Vielen Dank für den fundierten und konstruktiven Beitrag, der jenen von Marc Wickel gut ergänzt. Bereits vor Beginn des KR-Projekts hatte ich große Zweifel am Erfolg. Dennoch unterstütze ich Krautreporter (Gründe hier: http://www.dominik-faust.de/warum-ich-krautreporter-trotzdem-unterstuetze/).

    In der Zwischenzeit ist die damalige Skepsis jedoch nicht wesentlich geringer geworden. Irgendwie ging es schon mit Problemen bei der Anmeldung im Juni los. Seit dem Start im Oktober hoffe ich, dass mich ein morgendlicher KR-Newsletter mitreißt. Doch die KR-Geschichten stehen nach wie vor am Ende der Morgenpost. Man stellt seine Unique Selling Proposition doch an den Anfang! Warum macht ein KR-Newsletter mit Me-too-Themen auf, die längst bekannt sind oder auch in anderen Newslettern behandelt werden?

    Nun, ich will gerne noch ein wenig geduldig sein und hoffe weiter sehr, dass das Projekt ein Erfolg wird. Hoffnungsfroh stimmt mich die Kommunikation der Krautreporter – wie in diesem Post – die Lernbereitschaft signalisiert. Auch einzelne Stories machen Mut. Von mir aus dürfen es gerne noch viel mehr „Geschichten hinter den Nachrichten“ sein, so wie KR das letztes Jahr angekündigt hat.

  21. […] Liebe Krautreporter, wir müssen reden. Ich gehöre zu den vielen Menschen, die Euch im Frühjahr 2014 einen Vertrauensvorschuss und sechzig Euro entgegengebracht haben. Weil ich das Gejammer der großen Medienhäuser nicht mehr ertragen habe, weil ich es mag, wenn Menschen versuchen, Probleme zu lösen, und weil ich – vielleicht war das naiv – Euch geglaubt habe, dass Ihr alles anders macht. [link] […]

  22. Mal ein anderer Blick:

    Ich habe nicht vorab bezahlt, sondern wollte erstmal gucken. Ich lese nur sporadisch, aber Gutjahrs Apple Artikel, Schaders Packstation-Artikel (den ich mir in keinem anderen Medium vorstellen kann weil sich keiner ernsthaft an DHL abarbeitet) und insbesondere Krützfelds Clown-Artikel ( https://krautreporter.de/267–der-clown-lasst-unsere-masken-fallen ) überzeugen mich jedoch, dass das ganze 5 Euro im Monat wert ist.

    Ich werde wohl einer der wenigen überzeugten Neuabbonnenten die wissen was sie erwartet und es gut finden. Wie im Spiegel lese ich nicht alles (wie ich zb jung ignoriere) aber ich finde pro Monat genug neues, gutes, eigentlich besseres als im Print, für den ich mehr ausgebe.

  23. Nach Aussage Sebastian Esser werden die Krautreporter nicht pauschal, sondern nach Veröffentlichung bezahlt. Tilo Jung führt die Liste nun mit rund 20 Beiträgen sehr deutlich an. Bei 500 Euro pro Artikel hat ihm die Crowd also schon mal 10.000 Euro in die Tasche gespielt. Wenigstens für einen scheint sich das Ganze gelohnt zu haben.

  24. Auch ich gehöre zu den enttäuschten die 60 Euro in den Sand gesetzt haben. Ich hatte gehofft damit ein Projekt zu unterstützen das anders ist als die Mainstreammedien. Ich wünsche mir investigativen Journalismus, nicht das aufbereiten von irgendwelchen Pressemitteilungen der NATO, Bundesregierung oder sonstigen Stellen, oder gar das verlinken zu den Mainstreammedien. Und ich möchte auch nicht umerzogen werden, ich möchte Fakten lesen, keine Meinungen.

    Eines Tages kam eine „Morgenpost“, die enthielt im ersten Satz gleich irgendwas mit „Pegida-Idioten“. Man kann zu Pegida stehen wie man will, aber von einem Journalisten erwarte ich Neutralität, nicht das beschimpfen und umerziehen von Teilen der Bevölkerung. Das erledigen die Mainstream-Medien schon ausreichend, dafür gebe ich kein Geld aus. Auf eine Beschwerde-Mail diesbezüglich habe ich noch nicht einmal eine Antwort erhalten.

    Die 60 Euro schreibe ich als Lehrgeld ab, und nächstes Jahr können die KR ohne mich weiter machen.

  25. Der Punkt ist doch, dass man gar nicht weiß wo man bei KR anfangen soll, Kritik zu üben. Ich meine, es ist alles ziemlich scheiße (Pardon!). Die technische Realisierung der Seite ist ein Witz. Die Gestaltung der Seite kann nur ein Scherz sein. Jedes normale WordPresshosting für ein paar Zehner im Monat wäre tausendmal schneller und übersichtlicher gewesen als das, was uns da präsentiert wird. Angeblich extra für die KR programmiert. HAHA. Für jedes Format von KR (also ob Interview, Reportage, Linktipp, Hundecomic, egal) das gleiche Scrollwüstenlayout? Really? Wäre ich z.B. Hans Hütt, wäre ich schon längst auf den Barrikaden, so wie sein Comicprojekt dermaßen verhunzt präsentiert wird. Und dann auch alles so langsam, alter Schwede.

    Und dann die öden Texte, ich meine, mal Hand aufs Herz: die allermeisten davon sind einfach furchtbar langweilig. Wo ist da bitte der Drive, die Leidenschaft? Kein Rock’n’Roll, aber wirklich kein Text, wo ich sage: mensch, geil, so was habe ich schon lange nicht mehr gelesen, toll! Oder auch mal Unterhaltung, Spass, Textlove, Esprit. NIX! Stattdessen: eine riesige Zone der Langeweile aus dem Textkombinat. (Selbst die Addons, also die Extras der Texte oder auch die Kommentare der Leserschaft: Einfach überflüssig, brauche ich nicht. Ich logge mich z.B. schon gar nicht mehr ein, weil ich darin keinen Mehrwert für mich sehe.)

    Und dann die Kommunikation von Sebastian „Das wissen 12.000 Morgenpost-Abonnenten zu schätzen“ Esser. Himmel, was soll man denn dazu noch sagen?
    Und wie die KR die Einführung des RSS-Feeds abgefeiert haben, ein RSS-Feed im Jahre 2014! Wie die Szene aus Dumm und Dümmer, als Jim Carrey die Zeitungsmeldung von der Mondlandung von vor 30 Jahren entdeckt und ausruft: „Wir sind auf dem Mond gelandet, Leute!“

    Keine Haltung, kein Esprit, kein gar nichts, Kohle weg, auf Wiedersehen, Operation gelungen, Patient tot. Noch Fragen, Kienzle?

    Krautreporter, der Resopaltisch im Mobiliar des Onlinejournalismus.

  26. Kann mich vielem anschließen, was hier schon gesagt wurde.

    Darüber hinaus hat mich schnell enttäuscht, dass die „Mitgliedermitwirkung“ bei KR allenfalls als punktuelle ZUARBEIT zu Inhalten/Themen verstanden bzw. nachgefragt wird.

    Ich hätte mir da mehr virtuelle MITBESTIMMUNG in der Projektentwicklung gewünscht. (Statt dessen werden nicht mal richtig sinnvolle technische Tipps und Marketing-freundliche Vorschläge umgesetzt. )

    Dabei könnten „Elemente direkter Demokratie“ richtig Spass machen, interessant sein und Euch entlasten bei der Suche nach dem nächsten Big Krautreporter Dingens.

    Warum nicht mal eine Seite (nicht bei FB et al), auf der man Themen / Projekte vorschlagen kann. Die Mitglieder könnten die dann hoch- bzw. runter voten – und pro Monat werden die jeweils obersten drei umgesetzt (da bleibt ja noch genug Platz für die Selbstentfaltung…)

    Evtl. könnte man das Spiel intensivieren, indem man Journalisten die Möglichkeit gibt, sich um die Themen zu bewerben – und wer von der Com den Zuschlag bekommt, kriegt dafür ein dem Aufwand angemessenes Honorar (mit Deadline).

    Ebenso könnte man mit Wünschen und Vorschlägen für die technische Verbesserung der Krautreporter-Präsenz verfahren. Immer an dem entlang weiter entwickeln, was die User stark priorisieren.

    Dass anfänglich ein relativ großes Budget für die Webseite kommuniziert wurde, fanden wir doch mehrheitlich gut. Nun macht aber auch etwas EIGENES daraus!

    Ich bin zwar FB-Mitglied, kommuniziere aber an diesem totalüberwachten und kommerzialisierten Ort nicht wirklich meine Interessen. Und so geht es sicher vielen, die auch nicht gerne 60,- Euro dafür ausgeben, Facebook noch „unvermeidlicher“ zu machen.

  27. Bei aller (möglicherweise berechtigten) Kritik an Krautreporter wird deutlich, was in der allgemeinen Crowdfunding-Euphorie m. E. ein wenig unter die Räder gekommen ist: Wer investiert, kauft eben kein klares Produkt, kein Abo (auch wenn man das so nennt) und keine roten Hosen mit Ziernaht. Sondern ist im Regelfall Kapitalgeber für eine Idee, ein Unternehmen oder ein Produkt, das noch nicht existiert, u. U. nicht ausgereift ist und sich am Markt erst noch etablieren und beweisen muss. Risikokapitalgeber, um genau zu sein.

    Das Risiko der Enttäuschung und des möglichen Totalverlusts inbegriffen. Für die komplette Community, weil das Geschäftsmodell vielleicht nicht funktioniert. Für einzelne Investoren, weil man sich das irgendwie anders vorgestellt hat oder sich das Unternehmen/Produkt (aus verschiedenen Gründen) doch nicht so entwickelte, wie es ursprünglich angedacht war.

  28. Super spannende Diskussion, danke dafür – denn ich war im letzten Jahr während der Crowdfunding-Phase auch super gespannt auf das Kommende. Die Diskussion, die hier gerade stattfindet, fehlte mir bislang (vielleicht habe ich sie nur nicht entdeckt, das ist gut möglich, denn meine Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt: Die Finanzierungsphase hat viel Aufmerksamkeit von mir bekommen, der leicht verzögerte Start mein volles Verständnis – nehmt euch Zeit und macht’s dafür ordentlich, hab ich irgendwo mit voller Aufrichtigkeit kommentiert -, aber ohne, dass man mich je abholte, ist meine Aufmerksamkeit mittlerweile meilenweit von den Krautreportern entfernt).

    Ich fand die Idee gut, die Bildung einer Community sei die innovative Neuerung. Aber wo ist meine Community? Wo finde ich sie auf der Seite? Hab mich heute nach vielen Wochen mal wieder eingeloggt: Wo sind die meistdiskutierten Artikel? Wo sind die aktuellen Diskussionen? Wo kann ich mich einbringen in diese Community – durch Kommentare NEBEN dem Text statt drunter …? Na ja! Wo kann ich meiner Community Fragen stellen oder welche beantworten, inwiefern gibt eine Community mir Input? Finde ich das alles bloß nicht, oder findet es nicht statt? Mit einer Community ist man gemeinhin im Gespräch, oder? Anders als jetzt gerade hier finde ich kein Gespräch auf der KR-Seite.

    Die Linklisten zu anderen Onlinemedien wurden hier schon moniert – interessiert mich kein bisschen, der morgendliche Newsletter ist ein Paradebeispiel für die Post im Eingang, die schnell abbestellt werden muss, sonst nervt sie morgen wieder. Wieso hab ich denn nie etwas im Posteingang, was mich einer Community hinzufügt? Ist mein Input nie interessant?

    Ich finde es nicht schlimm, wenn Themen am Interesse der Mehrheit vorbeigehen, solange die Mehrheit an diesem neuen Portal gemeinsam bauen kann. Aber das fehlt mir: Ich bin nur Publikum, und das Programm hat mich schon sehr, sehr früh gelangweilt.

    Ich hab die 60 Euro in vollem Bewusstsein der Möglichkeit investiert, dass ich enttäuscht werden kann, deshalb hege ich keinerlei Gram. ;-) Und es hat sich gelohnt zu testen, wie es werden kann! Aber wiederholen würde ich die Investition nicht mehr. Ich verlasse keine interaktive Community, wenn ich mein Abo nicht verlängere, ich schaltet bloß als passives Publikum auf einen anderen Kanal.

    • Sehr gute Ergänzungen, danke.
      Das mit der Technik habe ich in meinem Artikel ja nur gestreift, aber natürlich ist die Umsetzung des Community-Gedankens bei KR eine Katastrophe. Von der zufälligen Funktionalität der eingeblendeten Spalten (ich muss immer mehrmals klicken, damit die Übersicht links eingeblendet wird. Rufe ich einen Artikel auf, muss ich wieder neu klicken, um sie einzublenden.) mal abgesehen, ist es superschwer, Artikel, bei denen man etwas kommentiert oder angemerkt hat, auf dem Schirm zu behalten. Nirgendwo im Profil gibt es einen Punkt „Deine Aktivitäten“ oder so, unter dem meine Anmerkungen/Kommentare oder wenigstens die zugehörigen Artikel aufgelistet sind. Man muss sich entweder merken oder händisch notieren, bei welchen Themen man sich eingebracht hat. Jemand, der aktiv und engagiert ist, verliert da ganz schnell den Überblick.

      Das habe ich bereits kurz nach dem Start im Oktober kritisiert, aber die Technik wird einfach nicht besser. Wie jemand weiter oben sagte: in zweieinhalb Monaten seit dem Start haben die es gerade einmal geschafft, dass man in Kommentaren Absätze machen kann. Absätze!

      • Hi,

        Ich hatte mir im Oktober tatsächlich Zeit genommen um die Homepage zu testen. Hab‘ dann nach 30 mins und ungefähr 8 Usability Problemen den Test beendet (Performance, Scrollverhalten, falsche Artikel ausgewählt, etc). Dann hab‘ ich dazu ein informelles Protokoll mit Screenshots geschickt.

        3 Tage später kam eine (vermutlich automatisierte) Mail, die meinte ich werde wieder von ihnen hören. Das ist dann natürlich nie passiert.

        Wenn man loszieht um den Online Journalismus zu reparieren, sollte man vielleicht nicht mit der stümperhaftesten technischen Umsetzung anfangen. Klar, ist eine Frage des Budgets. Wenn ich aber keine Kohle hab, muss ich wohl mal eines der Standardprodukte für mich anpassen, anstatt ein Kompetenz-überschreitendes Entwicklungsprojekt anzufangen.

        Wenn man weiters meint, die Community einbeziehen zu wollen, sollte man auch Korrespondenzen entsprechend pflegen.

        • „Wenn man loszieht um den Online Journalismus zu reparieren, sollte man vielleicht nicht mit der stümperhaftesten technischen Umsetzung anfangen. Klar, ist eine Frage des Budgets.“- 2% der eingesammelten Summe in die Webseite investiert, dann sollte doch das, was da bei den KR ist, funktionieren.

  29. Danke für diesen emotionalen Beitrag zur Situation von KR.
    Ich habe vor kurzem die Redaktion direkt kontaktiert, um auf das Fehlen journalistischer Mehrwerte insbesondere seitens Tilo Jungs hinzuweisen. Ein Verständnis war nicht spürbar.
    Aus PR-Sicht hatte ich Hoffnung, dass KR eine Chance ist, Vertrauen in die Medien zurückzugewinnen.
    Das Ziel wird wohl nicht mehr erreicht.

  30. […] Krautreporter und die Suche nach der Relevanz von Frau Meike (Frau Meike) […]

  31. Schon als ich das erste Mal von den Krautreportern hörte, war mir klar, dass dieses Projekt zum Scheitern verurteilt ist. Das eine ist die Zusammensetzung der Autoren, die eine Meinungsvielfalt im Grunde ausschließt, das andere ist die anfängliche Selbstbeweihräucherung.

  32. Krautreporter stehen für die muslimisch-arabische Sichtweise. Das kann man an den Stories von Victoria Schneider, die diese Woche bei Krautreporter laufen, ganz deutlich erkennen. Gestern fiel mir das schon auf, als ausschließlich arabische Kioskverkäufer zu der neuen Charlie Hebdo-Ausgabe befragt wurden, heute ist es noch deutlicher -„Die Karikaturisten sind schuld, weshalb verunglimpfen sie auch Mohammed“ oder „Die Franzosen sind schuld, denn sie haben die Attentäter nicht genügend integriert“. Nichts darüber, was die Attentate mit den Parisern gemacht hat, nichts dazu, wie sich die jüdische Community in Paris oder Frankreich fühlt.

    Sorry, aber das ist mir zu einseitig.

    • @steve

      So geht es mit auch. War nett geschrieben. Aber genau das, was man erwarten konnte nach Vic_schneiders Tweets.

      Oberflächliches, nicht hinterfragendes Reportieren. Früher nannte man das „schreib das auf dpa“-Journalismus.

  33. Sie sind halt nicht die besten, diese Krautreporter.
    Ein guter Reporter hat seinen Job, seine festen Engagements, Die weniger guten wursteln sich so durch und haben mal was von Crowdfunding gelesen.

    Insofern ist „Krautreporter“ eher Kraut & Rüben.

    Es tut mir nicht leid, ihnen 60.- gezahlt zu haben, ein zweites mal werde ich das aber nicht tun.

    • Bei der Großen Journalismuskrise 2014 waren Sie gerade im Urlaub?
      Es sollte sich doch nun wirklich langsam herumgesprochen haben, dass Qualität eben kein Garant mehr für ein festes Einkommen ist. Immer mehr Redaktionen arbeiten immer häufiger mit freien Mitarbeitern statt festen Redakteuren, die BRIGITTE hat gerade die Hälfte ihrer schreibenden Angestellten entlassen (nicht, dass es mir um dieses frauenfeindliche Schundblatt leid täte). Da die freie Mitarbeit erhebliche finanzielle Einbußen bedeutet, müssen sich Journalisten, auch die guten, mehr und mehr nach anderen oder zusätzlichen Einnahmequellen umsehen.

      Ganz so leicht ist es also leider nicht.

  34. Ach Mensch, Meike, du sprichst mir aus der Seele. Leider. Ich habe die KR von Anfang an kritisch begleitet, sie aber auch unterstützt, weil ich den Mut belohnen und die Chance auf etwas Neues mitergreifen wollte.

    Und jetzt? Ich habe, wie du, ein paar gute Sachen gelesen (z.B. mehrmals Niggemeier) bzw. gesehen (1xJung–>Guantanamo). Aber alles in allem sind mir die KR schlichtweg kaum aufgefallen. Anders als Correctiv. Klar, die Mittel dort sind sicherlich nochmal andere, und ich erwarte auch nicht regelmäßig die Mega-Story.

    Aber ich erwarte andere Themen, die nicht bloß schöne, blumige Geschichten sind, sondern Beiträge, die kritisch hinterfragen, andere Blickwinkel bieten und – ja, wirklich! – auch einfach mal knallhart kommentieren und eine Debatte anregen.

    Stichwort Debatte: Sind Debatten nicht etwas, das KR auszeichnen könnte? Moderierte Debatten in der Community? Zu einem Thema, das zuvor von KR-Redakteuren aus mehreren Perspektiven beleuchtet wurde?

    Liebe KR, ich verzeihe es euch, dass die Technik noch nicht hundertprozentig stimmt, wenn ihr daran arbeitet. Ich verzeihe es euch, dass nicht alle angekündigten Journalisten tatsächlich dabei sind, wenn ihr das transparent erläutert. Ich verzeihe es euch, wenn ihr euch bei großen aktuellen Ereignissen ein paar Tage mehr Zeit nehmt, wenn das später Präsentierte dafür richtig gut wird. Ich verzeihe euch auch die Anlaufschwierigkeiten im ersten Quartal. So langsam aber sollte etwas kommen, damit sich meine kleine Investition von 60 Euro lohnen wird. Ich habe euch also noch nicht aufgegeben ;-) Noch nicht.

  35. Ich merke grad, dass es mir richtig Bauchweh macht, dass diese Diskussion auch als große Klassenschelte aufgefasst werden kann.

    Dabei hab ich den Eindruck, es liegen hier ganz viele unheimlich konstruktive Ideen auf dem Silbertablett, die aufgegriffen werden könnten.

    Wenn ein Kollektiv innerhalb von 2 Tagen in vielen Beiträgen ein Medium kritisiert, wirkt es leider wie ein Abgesang auf dieses Medium. Viel weniger wohlmeinend, als es vermutlich die einzelnen Beiträger gemeint haben. Das Grundproblem ist, scheint mir, dass diese Diskussion eben nicht dort geführt wird, wo sie hingehört hätte (die Seite der Krautreporter, innerhalb einer Community, die sich aus vergleichbaren Gründen gegründet hat und effektiv gemeinsam an einer Zukunft basteln möchte) – weil dort (noch!) kein Platz dafür ist.

    Ich komme mir grad vor wie auf dem Schulhof, auf dem sich eine Meute zusammengerottet hat, um über den neuen Jungen herzuziehen, der sich komisch anzieht und im Lernstoff einfach nicht mitkommt. Ich fühle mich unwohl in dieser Rolle. Dabei möchte ich wetten, dass der Großteil dieser „Meute“ genauso wenig Mobbing im Sinn hat wie ich! (Auch Frau Meikes Ursprungstext ist in meinem Dafürhalten zu 97% konstruktiv, zu 1% süffisant und zu ca. 2% persönlich enttäuscht und deshalb recht emotional. Aber eben vor allem KONSTRUKTIV!)

    Könnte nicht ganz ernsthaft die Community als solche retten, was bislang so wenig rund läuft?

    • Diese Häufung kritischer Stimmen ist ja hausgemacht.
      Als KR mit ihrem Crowdfunding begonnen haben, herrschte nach meinem Gefühl überwiegend so ein wohlmeinend-gespanntes „Na holla, ganz schön mutig!“ Dann gab es die ersten Probleme, schon beim Crowdfunding selber, gefakte Abokäufe, die auf schmierigstem BILD-Niveau im KR-Blog seziert wurden, die Kritik wegen Frauenmangel wurde ziemlich abgebügelt, einzelne KR-Beteiligte fielen immer wieder durch fortgesetzte Rotzigkeit auf, jeder kritisierte Punkt wurde bis auf’s Blut verteidigt oder Kritik wurde ignoriert.

      Die respektvoll-abwartende Haltung vieler Crowdfunder schmolz dadurch noch vor dem offiziellen Start ziemlich zusammen. Immerhin hatte KR das Geld ja schon bekommen, da erwartet man natürlich auch ein winzigkleines Bisschen mehr Kritikfähigkeit – gerade weil die Mitwirkung der Crowd ja eigentlich eines der Unterscheidungsmerkmale von KR werden sollte.

      Die Crowd hat allein schon wegen der vollmundigen Ankündigungen viel erwartet, aber nachdem KR vor dem offiziellen Start schon so patzig und beratungsresistent reagiert hat, sind die Erwartungen nochmal gestiegen. Ich glaube, da waren viele vielleicht nach dem Start schon nicht mehr so geduldig und nachsichtig wie sie es ohne die Pampigkeit gewesen wären.

      • Ja, mein Schulhof-Bild ist falsch, weil der dümmliche, doof angezogene Nerd-Junge, der gemobbt wird, ziemlich sicher keine Schuld am Mobbing trägt. Über Schuld reden ist immer doof, aber das stimmt alles, was du aufführst: Demütig war der Auftritt zu Beginn wirklich nicht.

        Ich möchte aber, falls manche Krautreporter nach wie vor hier mitlesen, gern als Signal einer unbekannten Unterstützerin aussenden: Ihr habt immer noch Teile meiner Sympathien, weil ich Teile eures Teams so sympathisch finde, dass sie das mit schlechter Technik und langweiligen Themen gar nicht abstellen können. Da ist immer noch eine Basis, auf der man aufbauen kann! Mein Abo läuft ja noch bis zum 15.10.2015 – das ist irrwitzig viel Zeit, um einen verkackten Start wiedergutzumachen.

  36. Ja die anhaltenden technischen Schwierigkeiten regen mich auch auf. (Fehlerhafte Anmeldung, plötzliche automatischen Zeilensprünge etc. )Zuerst groß rumposaunen wie flexibel und anpassbar mit einem eigenen Sytem ist und dann es selber nicht gebacken bekommen! Man baut sich Qualität von Jahr zu Jahr erst auf und startet nicht als Überflieger der nur abstürzen kann!

  37. Hallo,
    ich möchte mich dieser Kritik gerne anschließen.
    KR bestand am Anfang schon fast nur aus pöse USA und pöses Israel. Das ist mir zu wenig, da kann ich auch taz lesen (theroretisch).
    Ein mehrteiliger Bericht einer Profi-Hure war sehr interessant, ebenso eine Reporateg zu einem Mord in L.A. Mehr ist bei mir nicht hängen geblieben.
    KR schafft nicht einmal Neon-Qualität.
    Aber wahrscheinlich sind wieder die Leser schuld.
    J

  38. […] scheint so, als ob die Krautreporter aus der Sicht einiger Mitglieder da nicht ran kommen. Fehlende Qualität und Quantität werden kritisiert. Tatsächlich ist von außen betrachtet die ganz große Innovation […]

  39. Hier wurde diskutiert, ob es positiv oder negativ ist, wie Krautreporter auf die Anschläge in Paris reagiert. Gestern ist ein weiterer Artikel hinzugekommen, und zwar in Form eines Vergleichs der Reden von Schröder und Merkel in Reaktion auf die Anschläge von 2001 (USA) und 2015 (Frankreich). Leider fehlt mir hier erneut die Qualität. Der Mangel kann hier nicht mit dem Experimentieren mit dem Medium erklärt werden.

    https://krautreporter.de/302–den-zumutungen-der-geschichte-gewachsen

    Siehe auch Kommentare zum Artikel…

  40. Muss die Gelegenheit nutzen, um mal NICHT enttäuscht zu sein: KR boten bislang eine Menge starker Texte und Gespräche. Die Seite will nicht brandheißer Investigativ-Newsherd sein, sondern magaziniger, mit Hintergründen, alternativen Berichten & Themen – & das klappt bislang gut. Tilo Jung muss man nicht mögen, das Medienmenü auch nicht, aber es ist durchaus mehr geboten. Und warum 60 Euro dafür zuviel sein sollen, ist mir ein völliges Rätsel – ich finde es definitiv zu wenig (das Argument, dass dort Content geboten würde, den es vorher gratis gab, zieht ja nicht: Jung zB hätte wohl kaum dieselben Gesprächspartner & Möglichkeiten). Um Aufdeckungen wie die geforderten zu leisten, bräuchte es wohl Korrespondentenbüros in mindestens den europäischen Städten, und die sind mit diesem Jahresbetrag eher nicht zu finanzieren..

  41. Liebe Meike,

    herzlichen Dank für diesen Beitrag und seine Reaktionen. Ich selber bin keine Krautreporterabonnentin (vor allem, wohl, weil mensch dazu eine Kreditkarte brauchte) und darf also nicht meckern. Dennoch habe ich das Projekt zu Beginn der Fundingphase mit viel Interesse verfolgt und jetzt kürzlich mal angefangen mitzulesen. Das meiste, was hier an Kritik geäußert wird (ich kann ja nur den Nicht-Mitglieder-Bereich beurteilen), finde ich zumindest nachvollziehbar. Wenn Stefan Niggemeier für seine Arbeit Geld bekommt, finde ich das allerdings immer gut, auch wenn es nicht im engeren Sinne innovativ ist.

    Ich habe mich sehr gefreut, das hier zu lesen, fand es schon verwunderlich, dass die Krautreporter so wenig Medienecho erzeugen und war auf Rückmeldungen gespannt (hätten die ja auch selber mal was zu bringen können). Egal, wie das Projekt läuft, ich finde es wichtig. Wohlwollend gesprochen, würde ich meinen, wenn die sagen „Der Journalismus ist kaputt („Wir reparieren das“ ist natürlich übrigens wirklich eine großmäulige Ankündigung, das zu verneinen lässt leider tatsächlich auf mangelnde Kritikfähigkeit schließen) – Und sie haben recht damit, dann ist die Zerstörung vielleicht tatsächlich so tiefliegend, dass die (und auch niemand anderes) das so schnell nicht hinbekommen werden und auch nicht können. Geben wir ihnen noch mehr Zeit.

    Viele Grüße!

  42. […] Frau Meike sagt: Krautreporter und die Suche nach der Relevanz – Ich rufe KR nie anlaßlos von selbst auf. Und ehrlich gesagt kann ich die Artikel, die mir in die Timeline gepült wurden, an einer Hand abzählen. Wobei über die Hälfte von der hier auch schon verlinkten Theresa Bäuerlein kamen. Und ich dann immer noch zwei Finger für ein Peacezeichen übrig hätte. (Aber das sagt sich so leicht, wenn man weder etwas von dem Projekt erwartet, noch sechzig Euro dafür bezahlt hat.) […]

  43. Mich würde ja mal ernsthaft interessieren, woher dieser renitente Gaza-Fetisch von Tilo Jung und Kollegen herrührt?

  44. Lieber Sebastian Esser,
    Du hast hier geantwortet, ich hoffe dass Du das hier liest.
    (Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei Frau Meike).

    Diese Woche kam eine Multiple-Choice Leserumfrage der Krautreporter rein. Da wird nach Themen gefragt und wie viele Daumen man für die Themenvielfalt hochhält (3/5) und was man von einem ein Forum auf KR hält (6/5). Würde ich wieder 60 EUR zahlen (i really don’t know/5). Ich glaube, es geht vielen Abonnenten wie mir

    Ich schreibe hier (nochmal sorry, Frau Meike), denn leider gibt es auf KR kein Forum, auf dem man die Diskussion zu bestimmten Themen mit der Community diskutieren kann (Themen, Technik etc.).
    Leider decken die Fragen der Leserumfrage nicht die Kritikpunkte ab, die ich Dir hier aus meiner Warte nochmal zusammenfasse:
    1.Dialog.
    Kein Forum auf KR. Usergruppen auf anderen Plattformen sind eher :(
    Auf Emails bekommt man recht weißwaschende Standard-Antworten, siehe Deine Kommentare oben.
    Manche Blogger reagieren auf Kommentare (großartig: Jens Weinreich) oft werden Kommentare ignoriert. Liegt vielleicht auch an der
    2. Technik – für mich das größte Problem
    Die Seite hat eine völlig unzureichende Navigation.
    Artikel die älter als 3 Tage sind, sind nur mit Mühe zu finden, die springenden Spalten sind nervig
    Das Scrollverhalten des „Endlosfeeds“ ist unterirdisch – Sprünge beim Nachladen etc.
    die eigenen Absatzkommentare wiederzufinden ist fast unmöglich, wie soll da Dialog entstehen?
    Wurde übrigens alles von Anfang an bemängelt
    3. Inhalte
    Die Vielfalt ist Diskussionswürdig, aber ok: Manche Autoren nehmen KR mehr an, andere weniger.
    Mir persönlich sind Hundecomics, Dialogexperimente und Crowdjournalismus eher wurscht, ich will Lesestücke. Aber warum nicht.
    Morgenpost und Interviews über weiter unten stehende Artikel sind allerdings Filler. Auch die würden mich nicht stören, wenn ich die Substanz dazwischen leichter finden könnte.
    4. Fazit
    Die Lesestücke allein sind mir jedes Jahr auf jeden Fall 60,- wert. Aber das Look and Feel der KR ist so viel sperriger als jedes WordPressblog, dass ich mich fragen muss ob ich das Geld lieber an Blogger verflattere, die das – erstaunlicherweise jeder für sich – besser hinkriegen.
    Aber vielleicht passiert ja was vor der nächsten Funding-Runde

    Voller Hoffnung
    Dein Philip

  45. […] “Frau Meike” thematisierte bereits die geringe Relevanz vieler KR-Beiträge. Dieser Mangel hat möglicherweise auch damit zu tun, dass die Wahrnehmung bei vielen Themen verengt erscheint: Der Mittelpunkt der Auslandsberichterstattung beispielsweise liegt bei den Krautreportern exakt im Gazastreifen: Zu keinem anderen Thema finden sich auch nur ansatzweise so viele Beiträge wie zu Nahost – ohnehin nicht gerade der blinde Fleck von deutschen Medien. Und während der Bau von Wohnungen in Jerusalem bisweilen als vermeintliches Kriegsverbrechen gebrandmarkt wird, zucken viele Kollegen derzeit nur mit den Schultern, wenn Ägypten eine halbe Stadt an der Grenze zum Gazastreifen platt macht. Doppelte Standards at`s best. […]

  46. Ich bin weder bei Facebook noch bei Twitter, und ich werde mich auch künftig von den Kommunikations-Monopolisten fernhalten. Ich betätige nicht einal die „gefällt mir-Buttons“. Daher gibt es für mich auch keine Diskussion auf diesen Plattformen. Daher: Diskussionen hier oder gar nicht.

  47. Mon Dieu, Facebook, Twitter, Reddit, »Regionalgruppen«…

    Braucht man wirklich diesen »Community«-Quatsch, um in Deutschland guten Journalismus zu hinzukriegen?

    Ich lebe in Frankreich, und wir haben hier seit 2008 »MediaPart«, das durch seine Veröffentlichungen bereits den dritten Minister aus dem Amt schiesst und eine lange Reihe von nationalen Mega-Skandalen (Bettencourt, Tapie, Cahuzac, Sarkozy-Kaddafi etc.) aufgedeckt hat.

    »MediaPart« [http://de.wikipedia.org/wiki/Mediapart] hat heute 100.000 zahlende Abonnenten (118 €/Jahr) und macht etwa 700.000 € Profit. Die haben das ganz alleine mit Journalismus geschafft! Und völlig ohne Facebook, ohne Twitter und auch ohne eine einzige »Regionalgruppe«.

    Krautreporter ist so typisch deutsch – nett, ernsthaft und provinziell.

  48. Jo. Erst mal Danke an alle für die Diskussion.
    Ich habe auch €60,- investiert und diese mittlerweile abgeschrieben. DIW Siege von Krautreporter ist eine Katastrophe und mobil nicht nutzbar. Dabei hätte ich in der Ubahn so richtig Zeit Euch zu lesen. Bleibt mirnur SPON.

  49. Sorry, aus versehen zu früh abgeschickt.

    Die Beiträge auf Krautreporter finde ich meist langweilig, die wenigen guten wurden oben genannt. Auf der Seite bin ich mittlerweile vielleicht noch alle zwei Wochen, daran ist hauptsächlich die miserable Usability schuld, denn die behindert bei mir erfolgreich das finden interessanter Sachen.

    Auf meinem Frühstückstisch liegt die Süddeutsche Zeitung, den spamigen Newsletter habe ich daher gleich abbestellt. Übrigens, Herr Esser, wieviele der 12000 Abonnenten dieses redaktionellen Meilensteins werden den wohl wirklich lesen?

    Die obigen Beiträge von Herrn Esser empfinde ich stellenweise als äußerst Arrogant und auf Fratzenbuch et al diskutieren ich nicht. Auch diese Chance vertan.

    Meine nächsten 60,- gehen an andere….

    Danke fürs Experiment, Krautreporter, das ists aber dann auch schon.

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