Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl

Derzeit wird viel über das Kinderkriegen geschrieben.
Antonia Baum schreibt, dass ihr der Gedanke, Kinder zu bekommen, eher Stress bereitet, und auch Melanie Mühl bekennt freimütig dass Kinder in ihrem Lebensentwurf nicht vorkommen. Stefan Schulz hält dagegen, dass das alles im Grunde ganz einfach ist mit Kindern, weil Babies im ersten halben Jahr „ohnehin nur herumliegen“, und Florentine Fritzen und Tobias Rösmann sind nur noch genervt von den „Jammerfrauen“, die ein, zwei Bedenken haben, einfach so Kinder zu bekommen. Die hasserfüllten Kommentarspalten unter den Artikeln von Frau Baum und Frau Mühl seien nur der Vollständigkeit halber erwähnt, ohne auf einzelne Antworten einzugehen.

Dass solche Antworten nicht nur, aber auch aus feministischer Sicht mindestens fragwürdig sind und an der Realität vorbei gehen, hat die Bloggerin Dr. Mutti sehr schön zusammengefasst.
Doch in den Kritiken steckt noch eine weitere Absurdität als nur reaktionäres, frauenfeindliches Gedankentum.

Weißt Du noch, früher?

In den Sechziger und Siebziger Jahren ging ein großer Ruck durch die Gesellschaft. Frauen verbrannten ihre BHs, Studenten schrien „Ho-Ho-Ho Chi Minh!“, die politische Macht wurde genauso hinterfragt wie gesellschaftliche Werte und überkommene Weltbilder. Man brach mit verstaubten Traditionen und bewegte sich hin zu Toleranz und Mündigkeit. Mit dieser Liberalisierung wuchsen Möglichkeiten und mit den Möglichkeiten die Ansprüche der Menschen an ihr Leben. Ihre Ziele wurden etwas ambitionierter als eine solide Anstellung zu finden. Sie entdeckten, dass das Leben aus mehr bestehen kann als nur aus Dingen, die man macht, weil die anderen sie auch machen. Sie entdeckten Erfüllung und Glück, Selbstverwirklichung und Lebenshunger. Beruf, Kleidung, Unterkunft, Lebensweise – alles wurde von einer uniformen Selbstverständlichkeit zu einem individuellen Ausdruck von Persönlichkeit. Aus gut funktionierenden Ameisen, deren Antrieb vor allem Pflichtgefühl war, wurden selbstbewusste Menschen mit dem Anspruch, glücklich zu werden.

In dieser Zeit formierte sich auch die frühe Frauenbewegung und brach mit der Vorstellung von der Frau als Gebärmaschine, deren einziges Glück die Aufopferung für Mann und Kind zu sein hat. Zu dieser überfälligen Befreiung gehörte auch das Recht, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. Man musste nicht mehr mit 23 heiraten und Kinder kriegen, „weil man das eben so macht“. Man konnte sagen, ich will erst mit 33 Kinder kriegen oder gar nicht. Man konnte keins bekommen oder fünf, sogar von verschiedenen Partnern, man konnte die Kinder alleine oder in Patchworkfamilien großziehen.
Weil man erkannte, dass die Entscheidung, Kinder zu bekommen, keine Sache ist, die die Gesellschaft für einen trifft.

Freiheit für alle!

Die Lösung von der gefühlten Notwendigkeit, Kinder zu bekommen, sieht aber nur auf den ersten Blick aus wie die Befreiung der Frau. In Wirklichkeit war es auch eine Befreiung der Männer, denn jeder Mensch hatte plötzlich die theoretische Möglichkeit, sich sein Leben so einzurichten wie es seinen Interessen und Vorlieben entsprach und nicht, wie es einem der gesellschaftliche Erwartungsdruck vorschreibt.

Es ist eine logische Konsequenz dieser Befreiung, dass sich heute mindestens genauso viele Männer gegen Kinder, gegen Zweisamkeit und Familienglück entscheiden wie Frauen. Ja, ich habe sogar mehr Männer als Frauen kennengelernt, die keine Kinder wollten oder ungewollt ein Kind bekommen hatten. Und das ist okay. Das Selbstverständlichkeitsdiktat war früher so hoch, dass es für Frauen wie für Männer kaum eine Alternative zu Kindern gab. Heute dagegen haben wir alle die Möglichkeit, uns selbstbestimmt zwischen A (Kind/Familie) und B (andere Sachen) zu entscheiden, und – Überraschung, Überraschung! – es gibt tatsächlich Menschen, die hier Tor B wählen.

Man kann das natürlich egoistische Selbstoptimierung nennen, ich nenne das Freiheit.

Die Hysterie darüber, dass Menschen diese Freiheit nun für selbstbestimmte Entscheidungen nutzen, ist vollkommen grotesk.
Dass Frauen wie Antonia Baum und Melanie Mühl als hässliche Fratze der Emanzipation dargestellt werden, die die Kinderlosigkeit wie ein Kreuz auf den Schultern tragen, ist albern und realitätsfern.

Ich habe ja nichts gegen Freiheit, aber …

Es gibt in dieser Debatte nur eine hässliche Fratze und zwar die der Intoleranz.

Denn es geht gar nicht darum, ob es nun richtig oder falsch ist, Kinder zu bekommen. Antonia Baum und Melanie Mühl haben ja nicht in einem flammenden Appell gefordert, dass niemand mehr Kinder bekommen soll. Sie haben weder Eltern noch Kinder angegriffen, sie haben nicht einmal Hitler gesagt. Sie haben in ganz persönlichen Texten begründet, warum sie der Gedanke ans Kinderkriegen nicht in Entzücken versetzt. In den Artikeln stand keine Handlungsaufforderung an andere, kein Angriff auf die, die Eltern sind oder es werden wollen, sie waren einfach persönliche Bekenntnisse von zwei Frauen, die die Freiheit nutzen, sich ihr Leben nach ihren Prioritäten einzurichten. Natürlich waren die Texte ein wenig überspitzt, aber im Grunde gaben sie wenig Anlass zu Gefühlsausbrüchen.

Und doch haben sie Reaktionen ausgelöst, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Das eklige Frauenbild („Wart’s nur ab, bei Dir wird der Wunsch nach Kindern auch noch kommen, weil er in der Natur der Frau liegt“), das wiederholt und in mehreren Variationen zutage trat, war dabei noch das Harmloseste, weil Vorhersehbarste. Weitaus schlechter wurde mir bei den aggressiven Versuchen, die beiden Frauen zu bekehren, sie zu überzeugen.

Der Satz „Wer es anders macht als ich, macht es falsch“ geht mir selber immer mal wieder über die Lippen. Er kann ein komplettes Weltbild stützen, rechtfertigt die Eingefahrenheit eigener Verhaltensmuster und kürzt Diskussionen bisweilen angenehm ab. Und er ist völliger Käse. Er ist Ausdruck aggressiver Engstirnigkeit, der anderen Verhaltensweisen im Handstreich die Existenzberechtigung entzieht. Er ist ein zuverlässiger Indikator für Intoleranz und sollte immer hinterfragt werden. Als allererstes von dem, der ihn sagt.

Statt also herumzugeifern, könnte man auch mal einen veralteten Generationenvertrag hinterfragen, der schon jetzt eine gewaltige Unwucht hat, weil die eine Generation, Medizin sei Dank, immer älter wird und die andere, Freiheit sei Dank, immer öfter keinen geradlinigen Lebenslauf und damit keine stabile Einkommenslage hat.

Und wo man schon beim Nachdenken ist, könnte man mal in Erwägung ziehen, ob vielleicht beide Lebensmodelle, das mit Kindern und das ohne, vollkommen in Ordnung sind.
Es gibt nämlich außerhalb des Strafgesetzbuches viel weniger Richtig und Falsch zwischen Menschen als man so gemeinhin wahrhaben möchte. Ja, das kam auch für mich sehr überraschend.

21 Kommentare

  1. .

    Gerade zurückblickend auf die „früheren Zeiten” als man als Frau eben Hausfrau und Mutter war, hat sich doch für Frauen mit Kindern im heutigen Bild doch nur eines geändert: final die doppelte Belastung (Kind und Job), dafür weniger Geld und sehr sicher weniger Rente.

    Frauen mit Kindern hat die Entwicklung zwar die Entscheidungsfreiheit gebracht aber nach wie vor in unserer Gesellschaft allermeist die ultimative Arschkarte. Entscheiden kann man sich für Beides. Und jede Entscheidung in sich ist richtig – für die Person, die sie für sich bewusst getroffen hat. (Wobei ich Wert auf bewusst lege.)

    • Naja, wir haben doch eigentlich die Doppelarschkarte in der Familie: Die Frau, die zuhause bleibt, ist ein Hausmütterchen und von gestern. Und der Mann, der zuhause bleibt, ist ein Weichei und fällt seinen Kollegen während der Elternzeit in den Rücken. Außerdem muss man ja Karriere machen, unbedingt. Also beibe schön buckeln gehen – am Ende sind die Kinder die Leidtragenden.

      Da kann man es doch auch wieder verstehen, dass Leute lieber keine Kinder wollen, wenn sie sich diesen konfligierenden Erwartungen auf eine auswegslose Art ausgesetzt sehen.

  2. Solange diese Fortpflanzungsabsagen mehr nach Rechtfertigung als nach Feststellung klingen, ist es noch ein langer Weg. (Oder liegt das an den Ohren noch jemandem, der sich für Kinder entschieden hat?) Wobei sich Begründungen FÜR Nachwuchs in der Regel auch nicht entspannt lesen lassen.

  3. Fremde Lebensmodelle rufen deswegen eine derartige Aggressivität hervor weil: Man hätte es ja vielleicht auch anders gemacht, wenn man sich nur getraut hätte. Aber da waren die Ansprüche anderer/der Familie/der Gesellschaft/früh indoktrinierter Normen zu erfüllen und jetzt sollen bitte alle anderen genauso scheiße leben wie man selbst. Aber zackig.

  4. Creezy: Das mit der Rente kann ich so leider nicht stehen lassen. Frauen haben früher meist gar keinen eigenen Anspruch auf Rente erworben, weil Hausfrau. Dann bleibt eben nur die Rente des Mannes und davon auch nur ein Teil. Wenn er Mann blöderweise schon früh/im Krieg abgetreten ist … dann war das ziemlich wenig. Deswegen dann ja späteren Turnübungen bezüglich Rente für die Erziehungszeit der Trümmerfrauen, etc. pp.

    Viele Frauen die jetzt alt sind, hoffen das ihr Mann auch noch lange durchhält, denn es gab eine Zeit in den 50ern(?) oder 60ern, in denen eine Frau sich die Rente auszahlen lassen konnte. Und das haben viele bei der Heirat getan um davon eine Küche oder eine Wohnzimmereinrichtung zu kaufen. Gearbeitet wurde ab Heirat dann ohnehin nicht mehr, das war gesellschaftlich noch nicht erwünscht und der Erfolg: Viele Frauen haben heute selbst für die paar Jahre vor der Ehe keine Rentenansprüche mehr.

    Kurz: Wir werden nicht weniger Rente als Rentnerinnen heute haben, nur werden wir anders keine Rente habe.

  5. Ich werde gar nicht andauernd mit Fragen genervt. Vielleicht fällt es mir aber auch nicht auf, weil es mir echt wurscht ist. Was mich aber richtig nervt, ist dieses ganze Kindernarrativ. „Was wäre unsere Gesellschaft ohne Kinder…“, „Wir Eltern sorgen doch schließlich für *unseren* Nachwuchs (als Gesellschaft)“, „Wenn wir mehr Kinder wollen, dann…“
    Das steht da immer so unwidersprochen. Als ob es per se klar wäre, dass wir (Deutsche) unbedingt wollen, dass es mehr oder gleichbleibend viele (deutsche) Kinder gibt. Das hat so einen Blut- und Boden-Tune, der mir gar nicht gefällt. Eltern bekommen ihre Kinder nicht für andere, sondern für sich. Selbst uns Ursula hat ja nicht ein halbes Klassenzimmer, obwohl sie gedacht hat: „Och nee, nicht schon wieder! Aber hey, wenigstens tu ich was für die Rentenkasse.“
    Und so langsam rückt einem dieses Thema auch echt auf die Pelle. 32-Stunden-Woche für Eltern. Kommt nicht. Weiß ich. Aber aus welchem Grund? Nicht deswegen, weil es total ungerecht wäre. Warum sollen Eltern mehr Rechte haben, als Leute, die ihre Eltern pflegen oder Leute, die ehrenamtlich arbeiten oder Leute, die nebenbei noch einen Roman schreiben wollen oder sonstwas? Ja, Grundgesetz: Besonderer Schutz von Ehe und Familie. Aber da haben sich die Voraussetzungen durch den Wandel der Arbeitswelt und Zuwanderung doch stark geändert.
    Ich möchte einfach, dass man das mal sachlich durchdenkt: Was würde denn wirklich aus unserer Gesellschaft, wenn wir weniger Kinder bekommen? („Ende des Abendlandes“ zählt nicht, das ist per se schon unsachlich.)

    • Ich geb trotzdem ’ne wurschtige Antwort: Die Erde ist bereits überbevölkert. Irgendwann ist schlicht Ende Gelände, buchstäblich.

  6. Ich finde den Text gut, und dass weil er eben gerade das Kernproblem aufzeigt. Nämlich, das (oh, welch Wunder) andere Menschen andere Ansichten haben als man selbst.
    Andere Lebenskonzepte, Wünsche, Träume, Visionen sind einfach nicht mit der eigenen Vorstellung von richtig oder erstrebenswert vereinbar, und da endet bei eben diesen Menschen auch der Gedanke. Es wäre natürlich schöner würden sie diese hinterfragen, aber das passiert nicht. Es passiert nicht, weil es Gefahr bedeutet. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko vielleicht zu erkennen, dass die eigenen Wertvorstellungen sich zwar gut anfühlten, aber nur so lange man nicht „anderes“ kannte. Es besteht die Gefahr ein Modell zu entdecken was man sich vielleicht eher wünschen würde und da man es dann nicht mehr rückgängig machen kann nur noch Frustation über das eigene Leben übrig bleibt.

    Dies ist mit der Frage: Kinder, ja oder nein? – für die gesellschaftliche Diskussion immer wieder Zankapfel. Aber selbst wenn sich jemand entschließt kein Fleisch mehr zu essen, oder sich für fair hergestellte Kleidung ausspricht, brechen tausende Vulkane aus die mit ihrer Meinungs-Lava versuchen alles was anders ist unter sich zu begraben.

  7. Hi, sehr schöner Text. Wahrscheinlich bin ich älter, daher glaube ich, dass schon immer viel zu dem Thema geschrieben wurde, es einem in einer bestimmten Lebensphase nur mehr auffällt.
    Ich wollte nie Kinder. Ich hatte mit 14 meine Schwester an Hals & kannte die ganze Sülze außer Stillen & Gebären. Meine Mutter ist der Meinung ohne Kind ist man keine richtige Frau (& wir reden auch sonst nicht miteinander). Ich bin der vollsten Überzeugung, dass viele Männer & Frauen ein super Leben führen, weil sie sich entschieden haben, keine Kinder zu bekommen. Immer wenn ich selbstentschieden lebe, geht’s mir am Besten! Doch eines Tages wurde ich trotz aller Vorsicht schwanger. Nach Schock & Heulen habe ich meinen Sohn auch meinem Liebsten zu liebe bekommen. Aber auch das war dann meine Entscheidung. Trotzdem ich glücklich Mutter bin & meinen Sohn von Herzen liebe, bin ich manchmal etwas wehmütig, wenn ich glücklich Kinderlose sehe! Es ist mein Leben, meine Entscheidung mit allen Konsequenzen. Leider gibt es viele Menschen, die mit dieser Freiheit nichts anzufangen wissen & vornehmlich auf der Suche nach Schuldigen sind, wenn die Konsequenzen unbehaglich werden. Meine Sympathien habe alle, die mit Mut & Verstand ihr Leben meistern& sich nicht verrückt machen lassen, ob mit oder ohne Nachwuchs!

  8. …und dann gibt es noch die, welche leider keine Wahl haben; denen die Entscheidung einfach so bereits abgenommen wird. Und es ist eine Wohltat zu wissen, dass man sich auch freiwillig gegen Kinder entscheiden kann, weil man ohne nicht unvollständig ist… Weil es offenbar nicht die einzige logische Erfüllung eines Lebens ist, weiteres Leben auf die Welt zu stellen.

  9. Jeder wie er will, damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich frage mich eher ob die Aufregung über diese überkommenen Sozialvorstellungen überhaupt noch den Aufwand Wert ist. Online-Artikel ziehen immer Menschen an die lautstark Dünnpfiff kommentieren. Das ist wohl auch ein wenig dem Medium geschuldet, denn letztlich hat doch nur der Artikelautor den Raum für eine elaborierte Darstellung. Kommentare sind nur Schreie aus dem Publikum und laden nicht gerade zu einer differenzierten Meinungsäußerung ein. Damit dürfte schnell klar sein, wer mit Masse die Kommentarspalten bevölkert.
    Nichtsdestotrotz noch zwei Anmerkungen. Erstens, das kinderlose Lebensmodell mag auf individueller Ebene vollkommen in Ordnung sein, auf sozialer Ebene versursacht es Verwerfungen die man diskutieren muss und zweitens, das kinderlose Lebensmodell wird sich genetisch nicht durchsetzen. Wer dem folgt, schaufelt das Grab seiner eigenen Persönlichkeit, denn sein Charakter wird nur eine Momentaufnahme sein. Das ist nicht weltbewegend, jedoch einen persönlichen Gedanken wert.
    Ich selbst nehme, fern ab von religösen Vorstellungen, das Leben als Geschenk war, über das ich mich freue. Daraus erwächst ein Gefühl ebenfalls etwas weitergeben zu wollen und der Gedanke, diese Chance, die Welt zu erleben, an einen Menschen weitergeben zu können, erfüllt mich mit Zufriedenheit.

  10. „Wer es anders macht als ich, macht es falsch“ – treffender Satz und auch ganz logisch. Denn wer ein anderes Leben lebt, zeigt mir ja, dass ich vielleicht eine Wahl gehabt hätte, dass ich tatsächlich auch für die großen Entscheidungen Verantwortung trage. Und nicht zuletzt greift er oder sie meine Sicherheit an. Denn wenn es kein Richtig und kein Falsch gibt, dann verhilft mir ein normierendes Umfeld zum Gefühl, passend gewählt zu haben. Eine andere Einstellung gibt es nur mit mehr Toleranz und mühsamer Festigung des eigenen Standpunktes.

    Wer freier lebt, greift diejenigen an, die weniger frei leben. Ohne etwas anderes zu tun als freier zu leben.

    Kinder. Das ist eben eines der wenigen Themen, bei denen wir uns Emotionalität erlauben. Neben Fußball und Autobahnen (Maut oder Tempolimit). Deswegen kocht es dann hoch und bleibt andernorts kühl.

  11. Darf ich mal meinen Senf dazu geben?

    Als 4fache Mutter kann man mir sicher nicht die Rundumerfahrung zu Thema Kinder und Familie und Hausfrau und und und …alles was damit zusammenhängt!

    Ich habe meine Kinder leibevoll und aufopferungsvoll großgezogen und sie sind mir alle gelungen. Sie sind gesund, sehen gut aus, passend hervorragend in die Welt und sind wertvolle, sehr gut ausgebildete Mitgleider der Gesellschaft.

    AAAAAAAAAAAAABER!

    Meinen Kindern empfehle ich heute möglichst keine Kinder zu machen!

    Und wenn, dann nur 1 und nur dann, wenn sie sich für´s Leben so gestellt haben, dass sie mit keinerlei finanzielle Sorgen zu kämpfen haben!

    Am liebsten hätte ich sie würden keine Kinder zeugen, meine Tochter hat das ganz entschieden derzeit noch nicht vor, denn sie hat als Mädchen viel näher das Leben ihrer Mutter gesehen und hat sich von sich aus dagegen entschieden.

    Ich persönlich finde das gut so, es ist ihre Entscheidung und es ist für Kinder der Zukunft in dieser Geselschaft besser so!

    Ganz besonders schlimm wird es, wenn kein Partner da ist………………..das ist die Freiheit die sich der männliche Part zumeist sich nimmt und die Frau einfach mal stehen lässt……………………….mit der ganzen Last und allem MUSS was nunmal da ist.

    Letztenendes plagen sich die Frauen ab, haben meist kein Geld um sich das Leben schöner zu gestalten und so leicht mit sich und mit ihren Kindern durch´s Leben zu gehen und …………………………………..der einstige Traum, den man hatte mit Kidds und Mann, kann so schnell ganz anders aussehen, nebst dass der Traum auch mit der WANDLUNG DER GESELLSCHAFT in politischer wie wirtschaftlicher Sicht einfach mal so zu was ganz anderem wird!

    Damit muß man leben als Eltern als Mutter!

    Das ist nichts was ich jemandem mehr empfehlen würde!

    Die Welt ist voll und es wird so oder so nicht einfacher!

    Macht keine Kinder, Euren Kindern zuliebe!

  12. Ganz besonders enttäuschend finde ich, dass man an Kinder in Verbindung mit der persönlichen Freiheit denkt.
    Das ist ok, …………………………..aber denkt mal an das Kind, dass in diese Welt hineingeboren wird, ohne Möglichkeit sich etwas auszusuchen!

    Ich bin auch dafür, dass in den drittländern endlich die Pille kommen sollte und sich der Herr Papst endlich raushält aus dem Thema………………..den Frauen ganz klar wird, dass sie nicht nur selbst , AUS LIEBE ZU IHREN KINDERN leiden werden, sondern auch das Kind selbst leiden wird!

    Frauen der Welt, sagt endlich NEIN!

  13. Um es kalr zu machen!

    Ich liebe meine Kinder und mein ganzes Dasein ist erfüllt von Gedanken an meine Kinder. Ich gebe mein Leben für meine Kinder!

    Ich habe immernoch Angst um sie auch wenn sie erwachsen sind und was ich noch viel schlimmer finde, als meinen Geist, der sich für immer meinen Kindern verschrieben hat und damit persönliche Freiheit so oder so nicht möglich ist schier…………ist die WElt in der sie jetzt leben MÜSSEN!

    Das war nicht die Welt die ich sah, als ich meine Kinder bekam und auch nicht die Welt die ich kommen sah, ebenso wie es nciht die Welt ist, in der meine Kinder habe sehen wollen.

    Fast müsste ich mich an sie entschuldigen, dafür, dass ich sie in diese Welt geboren habe!

    So! Habe fertig! :-)))

  14. ich merke gerade, ich sollte hier was dazu sagen, aus der perspektive eines älteren herren, papa von deei töchtern … nicht nur wegen des alters oder wegen der töchter, sondern weil ich die einleitung deiner post sehr schön fand und bemerkte, daß du da etwa verstanden hast, was viele (jüngeren) aus den augen verloren zu haben scheinen. alleine das verdient eine antwort und eine kleine wertchätzung.

    aber, keine faule ausrede, ich habe gerade so viel um die ohren, daß ich nicht wirklich dazu komme, die paar posts, die ich mir gerade bei dir so spontan auch aufgemacht und angelesen habe, wirklich zu geniessen. verspreche aber beides zu tun, a. zu lesen und b. demnächst zu kommentieren. ich habe ja nicht mal zeit für meinen eigenen blog oder nette gespräche bei claudia klinger bzw. dem „stilstand“.

    aber, ich hab‘ mir gerade eine notiz an mich selbst geschickt: frau meike lesen!

    liebe, aufmunternde grüße aus der garage

  15. so, nachdem ich zuhause bei mir ein bißchen ausschweifend (was nun einmal meine art ist, „andere menschen sind anders“) über das thema meditiert, dich in meine blogroll aufgenommen habe, hier noch ein paar kleine dinge, da ich deine post zuende gelesen und nun in ihrer gänze zu schätzen gelernt habe – da ich wohl etwas ähnliche szu einem andern thema hier zu sagen hatte

    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/2014/04/und-heute-schon-uber-was-aufgeregt.html

    deine einleitung ist schlicht wunderbar.

    du erinnerst an den kern der dinge und das verdient einen kleinen handkuss. die zweite hälfte deiner post, der wunderschöne gleichklang mit dem, was ich in „geärgert“ zu sagen suchte, hatte sich mir so in der eile nicht erschlossen,

    jetzt geniesse ich ihn in vollen zügen: warum alle bloß immer so einen bohei machen müssen. können wir nicht einfach miteinander reden, uns zuhören, das abwägen, was der andere sagt? ich denke, ich bin da durch meine (wort)radiohörerei seit 30 jahren einfach „auf einem anderen trip“. ich muss immer mindestens drei meinungen gehört haben, bevor ich selbst zu einer komme. und meinem instinkt, meinem bauchgefühl, das mir sagt: jau, sehe ich genau so und die anderen sind bloß alle doof, dem traue ich ja schon mal gar nicht …

    zu den kommentaren:

    @toc toc toc

    ich bin so ein weichei, äh, war es in den 80ern. als zuhause und nachts arbeitender programmierer war das eine leichte übung und auch in den zwei jahren, in denen meine töchter alleine bei mir lebten, liess sich das alles durchaus gut machen. als „die frau im hause“, wie ich mich gerne selbst nenne, würde ich jedenfalls nicht jammern. aber, das ist halt eine frage dessen, was man will: konsumieren oder leben.

    ich wollte immer leben und fühlen.

    wie gesagt: ein weichei. in den 80ern, da war es weder üblich, daß väter ihre kinder wickelten noch daß sie zuhause und nachts arbeiteten. aber jemand muss halt mit solchen dngen anfangen, sont werden sie nie gemacht.

    @mela

    yep, das ist der punkt. (dein erster kommentar)

    das zauberwort ist „neophyt“, jemand ist neu in etwas „eingeweiht“ und muss nun zwanghaft missionieren um sich nicht so alleine zu fühlen und gegen die eigene unsicherheit anzukämpfen

    @gast

    ooops. das ist jetzt alles so total richtig und gleichzeitig als „whataboutism“ unangebracht, weil es das eine gegen das andere ausspielt. richtig wäre, daß wir als gesellschaft uns darauf verständigen, daß die arbeit für die familie etwas wert ist und finanziell gefördert werden muss. also beides: die kinder und die alten pflegen. nicht das eine oder das andere. beides. genau dieses auseinanderspalten in das jeweilige interesse und das verdrängen der anderen interessen macht uns so schwach denen gegenüber, die das geld dann eben für panzer ausgeben.

    @sternberg

    [..] Immer wenn ich selbstentschieden lebe, geht’s mir am Besten!

    ich lebe auch noch heute „selbstentschieden“, weil ich selbstständig bin und mir seit 30 jahren das recht herausnehme, nachts zu arbeiten und so einerseits mit meinen lieben zeit verbringen, aber den rest meines lebens ganz alleine für mich habe. manchmal muss man einfach dinge tun, die andere erst mal komisch finden und dann zu sich selbst stehen ;-)

    ich bin übrigens nie wehmütig oder, nennen wir die ach doch beim namen, ein klitzekleines bißchen „neidisch“ darauf, daß es anderen „besser“ geht als mir, sie mehr geld haben etc. ich habe entschieden, wie ich denke, daß es richtig ist. so sind die dinge. ich will nicht wissen, wie sie wären, wenn …

    @honey

    mindestens zwei meiner töchter werden wohl wunderbare mütter und ich würde den teufel tun, sie davon abzuhalten. es ist so viel liebe in ihnen und nur so („teach your children well“ von CSNY) können wir diesen verdammten planeten retten, in dem wir ihn mit _unseren_ kindern bevölkern, die empathisch und zur liebe fähig sind.

    von den anderen gibt es tatsächlich mehr als genug.

    [..] Fast müsste ich mich an sie entschuldigen, dafür,
    [..] dass ich sie in diese Welt geboren habe!

    es gibt wohl einen teil in meiner post zuhause, den ich wohl dir „gewidmet“ habe.

    keine kinder in die welt zu setzen, hiesse, es einem kind nicht zu erlauben, sie in ihrer ganzen pracht und schönheit zu geniessen, weil … weil wir es nicht können???? das ist schon ein bißchen anmaßen, oder?

    für dich gilt wohl vor allem auch das zitat meiner alten (und weisen) freundin: „kinder suchen sich ihre eltern aus“. wie könnte man so ein geschenk von der hand weisen.

    aber, alles in allem, gilt alles, was frau meike sagte: andere menschen sind anders.

    warum tun wir uns bloß so schwer, einfach damit zu leben und müssen immer alles auf uns selbst beziehen, ja sogar eine kritik aus allem an uns zu ziehen?

    bitte mehr toleranz, bitte sehr viel mehr liebe (ich habe heute, angeregt durch frau meike) meinen hippietag. wofür ich ihr dankbar bin …

    grüße in die runde.

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